Ansicht umschalten
Avatar von spintronic
  • spintronic

976 Beiträge seit 02.10.2015

Auf Denkfehlern sollte man keine Analysen aufbauen

Der Denkfehler im Artikel beginnt damit, dass stillschweigend angenommen wird, dass die Gründe und Ziele Moskaus, die dem Krieg in der Ukraine zugrunde liegen, bekannt seien, das sind sie nicht! Es erscheint mir daher nicht sinnvoll, wenn man im Unterton der Überzeugung die Kriegsziele Russlands behauptet und darauf eine Einschätzung aufbaut und über den möglichen Ausgang des Krieges spekuliert.

In 30+ Jahren werden Historiker die Gründe für den Einmarsch und die Kriegsziele des Kremls veröffentlichen, erst dann wird man den "Erfolg" oder Misserfolg der am Krieg beteiligten Staaten abschließend bewerten können. In diesem Zusammenhang sei auf den Grenzkrieg zwischen China und Vietnam im Jahr 1978 verwiesen. Damals war die Meinung vorherrschend, dass China den Krieg verloren habe, nur wenige, darunter der Lee Kuan Yew, der Staatsgründer von Singapur, waren seinerzeit in der Lage die Situation richtig einzuschätzen. Da heute die damaligen Kriegsziele und die strategischen Analysen bekannt sind, ist klar geworden, dass Chinas den Krieg haushoch gewonnen hatte. China konnte seine Ziele in jeder Hinsicht erreichen. Voreilige Annahmen und "Analysen", die zudem in einem Zustand von höchster emotionaler Entrüstung erfolgen, welcher die Sinne vernebelt und die Kognition erheblich beeinträchtigt, werden langfristig wohl keinen Bestand haben. Es wird sich erweisen, dass sie das Papier nicht wert sind auf dem sie geschrieben sind.

Des Weiteren erachte ich es nicht als sinnvoll, wenn sich Analysen einzig auf Russland und die Ukraine beziehen. Ich (wir) leben in EUropa und die wirtschaftliche Entwicklung EUropas wird durch den Krieg und die vom "Wertewesten" selbst beschlossenen Sanktionen gravierend geschädigt. Davon hängt es ab, ob ich bald meine wirtschaftliche Grundlage verliere und ob ich noch eine Rente erhalte - oder eben nicht. Da ich in Zukunft nicht in Armut leben möchte, interessieren mich in erster Linie Einschätzungen, die sich mit den Auswirkungen des Krieges auf EUropa beschäftigen und wie wir die drohende Katastrophe und den Absturz EUropas in die wirtschaftliche und politische Bedeutungslosigkeit (noch?) verhindern können. Dazu eignen sich jenseits des Atlantiks verfasste Beiträge definitiv nicht, da die Interessen der USA und EUropas völlig unterschiedlich, um nicht zu sagen diametral entgegengesetzt sind.

Bewerten
- +
  • Avatar von PT01
    • PT01

    115 Beiträge seit 29.04.2022

    Antwort auf Auf Denkfehlern sollte man keine Analysen aufbauen von spintronic.

    spintronic schrieb am 15.07.2022 09:02:

    ... Viel Wahres ...

    Dazu eignen sich jenseits des Atlantiks verfasste Beiträge definitiv nicht, da die Interessen der USA und EUropas völlig unterschiedlich, um nicht zu sagen diametral entgegengesetzt sind.

    Auch hier stimme ich mit Ihnen überein. Das größte Problem hier in EUropa besteht allerdings darin, dass unsere korrupten Politiker hier eben keine europäischen Ziele verfolgen, sondern die vom Imperium vorgegebenen, auch wenn darunter der größte Teil der europäischen Bevölkerung massiv leiden wird.

    Bewerten
    - +
Ansicht umschalten