Antwort auf Re: Zielkonflikt von Schmarall.
Schmarall schrieb am 28.10.2021 15:03:
Nein, die Elektroautos fahren dann gar nicht mehr weil kein Strom da ist.
Wenn die Kohlekraftwerke nicht mehr laufen versiegt der Wind und die Sonne verlischt?
Antwort auf Re: Zielkonflikt von Schmarall.
Schmarall schrieb am 28.10.2021 15:03:
Nein, die Elektroautos fahren dann gar nicht mehr weil kein Strom da ist.
Wenn die Kohlekraftwerke nicht mehr laufen versiegt der Wind und die Sonne verlischt?
Antwort auf Re: Zielkonflikt von RvdtG.
Das ist doch egal, wohin das Geld fließt. Relevant ist, wie der Strom produziert wird.
Beispiel Herr Ökotoll:
Herr Ökotoll hat ein Haus und sich darauf auch längst, ganz ökotoll, eine Solaranlage installiert. Der Strom wird ins Netz eingespeist, er selbst aber vorrangig vom eigenen Strom bedient, klar. Eingespeist wird nur, was übrigbleibt, und er bekommt nur Strom aus dem Netz, wenn die Eigenproduktion nicht reicht.
Aber er fährt noch einen stinkenden Drecksverbrenner. Das geht ja gar nicht, denkt sich Herr Ökotoll. Verkauft den Verbrenner und kauft ein Elektroauto, ganz ökotoll. Das wird geliefert und jetzt muss er das zum ersten Mal laden. Es scheint auch gerade die Sonne, so dass er komplett aus der eigenen Anlage laden kann.
Hat Herr Ökotoll tatsächlich Öl bzw. Benzin oder Diesel gegen Sonnenenergie getauscht?
Nein. Er hat Öl gegen Kohle getauscht. Denn hätte er den Verbrenner behalten bzw. durch einen neuen Verbrenner ersetzt, wäre diese Sonnenenergie ins Stromnetz eingespeist worden und irgendwo an anderer Stelle hätte weniger konventionelle Energie bereitgestellt werden, also weniger Kohle verbrannt werden müssen. Da er diese Energie aber neuerdings in sein Elektroauto pumpt, fehlt diese plötzlich im Netz und muss in letzter Instanz durch konventionelle Energie ersetzt werden.
Obwohl Herr Ökotoll ganz ökotoll sein Auto direkt von seinem eigenem Solarpanel geladen hat, hat er mit dem Umstieg auf Elektroauto tatsächlich ganz ökountoll nur Öl gegen Kohle getauscht. Er ist einem Etikettenschwindel aufgesessen und hat nur einen Ablasshandel mit sich selbst betrieben.
Von wie viel Strombedarf gehst du dabei aus?
Tesla will in seinem Werk hier in Brandenburg bis 2025 zwei Millionen Fahrzeuge produzieren. Die nur für den Europäischen Markt sind. Um das mal ins Verhältnis zu setzen: Audi und BMW produzieren gerade mal je um die 800.000. Weltweit.
Der Kraftfahrzeugmarkt wird gerade massiv erweitert.
Antwort auf Re: Zielkonflikt von m.elsken.
m.elsken schrieb am 28.10.2021 12:50:
Wagenrecht schrieb am 28.10.2021 12:28:
Keines der derzeit auf dem Mark befindlichen Fahrzeuge wird je Ökostrom tanken.
Sicher? Meins tut es von Anfang an.
Nein. Tut es nicht und wird es nicht. Sie erliegen einer Illusion.
Beispiel Herr Ökotoll:
Herr Ökotoll hat ein Haus und sich darauf auch längst, ganz ökotoll, eine Solaranlage installiert. Der Strom wird ins Netz eingespeist, er selbst aber vorrangig vom eigenen Strom bedient, klar. Eingespeist wird nur, was übrigbleibt, und er bekommt nur Strom aus dem Netz, wenn die Eigenproduktion nicht reicht.
Aber er fährt noch einen stinkenden Drecksverbrenner. Das geht ja gar nicht, denkt sich Herr Ökotoll. Verkauft den Verbrenner und kauft ein Elektroauto, ganz ökotoll. Das wird geliefert und jetzt muss er das zum ersten Mal laden. Es scheint auch gerade die Sonne, so dass er komplett aus der eigenen Anlage laden kann.
Hat Herr Ökotoll tatsächlich Öl bzw. Benzin oder Diesel gegen Sonnenenergie getauscht?
Nein. Er hat Öl gegen Kohle getauscht. Denn hätte er den Verbrenner behalten bzw. durch einen neuen Verbrenner ersetzt, wäre diese Sonnenenergie ins Stromnetz eingespeist worden und irgendwo an anderer Stelle hätte weniger konventionelle Energie bereitgestellt werden, also weniger Kohle verbrannt werden müssen. Da er diese Energie aber neuerdings in sein Elektroauto pumpt, fehlt diese plötzlich im Netz und muss in letzter Instanz durch konventionelle Energie ersetzt werden.
Antwort auf Re: Zielkonflikt von heise Autos-Redaktion.
heise Autos-Redaktion schrieb am 28.10.2021 14:16:
Wagenrecht schrieb am 28.10.2021 12:28:
Und der Energiebedarf steigt mit Elektroautos dermaßen an, dass es illusorisch ist, dass das mit Regenerativen machbar wird.
Das ist nicht ganz richtig: Der Strombedarf steigt, der Energiebedarf sinkt jedoch. Falls Sie der Hintergrund interessieren sollte, empfehle ich die Reihe https://graslutscher.de/how-to-energiewende-in-10-jahren-teil-1-wo-soll-denn-die-ganze-energie-herkommen/ Dort wird das ziemlich anschaulich und ausführlich beschrieben.
Freundliche Grüße aus der heise/Autos-Redaktion
Auch das ist eine Illusion.
Tesla will in seinem Werk in Brandenburg bis 2025 zwei Millionen Fahrzeuge jährlich herstellen. Die nur für den EU-Mark sind. Zum Vergleich: Audi und BMW stellen gerade mal je 800.000 Fahrzeuge her. Für den Weltmarkt. Auch alle anderen Anbieter planen Produktionserhöhungen.
Bedeutet: der Kraftverkehr wird massiv erhöht. Was übrigens eben durch Elektroautos entsteht und was ich schon seit 10 Jahren so darstelle. Jetzt konkretisiert sich das in Produktionszahlen. Die Infrastruktur wird auch entsprechend erweitert. Es kommt zu keiner Einsparung, im Gegenteil. Auch dann nicht, wenn fälschlicherweise davon ausgegangen wird, Elektroautos seien effizienter.
Rebound und Backfire.
https://de.wikipedia.org/wiki/Rebound-Effekt_(%C3%96konomie)
In Japan ergab eine Untersuchung, dass Autofahrer, die sich nach eigener Wahrnehmung ein „ökologisches“ Auto zugelegt haben, ein Jahr nach dessen Kauf gut 1,6-mal mehr Kilometer als mit ihrem herkömmlichen Auto gefahren sind.
Es wird also erheblich mehr Autos geben. Weil die ja so umweltfreundich sind. Und diese Autos werden erheblich fetter sein und erheblich mehr Ressourcen bereits in der Herstellung verschlingen. Weil die ja so umweltfreundlich sind. Und dann wird mit diesen Autos erheblich mehr gefahren. Weil die ja so umweltfreundlich sind. Man muss ja fahren, damit es sich amortisieren kann.
Besonders schlimm ist das vor dem Hintergrund, dass Elektroautos tatsächlich gar nicht umweltschonender als Verbrenner sind. Aber selbst, wenn sie es wären, bedeutet das eine ökologische Katastrophe. Die eben durch das (falsche) Heilsversprechen ausgelöst wird.
Und nein, ich in kein Dieselfahrer. Ich hatte nie ein Auto und werde nie eines haben. Ich fahre Fahrrad.
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (28.10.2021 16:04).
Antwort auf Re: Zielkonflikt von Wagenrecht.
Wagenrecht schrieb am 28.10.2021 15:44:
Das ist doch egal, wohin das Geld fließt. Relevant ist, wie der Strom produziert wird.
RWE und LEAG erzeugen Strom, ohne Geld dafür zu wollen?
Von wie viel Strombedarf gehst du dabei aus?
(hat nix mit der Frage zu tun)
Also, wie viel Strom braucht man?
Antwort auf Re: Zielkonflikt von RvdtG.
Das habe ich nicht gesagt. Strohmänner helfen nicht weiter.
Und ich weiß nicht, wie viel Strom dafür gebraucht wird. Ich weiß aber, dass erheblich mehr Strom verbraucht wird.
Antwort auf Re: Zielkonflikt von Wagenrecht.
Wagenrecht schrieb am 28.10.2021 15:46:
Herr Ökotoll hat ein Haus und sich darauf auch längst, ganz ökotoll, eine Solaranlage installiert. Der Strom wird ins Netz eingespeist, er selbst aber vorrangig vom eigenen Strom bedient, klar. Eingespeist wird nur, was übrigbleibt, und er bekommt nur Strom aus dem Netz, wenn die Eigenproduktion nicht reicht.
Nette Konstruktion, aber Blödsinn.
Die Solaranlage wird auf den Verbrauch hin optimiert, incl. Speicher. Das Ziel ist die Inselfähigkeit (die ich selbst seit Jahren habe, d.h. ich habe keine einzige kWh aus dem Netz bezogen).
Wichtig: Die Anlage ist auf den Verbrauch hin optimiert, also X kWh ohne E-Auto, X+Y kWh mit E-Auto. Klar wird der Überschuss gerne eingespeist (so lange sich das überhaupt noch lohnt), aber der Eigenbedarf wird auf jeden Fall selbst erzeugt.
Diese an den Haaren herbeigezogene Milchmädchenrechnung Öl gegen Kohle geht nicht einmal ansatzweise auf. Mit der Argumentation könnte man jeden Eigenverbrauch dreckig reden.
Stattdessen wird halt einfach mehr PV-Leistung installiert. Oder wie bei mir hinten im Karten etwas Windkraft durch die vier Savonius.
Antwort auf Re: Zielkonflikt von Wagenrecht.
Wagenrecht schrieb am 28.10.2021 15:51:
Und nein, ich in kein Dieselfahrer. Ich hatte nie ein Auto und werde nie eines haben. Ich fahre Fahrrad.
Ah, ein eingefleischter Autohasser. Und wahrscheinlich Stadtbewohner.
Ich brauche ein Auto, um zu meinen Kunden zu kommen. Mit ÖPNV bräuchte ich ein Mehrfaches der Zeit und würde etliche Kunden damit gar nicht erreichen.
Privat fahre ich ebenfalls Fahrrad, sofern das eben möglich ist. Kurzstrecken bis 20km ja, auch bei nicht so optimalem Wetter. Aber wenn es mal mit der Familie etwas weiter weg sein soll, dann muss halt der Wagen her.
Antwort auf Re: Zielkonflikt von Schmarall.
Schmarall schrieb am 28.10.2021 15:03:
Nein, die Elektroautos fahren dann gar nicht mehr weil kein Strom da ist.
Sicher? Wieso sollte es mein BEV kratzen, ob Kohlestrom da ist oder nicht? Meine PV-Anlage liefert immer, selbst wenn draussen Blackout ist (inselfähig, Lastabwurf extern).
Antwort auf Re: Zielkonflikt von m.elsken.
Das ist keine Milchmädchenrechnung sondern eine genaue Beschreibung dessen, was passiert. Es wird regenerativer Strom als Mehrbedarf entzogen und kann nur entsprechend konventionell nachgelegt werden. Der Anteil an regenerativem Strom bei Elektroautos ist 0.
Das ließe sich auch durch eine Insellösung nicht wirklich verbessern. Das macht es sogar eher noch schlimmer. Um das als Insellösung betreiben zu können, braucht es Speicher. Der Ressourcenverbrauch durch den Speicher zerstört die Einsparung bei der Stromherstellung. Und es kann kein Lastenausgleich mehr erfolgen. Da aber die falsche Annahme herrscht, man könne jetzt Energie umweltfreundlich verschwenden, wird sie eben auch mehr verschwendet. Der Energieverbrauch steigt also auch noch. Rebound und Backfire.
Man kann sich tonnenschwere PS-Monster schönreden, wie man will. Das führt nur zu noch mehr Konsum und dadurch zu noch mehr Umweltschädigung.
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (28.10.2021 16:14).