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  • Naturzucker

mehr als 1000 Beiträge seit 06.03.2012

Was Mediziner auf Totenscheine schreiben ist das eine,

woran die Menschen wirklich gestorben sind, das andere.

Zusammenfassung:

25.100 Gripetote in 2017/18 sind wahrscheinlich sogar noch zu niedrig angesetzt. Es gab in 2018 einzelne Tage, an denen fast 4.000 Menschen gestorben sind. Die Zahl der Toten in 2020/21 ist daher nicht so einmalig, wie immer behauptet wird. Der wesentliche Unterschied ist halt, dass die Poltiik versucht, Corona mit verschiedenen Maßnahmen einzudämmen, während man 2017/18 nichts gegen die Influenza getan hat. Da liegt die Vermutung nahe, dass sich die Gefährlichkeit von Corona weniger mit der Zahl der Toten begründen lässt als mit dem Umstand, dass diese nur wegen der Maßnahmen auf diesem Level gehalten werden können. Die Fokussierung alleine auf die Zahl der Toten verstellt aber den Blick auf die Realität. Denn andere Faktoren wie Langzeitschäden, Infektiösität und Belastung der Intensivstationen spielen auch eine Rolle. Ob auf der anderen Seite viele Maßnahmen mehr Schaden anrichten als sie nutzen und mehr aus reinen populistischen Erwägungen erfolgen steht auf einem anderen Blatt.

Im Detail:

und weil das Robert-Koch-Institut aus den teilweise höheren Übersterblichkeiten früherer Jahre regelmäßig eine deutlich höhere Zahl von Grippetoten behauptete, als Mediziner auf Totenscheinen attestiert hatten. 2018 waren so aus 1.674 Grippetoten 25.100 geworden

Die Kernfrage lautet also, wie viele Menschen sind im Frühjahr 2018 real an oder mit der Influeanze gestorben, obwohl am Ende auf dem Totenschein "Herzversagen", "Kreislaufversagen" oder etwas anderes stand. Ist "Influenza" überhaupt ein Grund, den ein Mediziner ohne Obduktion auf den Totenschein schreiben würde? Macht man sich überhaupt die Arbeit?

Andererseits gibt die genannte Statistik ganz klar her, dass von Mitte Februar bis Ende März fast 29.000 Menschen mehr gestorben sind als im Mittel der beiden Jahre zuvor und im selben Zeitraum. Die vom RKI anhand statistischer Daten ermittelten Tote durch Influenza erscheinen daher eher noch konservativ niedrig angesetzt.

Zumal der in 2017/18 verwendete 3-fach Impfstoff nur eine Wirksamkeit von 15% hatte (im Gegensatz zu dem 4-fach Impfstoff, den überwiegend Privatpatienten erhalten haben).

Aus diesem Jahr gibt es auch mehrere Berichte von überlasteten Intensivstationen etwa in Italien oder den USA, und auch für Deutschland findet man entsprechende Berichte, wenn man danach sucht. Nur waren selbst tägliche Sterbezahlen von fast 4000 Toten in 2018 kein Thema und kaum eine Pressemitteilung wert. Und es gab auch keinen täglichen Statusbericht, keine Programmänderungen und keine Brennpunkte.

Das alles ändert nichts an der Gefährlichkeit von Corona, die manche Mediziner mit 4x gefährlicher als eine Influenza beziffern.

Aber weil wir bis heute keine flächenddeckenden oder repräsentativen Studien haben, welche auch die Dunkelziffer besser erfassen und es nach wie vor an einem Meßverfahren mangelt, welches das Infektionsgeschehen zeitnah und realistisch wiedergibt, wird halt versucht, mit Emotionen und moralisch überhöhten Argumenten die Menschen auf Linie zu bringen. Und dies ist halt auch eine der Ursachen für die gereizte Stimmung in der Gesellschaft.

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