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Avatar von teutolith
  • teutolith

mehr als 1000 Beiträge seit 25.03.2014

So langsam reichts aber mal

"Der Blick auf die Sterbefallzahlen", so das Statistische Bundesamt in seiner Interpretation", "legt nahe, dass deren zeitweise Erhöhung in einem Zusammenhang mit der Pandemie stand". Das überzeugte unter anderem deshalb nicht jeden, weil die Behörde für die Darstellung auf ihrer Website nicht die altersverschiebungsbereinigten Zahlen verwendete (vgl. Keine Übersterblichkeit trotz Covid) und weil das Robert-Koch-Institut aus den teilweise höheren Übersterblichkeiten früherer Jahre regelmäßig eine deutlich höhere Zahl von Grippetoten behauptete, als Mediziner auf Totenscheinen attestiert hatten. 2018 waren so aus 1.674 Grippetoten 25.100 geworden.

Gab es denn in den vergangenen Jahren Tests auf Erkältungskrankheiten in vergleichbarem Umfang? Nein, natürlich nicht. Die 25.100 stammen genau aus der Übersterblichkeit, man nimmt an, daß die Zunahme in den Wintermonaten nicht zufällig ist. Das ist nicht, wie es hier klingt, ein Taschenspielertrick, sondern das, was mit den begrenzten Daten möglich ist. Man hat den "Sentinel" und nimmt an, daß bei einem Ansteigen der Zahl der Erkrankten auch die der Toten wegen dieser Erkrankungen mit ansteigt. Das muß man dann halt auf die gesamte Bevölkerung hochrechnen.

Bezüglich der Zahl der Verkehrstoten meldete das statistische Bundesamt für den Zeitraum zwischen März und Juni mit 880 189 weniger als im Vergleichszeitraum 2019. Angesichts von zeitweise mehreren Hundert Toten täglich, die man auf Covid-19 zurückführt, wirkt das statistikbeeinflussende Potenzial dieses Effekts eher gering. Hinsichtlich der Tötungsdelikte ist von offizieller Seite lediglich zu erfahren, dass die Zahl der Morde, Totschlagsdelikte und Tötungen auf Verlangen 2019 bei 2.315 lag. Zu Verstorbenen durch Körperverletzung mit Todesfolge gibt es ebenso wenig eine Auskunft wie zu den Zahlen im ersten Coronajahr 2020.

An dieser Stelle wäre wirklich langsam mal eine Erklärung angezeigt, was die Coronaverharmloser denn nun eigentlich zeigen wollen. Es gibt angeblich keine Übersterblichkeit, aber behauptete 35.000 Coronatote. Diese müssen also "umgewidmet" worden sein - aber nicht von Grippetoten, Verkehrstoten, Verbrechensopfern usw. Also sind das keine Corona-Toten, aber auch keine Nicht-Corona-Toten? Wird jetzt einfach ausnahmslos jede irgendwie offizielle Zahl angezweifelt, selbst wenn man sich dadurch ständig selbst widerlegt? Und das soll dann die bessere Grundlage für den Umgang mit der Epidemie sein?

Im Gegenzug könnte es aber auch sein, dass es durch die Anti-Corona-Maßnahmen zusätzliche Tote gibt, die nicht am Sars-CoV-2-Virus sterben: Sie könnten sich beispielsweise unter den 74 Prozent der Übersterblichkeitstoten in Peru finden, die sich einer in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichten Studie nach nicht dem Virus zuordnen lassen.

Was ganz einfach an der Zahl der Tests liegen dürfte. "Nicht zugeordnet" bedeutet nicht, daß Corona als Todesursache ausgeschlossen ist, sondern nur, daß man es nicht nachgewiesen hat. Erneut die Frage: Woran sind die denn gestorben? An Altersschwäche? Wenn es keine Übersterblichkeit gibt, kann Corona nicht gefährlich sein, und wenn es eine gibt, kann Corona nicht schuld sein, an was anderem ist aber auch niemand gestorben? Was soll das werden?

Hinzu kommt, dass auch in Deutschland nur ein Teil der mit Sars-CoV-2 infizierten Toten genauer obduziert wird, weshalb nicht sicher feststeht, wer davon wirklich "an" und wer nur "mit" dem Virus starb.

Das gilt genauso für Tote, bei denen keine Infektion nachgewiesen war, auch die werden nicht alle obduziert - weshalb nicht sicher feststeht, wer davon wirklich an irgendwas anderem als Corona gestorben ist.

Dieses ununterbrochene Verharmlosertheater bei TP geht mir so langsam richtig auf den Sack. Was soll das? Wenn dann im Frühjahr 100.000 Menschen tot sind, kommt dann aus der Redaktion ein "oopsie"? Einfach Schweigen, wie bei Kuhbandners linearer Ausbreitung, der auf gar keinen Fall kommenden zweiten Welle oder der längst erreichten Herdenimmunität in Schweden? Man hat fast den Eindruck, daß diese ganzen Machwerke zur Übersterblichkeit jetzt noch schnell rausgehauen werden, solange sie nicht das nächste Argument der Verharmloser sind, das von der Realität widerlegt wird. Leute, ich dachte, ihr wollt raus aus der Schmuddelecke.

Achso, aus gegebenem Anlaß noch eine Nebenbemerkung: Nein, die 100.000 Toten im Frühjahr sind keine Prognose. Noch habe ich die Hoffnung, daß die Regierung die Notbremse zieht, der Impfstoff schneller beschafft wird und dann auch wirkt usw. Leider sind die 100.000 aber auch nicht ausgeschlossen. Es müssen einfach nur genügend Leute weiter so tun, als wäre da nichts.

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    • Posersalamie

    mehr als 1000 Beiträge seit 04.01.2018

    Antwort auf So langsam reichts aber mal von teutolith.

    Danke für die übersichtliche Zusammenfassung.

    Es ist wirklich kaum mehr zu ertragen.

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    • ludmillaZ

    mehr als 1000 Beiträge seit 12.12.2009

    Antwort auf So langsam reichts aber mal von teutolith.

    Danke.
    Mir gehen die Verharmloser auch auf die Nerven.
    Am Schlimmsten sind die Vögel, die da mit dem "Argument" kommen:
    Die sind ja alle schon so alt...
    Oder: Sind die denn wirklich an oder nur mit...?
    Da frage ich doch gerne mal zurück:
    Sind die (geschätzten) Grippetoten an oder nur mit...?

    Gestern meldeten sich bei uns 3 Azubis.
    Entweder selbst infiziert (getestet) oder infizierte Mitbewohner...
    Glücklicherweise bisher nur milde Verläufe.
    Hoffen wir mal, dass das auch so bleibt!

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