Herrn Pany ungelenke Einordnung der ganz und gar nicht akademischen Tweets von Ohanwe als "seminaristische Lehrposts" weist unbeabsichtigt darauf hin, dass der sich selbst bornierende Telepolis-Redakteur weiß, dass erstens Ohanwes Tweets auf eine Erklärung hinauswollten und dass zweitens bisher jedenfalls an Universitäten noch über Ursachen auch menschlicher Handlungen und allgemein über Zusammenhänge öffentlich nachgedacht werden kann, ohne sich dadurch dem Vorwurf der "Relativierung" auszusetzen. Denn "Relativierung" heißt ja nichts anderes, als Dinge miteinander in Beziehung zu setzen (relativus - bezüglich).
Auch Hackensbergers von Pany wohlwollend angeführter Tweet versucht übrigens eine Erklärung zu liefern - ohne sich dabei dem Vorwurf des "seminaristischen Lehrposts" auszusetzen. Hackensberger zufolge gibt's in Gaza keinen "palästinensischem Widerstand". Weshalb auch sollten die Bewohner Gazas den Ihnen von Israel im Ghetto bereitgestellten paradiesischen Lebensbedingungen widerstehen wollen?
Es liegt vielmehr an der falschen Ideologie. Wären die Palästinenser mit dem Gedankengut liberaler Vordenker vertraut könnten aus ihnen anständige "homo oeconomici" werden. Die Ideologie der Islamisten dagegen habe "nur Terror im Sinn und wolle das Individuum knechten".
Hackensberger hat dieselbe Erklärung bestimmt schon Kommunisten entgegen geschleudert oder AfD-Anhängern oder oder. Sie ist kontextlos, ist selbst Ideologie.
Nun könnte man denken: Gut, da stehen sich eben zwei Erklärungen gegenüber. Aber nix da, wir sind hier schließlich nicht im Seminar, wie Herr Pany richtig bemerkt.
Und deshalb setzen die Verfechter der Freiheit des Individuums den Kollegen Ohanwe wegen seiner falschen Erklärung einfach vor die Tür.