Dass allgemein die Überzeugung vorherrscht, dass sich andere Menschen eher egozentrisch verhalten als man selbst, hat eine weitere Ursache: Offenbar beruht darauf der Erfolg großer Vorbilder und einflussreicher Personen. Rücksichtslosigkeit und Skrupellosigkeit gelten zwar nach dem eigenen Moralkodex als verpönt, sie werden dennoch als zielführend anerkannt und sogar bewundert, etwa bei Filmstars und Sportlern mit Machoallüren oder bei Politikern wie Donald Trump.
Tritt dazu die Erfahrung eigener Minderwertigkeit, die sich meist in einer prekären finanziellen Lage ausdrückt, dann ist der Versuch groß, sich die Erfolgreichen als Modell zu wählen. Die Entwicklung einer Ellbogenmentalität wird dadurch moralisch gerechtfertigt, dass sie als erzwungen erscheint.
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