till84 schrieb am 01.03.2024 14:21:
Hannah Arendt sprach von der Banalität des Bösen und meint genau diese Fähigkeit zwischen Privatleben und „der Aufgabe“ zu unterscheiden. Das ist auch nicht so schwer wenn man „das Richtige“ tut, also das was der Staat (als Gemeinschaft) als richtig definiert.
Es ist doch leider schon wieder so das Menschen die eine abweichende (rechtlich legale) Ansicht äussern mit Konsequenzen rechnen müssen. Allerdings befürchte ich das „die Guten“ genau das auch nach dem Film nicht verstehen wollen oder werden.
Ja, der Ausdruck der "Banalität des Bösen" kam mir ebenfalls in den Sinn.
Man denkt bei Massenmördern oder anderen Kriminellen immer, dass die bereits äußerlich irgendwie "abartig" in der Erscheinung sein müssten, gewissermaßen mit dem "bösartigen" Gesichtsausdruck, dem diabolischen Lachen, dem tief gegerbten Gesicht und stechendem Blick.
Tatsächlich sind die meisten dieser Personen eher unauffällig, durchschnittlich, können sogar einzelne Aspekte eines normalen Soziallebens simulieren. Hitler zum Beispiel soll gegenüber seinem Schäferhund "Blondi" gar ein fürsorgliches Verhalten emuliert haben.
Die Figur des SS-Offiziers "Landa" aus Tarantinos Inglourious Basterds hat genau diese Diskrepanz ebenfalls sehr stark auf die Spitze getrieben: ein vordergründig eloquenter, feinsinniger, jhe geistreicher und mitfühlend erscheinender Mensch, der sich im nächsten Augenblick aber als völlig kalter und empathieloser Massenmörder entpuppt.
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (01.03.2024 15:42).