Ansicht umschalten
Avatar von logiko
  • logiko

mehr als 1000 Beiträge seit 20.11.2020

Identitäre Politik und Aufklärung

Man kann es noch drastischer Formulieren.
Mit der identitären Politik verabschieden sich die Sozialisten von der Aufklärung.
Wenn der Widerstand in der Dritten Welt identitäre Politik betreibt, weil ihm die Fundamente der Aufklärung fehlen, ist das ja noch in sich schlüssig. In unseren Breitengraden handelt es sich um eine Verfallserscheinung.
Der universalistische Anspruch der Menschenrechte, sowie der Ideen von Freiheit, Gleichheit und Solidarität schrieb die Emanzipation des Menschen in den Katalog der Fortschrittsideen, von dem die bürgerliche Revolution getragen wurde. Natürlich waren da Frauen, Schwarze und Proletarier mit gemeint und deren Ausschluss war schlichteweg Verrat von Anfang an.
Emanzipation fordert die Möglichkeit zur Partizipation, zur gesellschaftlichen Teilnahme, identitäre Politik fordert das Gegenteil, die Separation. Richtig angemerkt wurde, dass sie in ein erzreaktionäres Kastentum oder in tribalistische Verhältnisse mündet, in Clansgesellschaften und religiöses Narrentum.
Letztlich ist die Bedeutung der identitären Politik eine Frucht des Kolonialismus. Man muss dazu sagen, Forscherdrang und Verwissenschaftlichung des Denkens waren zu Anfang durchaus ein Projekt der Aristokratie, Cortez und seine Spießgesellen waren Angehörige des Kleinadels, sie kämpften für die Krone und brachten es zu Vizekönigen.
Mit der Bedeutung des kolonialen Handels wurden die Händler und Kaufmannsschaften vom Adel ins Boot geholt, der Kolonialismus verbürgerlichte sich unter adliger Regie.
Der Wissenschaftsbetrieb und die Industrialisierung samt Produktionsfortschritts kamen
zum Beispiel in Deutschland ganz ohne den Kolonialismus aus. Auch der Absatzmarkt war europäisch zentriert. Kohle und Eisenerz als wichtigste Rohstoffe förderte man aus einheimischen Minen. Die Aufklärung ist kein wirklich kolonialistisches Projekt.
Europa pflegte die einheimische Bevölkerung als Erbe des Feudalismus auszubeuten und versuchte in den Nordländern die antike Sklaverei aus der Gesellschaft herauszuhalten.
Man wollte das eigene Volk als Untertan, keine Fremden, die man erst erjagen und kaufen muss.

In der Neuzeit schwappte der Kolonialismus als Postkolonialismus auf geradezu umgekehrte Weise nach Europa zurück, dessen Bevölkerung sich als die Zurückgebliebenen keineswegs mit den Ausgewanderten Kolonialisten und ihren Machenschaften identifizierte. Die Ausgewanderten waren Landräuber und Sklavenhalter, die Zurückgebliebenen waren Untertanen, die sich revolutionär befreien wollten.

Der Kolonialismus brachte auch das wirklich krasse Missverständnis hervor, dass die Freiheitsrechte das Recht beinhalteten, sich auf der ganzen Welt anzusiedeln, selbst dort, wo schon andere Völker heimisch waren. Die Verfolgung durch Religionsverbote oder generell durch die Herrschenden, wurde als Fundament des Rechts auf Eroberung fremden Lebensraums in ein Recht auf Masseneinwanderung umgemünzt. Und die indigene Bevölkerung, die die neuen Sitten ablehnte und sich gegen die Okkupanten wehrte, wurde zu Übeltätern degradiert, mit Diskriminierung bestraft und umerzogen.
Jeder mit einem Letztfunken von Vernunft weiß, dass es ein Recht auf Einwanderung nicht geben kann und schon gar keins auf Masseneinwanderung. Es gibt ein Recht auf Heimat und die nie lösbare Frage ist, ab wann ein Einwanderer, der sich separiert, sich selbst zum Einheimischen rechnen kann, dessen Feind er eigentlich ist. Das beste Beispiel sind die englischen Separatisten Nordirlands, die mit den irischen Einheimischen 800 Jahre in Konflikt leben und jeder weiß, dieser Wahnsinn wird noch 800 Jahre so weitergehen.
In diesem Lichte, sieht unsere Zukunft beschissen aus. So wirken die Folgen einer Todsünde in das Leben, sie münden in das ewige Fegefeuer unerbittlicher Feindschaft Generation für Generation.

Bewerten
- +
Ansicht umschalten