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Avatar von logiko
  • logiko

mehr als 1000 Beiträge seit 20.11.2020

Der 8. Kreis der Hölle

Wenn der Gegenwart noch etwas über das Werk Dantes eingefallen ist, dann zweifellos in der niederländischen Übersetzung der Hölle, aus der man im Namen der "politischen Korrektheit" die Bestrafung des Propheten Mohammed gestrichen hat und diese Zensur damit begründete, dass man die Gefühle der Muslime nicht verletzen wolle. Die niederländische Übersetzung ist speziell als eine Fassung für die Jugend konzipiert, deren Arglosigkeit offenbar als besonders dazu prädestiniert gilt, auf eine solche Fälschung hereinzufallen.

Nach Dante gehört Mohammed als Schismatiker in den 8. Kreis der Hölle, wo er von Dämonen vollständig zerhackt wird, um danach für seine neuerliche Zerteilung wieder hergestellt zu werden.

Nur ein Graben des vorletzten Höllenkreises steht noch tiefer, es ist der Graben der Fälscher. Die Sünde des Fälschens nämlich, wurde von Dante als eine Krankheit der Gesellschaft identifiziert.
Und genau in diesem Höllenkreis scheint unsere abendländische Kultur mittlerweile gefallen zu sein.

Doch das Ende ist damit noch nicht erreicht, das ist nämlich den Verrätern im 9. Kreis vorbehalten. Noch tiefer sitzt dann nur noch der Oberteufel persönlich mit Judas, Brutus und Cassius in seinem Teufelsmaul.^^

Ach Gott, wie sehr mag ich dieses Werk.^^

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (18.09.2021 16:26).

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  • Avatar von heterocephalus g-laber
    • heterocephalus g-laber

    mehr als 1000 Beiträge seit 01.12.2003

    Antwort auf Der 8. Kreis der Hölle von logiko.

    Heutzutage würde man das Werk wegen der darin enthaltenen Hassbotschaften verbieten. Sicher würde sich ein karrieregeiler deutscher Staatsanwaltschaft bereit finden Anklage zu erheben und was von deutschen Richtern zu halten ist, wusste schon der gute Kleist, da mussten man gar nicht solange auf Freisler warten.

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  • Avatar von isegrimmm
    • isegrimmm

    10 Beiträge seit 22.09.2016

    Antwort auf Der 8. Kreis der Hölle von logiko.

    Es ist angemessen, seine politischen Gegner zu bekämpfen, aber falsch, sie kulturell zu verachten. Es gehört mehr Mut dazu, einen Besseren zu bekämpfen, als ihn vor sich selbst zu mindern und sich selbst mit ihm. Federico II lud die Weisen des Orients an seinen Hof in Neapel, während er die Araber bekriegte. Doch er war schlauer: Statt den Kreuzzug zu führen, handelte er freien Zugang der Christen zu Jerusalem aus, auch wenn Papst Gregor IX ihn dafür zweimal exkommunizierte.
    Der Islam war noch 1400 dem Christentum überlegen, man schaue zum Alhambra in Granada, dessen Baukunst und Bewässerungssysteme in Europa nicht ihresgleichen hatten, bevor die Reconquista die letzten Mauren vertrieb. Oder zur Mesquita-Cattedrál in Cordoba, wo die Katholiken mitten in das größte muslimische Gebetshaus seiner Zeit eine Kathedrale reinklotzten und heute, 800 Jahre später, versuchen, diese andere vorhergehende Kultur zu leugnen.
    Nein, Mohammed darf man nicht hassen, so wie man Dante nicht lieben muss. Der Missbrauch der Religion in den islamischen Ländern durch ihre Eliten sollte unsere Solidarität mit den Unterdrückten wecken im Kampf gegen ihre Unterdrücker. Es ist schwer, wenn die christlich Geprägten ebenso borniert sind wie die muslimischen Einwanderer.

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