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  • Goerlitzer

mehr als 1000 Beiträge seit 30.11.2007

Unterwegs zur Wolfsgesellschaft, - nicht durch Corona, sondern den Kapitalismus

Der allein auf sein Wohl bedachte "Homo Oeconomicus" wird jetzt endgültig zum Leitbild. Die kulturelle Einhegung des kapitalistischen Gesellschaftssystems durch vor-kapitalistische Prägungen der Clan-- und Familiensolidarität, des universalistischen Christentums und später des Solidaritätsbedürfnisses der Arbeiterbewegung verliert an Wirksamkeit.

Die Erosion sozialer Mikro-Strukturen, massgeblich angestossen durch die Steigerung der Arbeitskräfte-Moblilät, ist Ausdruck dessen. Der soziale Verfallsprozess wird gerade in Gesellschaften, die diese Entwicklung nun im Zeitraffer erleben, als besonders schmerzlich empfunden. Daher rührt ihr Widerstand gegen die "zivilisatorischen Modernisierungen", nicht zuletzt beim Familienverständnis.

"Ich persönliche sehe mich nicht gefährdet, warum soll ich mich einschränken", solche Einstellungen brechen in der Corona-Krise zwar vermehrt auf, sind aber seit längerem angelegt und werden sich verstärken. Die politische Klasse offeriert sich zwar als Träger des Allgemeinwohls, hat sich aber in einem Wust von Beziehungswirtschaft, Einkommens-Privilegien und Sonderrechten selbst die Glaubwürdigkeit genommen. - Wir sind auf dem Weg zur Wolfsgesellschaft.

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