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  • Stefan Massow

mehr als 1000 Beiträge seit 16.08.2012

Wenn es eine Ignore-Liste für Autoren/Artikel gäbe

wäre Herr Schleim mein erster Kandidat dafür und er würde trotzdem nicht drauf landen. Ich bin bis zu einem gewissen Grad daran interessiert wie andere Leute ticken, und unter diesem Aspekt ist der Artikel dann doch wieder interessant. Ist Herr Schleim nicht Psychologe und müsste das ähnlich sehen? Davon kann ich hier gar nichts erkennen.

Wie kann man so dermaßen den Bezug zur Realität verloren haben? Autor auf Telepolis, aber nicht Telepolis lesen? Das würde ich bei den Politikern, die ab und zu hier schreiben nachvollziehen, aber bei den anderen Autoren eben nicht.

Untersterblichkeit in Anführungszeichen im Titel und:

Ein besonderer Clou besteht darin, auch Trends in der Altersentwicklung und Lebenserwartung der Bevölkerung mitzuberücksichtigen.

sowie

Das Ergebnis dürfte viele überraschen:[...]

zeigen ganz eindeutig, dass Herr Schleim der Berichterstattung nicht folgt. Das mit der Untersterblichkeit ist seit Anfang des Jahres *bekannt*. Wie zur Hölle kann das an jemandem vorbeigehen, der über die Pandemie berichten will? Wie geht das???

[...]18 Prozent weniger Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben kamen.[...]

Für das ganze Jahr sind es 322 Verkehrstote weniger. Mit 322 Toten mehr würden wir nicht auf einmal auf eine Übersterblichkeit kommen. Ich bezweifel nicht, dass die Maßnahmen auch Todesfälle reduziert haben, die keinen Bezug zu Corona haben, aber diese Zahl versteckt als Prozentzahl im Artikel aufzuführen ist merkwürdig.

Demnach scheint das Coronavirus in Deutschland auf ein relativ gut funktionierendes Gesundheitssystem gestoßen zu sein. Das lag zu einem wesentlichen Teil natürlich am harten Einsatz der Menschen in den Pflege- und Heilberufen. Dafür noch einmal: Hut ab! Dazu kamen Schutzmaßnahmen, um die Verbreitung des Virus einzudämmen.

Ist das Statement nicht eine Verschwörungstheorie von gestern? Ich meine buchstäblich gestern, Sonntag den 24.10.2021 meine ich das als Verschwörungstheorie hier gelesen zu haben. Bla bla bla, Untersterblichkeit ja, aber nur weil wir ja so viel getan haben, bla bla bla.

Erster richtig dicker Aussetzer:

Im Einzelfall kann man natürlich darüber streiten, welche Maßnahmen wirklich nötig waren. Die Bundesländer haben mitunter verschiedene Wege gewählt. So sieht es das föderale System vor. Zudem haben Gerichte korrigierend eingegriffen, wenn Verbote zu weit gefasst oder nicht gut genug begründet waren.

Der Bundestag hat sich selbst entmachtet, die schlimmsten Regelungen wurden gar nicht von den Gerichten einkassiert, Hausdurchsuchung bei einem Richter, 2G auf Lebensmittelhandel als Option wegen Gerichtsurteil ausgeweitet, und letztens gab es ein Urteil, das viel Aufsehen erregt hat, nur über ein Jahr in der Mache war, keine klare Kante gezeigt hat, und weiterhin nicht abgeschlossen ist, weil die Regierung in Berufung oder Revision geht.

Kurz: Die Demokratie und das Justizsystem in Deutschland haben auf ganzer Linie genauso sehr versagt wie unsere Politiker im Umgang mit Corona.

Nun wurde beispielsweise in den Tagesthemen vom 22.10. mit dem Musiker Clueso darüber gesprochen, ob bei Kulturveranstaltungen 3G- oder die strengeren 2G-Regeln gelten sollten. Reicht es, ein negatives Testergebnis vorzuweisen?

Es gibt nur eine sinnvolle Regelung im Muster xG: 1G. Genesen oder geimpft ist ein toller Bonus, den wir da gerne mitnehmen können. Hier bekommt Herr Schleim fast die Kurve: "Man könnte also argumentieren, dass ein Testergebnis sogar ein besserer (weil aktuellerer) Unbedenklichkeitsnachweis ist als der Impfstatus". Aber eben nur fast, 1. Konjunktiv anstelle von Tatsachenfeststellung, und 2. direkt danach:

Insofern kann man es nicht ganz von der Hand weisen, wenn jemand 2G-Regeln als indirekten Impfzwang wahrnimmt

Wir sind schon lange an Impfpflicht/Impfzwang durch die Hintertür vorbei. 2G und die Sache mit der Lohnfortzahlung haben beide, jeweils für sich, die Grenze ganz eindeutig überschritten.

Allerdings geht Freiheit auch mit Verantwortung einher: Deshalb könnte man den Vorschlag diskutieren, Erwachsene, die sich nicht impfen lassen wollen, im Falle einer schweren Covid-Erkrankung an den Behandlungskosten zu beteiligen.

Nope. Dazu schreibe ich nichts. Dazu gibt es genug Beiträge im Forum zu denen ich nichts anderes beizutragen hätte als meine Meinung. Und das wäre ein Problem, dann würde ich nicht nur für ein paar Tage oder eine Woche gesperrt werden sondern dauerhaft.

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