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  • Mathematiker

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Telepolis-Neusprech: US-Dissident

Also war damals im Ostblock ein Dissident war, der hatte dort kein schönes Leben mehr.
Soziale Ausgrenzung, Bespitzelung, Berufsverbot, gerne auch Gulag oder Ermordung.
Und das alle nur, weil diese Leute es gewagt hatten, eine eigene Meinung zu haben und diese auch noch zu äußern. Die Familie diese Dissidenten wurde selbstverständlich auch angegangen. Selbstverständlich wurden auch die Kinder diskriminiert und hatten keine Chance z.B. ein Studium beginnen zu können.

Der "US-Dissident" Noam Chomsky hat nicht nur mittlerweile 91 Jahre auf dem Buckel, sondern lehrte am MIT und emeritierte dort auch regulär. Also eine ganz normale Universitätskarriere an eine der renomiertesten Universitäten der Welt.
Eines seiner Kinder ist selber Hochschullehrerin.

Was hat das Leben des "US-Dissidenten" mit einem Leben eines richtigen Dissidenten zu tun? Nichts. Sind wir nicht alle irgendwie "US-Dissidenten" oder "D-Dissidenten"?

Der Begriff ist eine üble Entkernung von dessen eigentlichen Bedeutung.
So wie man durch die Teilnahme und irgendwelchem Geblöcke auf einer Demo nicht zu einer Sophie Scholl wird, wird man im Westen durch die freie Meinungsäußerung nicht zu einem Dissidenten.
Das ist ein Tritt ins Gesicht aller Leute, die da wirklich etwas riskieren und sollte unterbleiben.

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  • Avatar von Erdbeertörtchen
    • Erdbeertörtchen

    mehr als 1000 Beiträge seit 11.11.2019

    Antwort auf Telepolis-Neusprech: US-Dissident von Mathematiker.

    Mathematiker schrieb am 08.06.2022 11:25:

    Also war damals im Ostblock ein Dissident war, der hatte dort kein schönes Leben mehr.
    Soziale Ausgrenzung, Bespitzelung, Berufsverbot, gerne auch Gulag oder Ermordung.
    Und das alle nur, weil diese Leute es gewagt hatten, eine eigene Meinung zu haben und diese auch noch zu äußern. Die Familie diese Dissidenten wurde selbstverständlich auch angegangen. Selbstverständlich wurden auch die Kinder diskriminiert und hatten keine Chance z.B. ein Studium beginnen zu können.

    Der "US-Dissident" Noam Chomsky hat nicht nur mittlerweile 91 Jahre auf dem Buckel, sondern lehrte am MIT und emeritierte dort auch regulär. Also eine ganz normale Universitätskarriere an eine der renomiertesten Universitäten der Welt.
    Eines seiner Kinder ist selber Hochschullehrerin.

    Was hat das Leben des "US-Dissidenten" mit einem Leben eines richtigen Dissidenten zu tun? Nichts. Sind wir nicht alle irgendwie "US-Dissidenten" oder "D-Dissidenten"?

    Der Begriff ist eine üble Entkernung von dessen eigentlichen Bedeutung.
    So wie man durch die Teilnahme und irgendwelchem Geblöcke auf einer Demo nicht zu einer Sophie Scholl wird, wird man im Westen durch die freie Meinungsäußerung nicht zu einem Dissidenten.
    Das ist ein Tritt ins Gesicht aller Leute, die da wirklich etwas riskieren und sollte unterbleiben.

    Dissident bedeutet: https://www.duden.de/rechtschreibung/Dissident

    In Deutschland ist das Wort in der primär Tat durch geflüchtete russische Dissidenten populär geworden. Die Bedeutung des Wortes ist allerdings eine andere, deutlich umfassendere.

    Interessant ist etwas anderes: In westlichen Demokratien kann man Dissident sein, ohne mit staatlich organisiertem Frühableben oder Haft bedroht zu werden. Das ist ein Merkmal westlicher Demokratien.

    In Russland gab es das bis zu den 90ern nicht, dann einen kurze Zeit, und mit Putin nun wieder nicht mehr. In China gab es das seit Mao nicht mehr, in Nordkorea, tja... Aus diesen Staaten muss man flüchten, wenn man Dissident ist.

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  • Avatar von bretzelkatze
    • bretzelkatze

    mehr als 1000 Beiträge seit 07.05.2003

    Antwort auf Re: Telepolis-Neusprech: US-Dissident von Erdbeertörtchen.

    Erdbeertörtchen schrieb am 08.06.2022 12:42:

    Interessant ist etwas anderes: In westlichen Demokratien kann man Dissident sein, ohne mit staatlich organisiertem Frühableben oder Haft bedroht zu werden. Das ist ein Merkmal westlicher Demokratien.

    Ja, wenn man Glück hat.
    Assange hat das nicht.

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  • Avatar von Li-Jo
    • Li-Jo

    mehr als 1000 Beiträge seit 21.03.2019

    Antwort auf Telepolis-Neusprech: US-Dissident von Mathematiker.

    Mathematiker schrieb am 08.06.2022 11:25:

    Also war damals im Ostblock ein Dissident war, der hatte dort kein schönes Leben mehr.
    Soziale Ausgrenzung, Bespitzelung, Berufsverbot, gerne auch Gulag oder Ermordung.
    Und das alle nur, weil diese Leute es gewagt hatten, eine eigene Meinung zu haben und diese auch noch zu äußern. Die Familie diese Dissidenten wurde selbstverständlich auch angegangen. Selbstverständlich wurden auch die Kinder diskriminiert und hatten keine Chance z.B. ein Studium beginnen zu können.

    Der "US-Dissident" Noam Chomsky hat nicht nur mittlerweile 91 Jahre auf dem Buckel, sondern lehrte am MIT und emeritierte dort auch regulär. Also eine ganz normale Universitätskarriere an eine der renomiertesten Universitäten der Welt.
    Eines seiner Kinder ist selber Hochschullehrerin.

    Was hat das Leben des "US-Dissidenten" mit einem Leben eines richtigen Dissidenten zu tun? Nichts. Sind wir nicht alle irgendwie "US-Dissidenten" oder "D-Dissidenten"?

    Der Begriff ist eine üble Entkernung von dessen eigentlichen Bedeutung.
    So wie man durch die Teilnahme und irgendwelchem Geblöcke auf einer Demo nicht zu einer Sophie Scholl wird, wird man im Westen durch die freie Meinungsäußerung nicht zu einem Dissidenten.
    Das ist ein Tritt ins Gesicht aller Leute, die da wirklich etwas riskieren und sollte unterbleiben.

    So oft, wie meine Forenbeiträge zensiert werden, würde ich mich auch als Dissident bezeichnen. Wenn mein Name bekannt wäre, dann könnte ich auch mit Repressalien rechnen über meinen Arbeitgeber und wenn die Kinder in der Schule was erzählten, dann könnten sie auch Nachteile haben.

    Die Bezeichnung passt schon. Es ist das gleiche Prinzip, die gleiche Motivation. Der Unterschied ist nur derzeit noch die Intensität der Verfolgung.

    Beim Beispiel Chomsky ist es noch auf der Stufe der medialen Ignoranz.

    Dass die USA auch anders können, hat die McCarthy Ära gezeigt.

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  • Avatar von Orca30
    • Orca30

    mehr als 1000 Beiträge seit 18.11.2004

    Antwort auf Re: Telepolis-Neusprech: US-Dissident von Li-Jo.

    Li-Jo schrieb am 08.06.2022 13:30:

    So oft, wie meine Forenbeiträge zensiert werden, würde ich mich auch als Dissident bezeichnen

    Das ist noch viel zu wenig. Sophie Scholls Schicksal war gegenüber dem, was sie ertragen müssen, quasi ein Dauerurlaub. Helden wie sie findet man heutzutage nur noch sehr selten.

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  • Avatar von Erdbeertörtchen
    • Erdbeertörtchen

    mehr als 1000 Beiträge seit 11.11.2019

    Antwort auf Re: Telepolis-Neusprech: US-Dissident von bretzelkatze.

    bretzelkatze schrieb am 08.06.2022 13:16:

    Erdbeertörtchen schrieb am 08.06.2022 12:42:

    Interessant ist etwas anderes: In westlichen Demokratien kann man Dissident sein, ohne mit staatlich organisiertem Frühableben oder Haft bedroht zu werden. Das ist ein Merkmal westlicher Demokratien.

    Ja, wenn man Glück hat.
    Assange hat das nicht.

    Da ist natürlich was dran, allerdings hatte Assange nie eine Gerichtsverhandlung in den USA. Insofern ist es sehr schwierig, Schlüsse zu ziehen.

    In Russland/China usw. weiß man dagegen von vornherein, wie „Gerichtsverhandlungen“ in diesen Dingen ausgehen. In der Regel kommt es dort dazu gar nicht, man verschwindet einfach.

    Ist für mich persönlich ein enormer Unterschied.

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  • Avatar von Erdbeertörtchen
    • Erdbeertörtchen

    mehr als 1000 Beiträge seit 11.11.2019

    Antwort auf Re: Telepolis-Neusprech: US-Dissident von Li-Jo.

    Li-Jo schrieb am 08.06.2022 13:30:

    Mathematiker schrieb am 08.06.2022 11:25:

    Also war damals im Ostblock ein Dissident war, der hatte dort kein schönes Leben mehr.
    Soziale Ausgrenzung, Bespitzelung, Berufsverbot, gerne auch Gulag oder Ermordung.
    Und das alle nur, weil diese Leute es gewagt hatten, eine eigene Meinung zu haben und diese auch noch zu äußern. Die Familie diese Dissidenten wurde selbstverständlich auch angegangen. Selbstverständlich wurden auch die Kinder diskriminiert und hatten keine Chance z.B. ein Studium beginnen zu können.

    Der "US-Dissident" Noam Chomsky hat nicht nur mittlerweile 91 Jahre auf dem Buckel, sondern lehrte am MIT und emeritierte dort auch regulär. Also eine ganz normale Universitätskarriere an eine der renomiertesten Universitäten der Welt.
    Eines seiner Kinder ist selber Hochschullehrerin.

    Was hat das Leben des "US-Dissidenten" mit einem Leben eines richtigen Dissidenten zu tun? Nichts. Sind wir nicht alle irgendwie "US-Dissidenten" oder "D-Dissidenten"?

    Der Begriff ist eine üble Entkernung von dessen eigentlichen Bedeutung.
    So wie man durch die Teilnahme und irgendwelchem Geblöcke auf einer Demo nicht zu einer Sophie Scholl wird, wird man im Westen durch die freie Meinungsäußerung nicht zu einem Dissidenten.
    Das ist ein Tritt ins Gesicht aller Leute, die da wirklich etwas riskieren und sollte unterbleiben.

    So oft, wie meine Forenbeiträge zensiert werden, würde ich mich auch als Dissident bezeichnen. Wenn mein Name bekannt wäre, dann könnte ich auch mit Repressalien rechnen über meinen Arbeitgeber und wenn die Kinder in der Schule was erzählten, dann könnten sie auch Nachteile haben.

    Die Bezeichnung passt schon. Es ist das gleiche Prinzip, die gleiche Motivation. Der Unterschied ist nur derzeit noch die Intensität der Verfolgung.

    Beim Beispiel Chomsky ist es noch auf der Stufe der medialen Ignoranz.

    Dass die USA auch anders können, hat die McCarthy Ära gezeigt.

    Die Sperrung von Forenbeiträgen in einem privatwirtschaftlichen Forum ist für Sie Maßstab? Wofür?

    Sie können jederzeit Ihre eigene Internetseite hochziehen. So lange Sie mit den Veröffentlichungen dort nicht gegen das GG verstossen, nicht rassistisch, menschenfeindlich sind, ist alles in Butter. Die Lektüre des GG ist enorm fruchtbar, stets äußerst empfehlenswert.

    In Russland/China/Nordkorea usw. haben Sie keine dieser Freiheiten.

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  • Avatar von KatiH
    • KatiH

    mehr als 1000 Beiträge seit 13.07.2000

    Antwort auf Re: Telepolis-Neusprech: US-Dissident von bretzelkatze.

    bretzelkatze schrieb am 08.06.2022 13:16:

    Erdbeertörtchen schrieb am 08.06.2022 12:42:

    Interessant ist etwas anderes: In westlichen Demokratien kann man Dissident sein, ohne mit staatlich organisiertem Frühableben oder Haft bedroht zu werden. Das ist ein Merkmal westlicher Demokratien.

    Ja, wenn man Glück hat.
    Assange hat das nicht.

    Assange hat genug auf dem Kerbholz, um einen Prozess zu rechtfertigen. Dass er bis dahin nicht auf Kaution frei kommt, liegt an seinem Verhalten in der Vergangenheit. Und da er all seine lautstarken Klagen über Haftbedingungen, Folter, etc nicht vor Gericht bringt, kann man die getrost als Märchen abtun.

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  • Avatar von FIAE-Flix
    • FIAE-Flix

    mehr als 1000 Beiträge seit 20.02.2004

    Was ist dann "derzeit noch" in autokratischen Regimes?

    Antwort auf Re: Telepolis-Neusprech: US-Dissident von Li-Jo.

    Li-Jo schrieb am 08.06.2022 13:30:

    Die Bezeichnung passt schon. Es ist das gleiche Prinzip, die gleiche Motivation. Der Unterschied ist nur derzeit noch die Intensität der Verfolgung.

    So wie "derzeit noch" nicht alle beispielsweise russischen oder chinesischen Dissidenten gleich massenhaft exekutiert werden?

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  • Avatar von Erdbeertörtchen
    • Erdbeertörtchen

    mehr als 1000 Beiträge seit 11.11.2019

    Antwort auf Was ist dann "derzeit noch" in autokratischen Regimes? von FIAE-Flix.

    FIAE-Flix schrieb am 09.06.2022 01:49:

    Li-Jo schrieb am 08.06.2022 13:30:

    Die Bezeichnung passt schon. Es ist das gleiche Prinzip, die gleiche Motivation. Der Unterschied ist nur derzeit noch die Intensität der Verfolgung.

    So wie "derzeit noch" nicht alle beispielsweise russischen oder chinesischen Dissidenten gleich massenhaft exekutiert werden?

    Niemand weiß, ob diese Menschen nicht doch exekutiert werden.

    In China, Nordkorea weiß das niemand, Russland geht aktuell eher Richtung Frühableben durch spezielle Unterbringung und Arbeit.

    Menschen verschwinden dort, einfach so. Lediglich große und bekannte oppositionelle Persönlichkeiten werden in Putin-Russland überhaupt zum Thema. Der Rest verschwindet.

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