Kerntot schrieb am 16.03.2024 19:43:
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Egal welches Standard-Smartphone man nutzt, muss man davon ausgehen, dass alles was man in dem Gerät hat und damit tut, immer bei Geheimdiensten landet. Das muss man einfach wissen. Ob ein wenig China oder rein USA einem besser gefällt, kann man beim Kauf entscheiden. Wenn man auf seinem Smartphone noch ein wenig für sich bleiben möchte , dann kann man nur Opensource Systeme verwenden und sich von großen Konzernen dieser Welt fern halten. Leider ist dann auch die weitreichende Funktionalität des Gerätes etwas eingeschränkt.
...sehe ich das überwiegend auch so. Abgesehen davon, daß, außer man nutzt eines dieser Fairphones, man kaum um das "bricken" der kleinen Taschenpetze herumkommt, wenn man ein offenes Betriebssystem installieren will. Und Updates seitens der Herstellers kann man sich dann auch abschminken.
Das ist aber auch nicht der ganze Punkt. Absaugbare (Bewegungs-)Daten fallen an, wenn man sich - außer im Flight mode - umherbewegt und ob die kleine Taschenpetze grade auf einen IMSI-catcher hereinfällt, sagt sie einem natürlich auch nicht. Wegen der Identifizierungspflicht bei SIM-Karten-Erwerb (ohne die geht's auch nicht mehr) weiß der Datensauger meist auch, wem er diese eine Datenspur anhängen kann, solange sich keine großangelegten Ringtauschbörsen etablieren (die dann vermutlich sehr schnell die Mißbilligung diverser Ämtler auf sich zögen). Es gibt zwar eine Pflicht (zumindest in Deutschland), die beschnüffelten Anschlußinhaber nach Abschluß der Ermittlungen zu unterrichten, aber die Staatsanwaltschaften und Polizeien sch... drauf, weil a) nicht überprüfbar und b) nicht sanktionsbewehrt.
Wer sich sogar irgendwie davor drücken könnte, dürfte von diesem mobilen Endgerät nicht viel haben, denn dann darf er genaugenommen das Ding auch nicht über einen der Mobilfunkt-Gateways ins Internet nutzen, wo er die nächste dicke breite und lange Datenspur hineinwalzen würde. Nicht nur, weil seine kleine Taschenpetze wegen ihrer, sagen wir mal, exquisiten Konfiguration auf jeder Webseite Eindruck schindet und Google Analytics erfreut.
Klar, mit VPN und privatem DNS kann man diese Pest ein wenig aussperren, aber ich werde auch schon den Argwohn nicht los, daß Dein Freundlicher Geheimdienst ein paar der Server sponsert.
Also kein Fortschritt gegen Überwachung seit den Zeiten, in denen Telefone belauschen ganz einfach war.
Achso, einen noch: Raub ohne Gewalt oder Drohung mit selbiger ist keiner. Sondern meist Diebstahl. Brave new world.