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Avatar von Black-Jack

328 Beiträge seit 11.04.2008

Nur organisat. verantwortungslos, oder exekutive Unfähigkeit schon erreicht

Das Beispiel der offensichtlich „unberücksichtigten“ Grundsatzfrage bzw. unterlassenen Beauftragung hinsichtlich des Funkgeräteeinbaus zeigt doch exemplarisch, wie inzwischen in weiten Bereichen der öffentlichen Verwaltung bzw. Exekutive selbst einfachste Organisationszuständigkeiten verlottert und versumpft sind.

Man muss überhaupt über keinerlei Sachkenntnis verfügen, um eine Klärung (Beauftragung) herbeizuführen, das neu beschaffte Funkgeräte „irgendwie“ dauerhaft mechanisch stabil und elektrisch brauchbar in diverse Fahrzeuge eingebaut werden müssen. Das ist technologisch auch keine Rocket-Science, sondern in etwa vergleichbar mit der Neuverkabelung und mechanischem Einbau z.B. einer Anhängerkupplung oder Standheitzung in ein ausgefallen Auto bzw. Oldtimer.

Wer beim voliegenden Beschaffungsversagen von technisch komplexen „Zusammenhängen“ faselt, will durch ein kreativ-argumentatives Bla-Bla nur von anderen selbst zu verantwortenden Fehlentscheidungen, immer noch nicht aufgearbeiteten Organisationsdefiziten oder sogar von eigener Untätigkeiten (bzw. fachlichen Unfähigkeit) ablenken!

Die entscheidende Frage ist hier weiterhin, wer organisatorisch (hier in der BW-Beschaffungshierarchie) für die „Einbaubeauftragung“ unmittelbar konkret zuständig ist, wer diese Zuständigkeitsebene angemessen „beaufsichtigt“ (kontrolliert), und welche weitere Ebene darüber ggf. den Blick für das große Ganze möglicherweise „verloren“ hat. Oder wird überwiegend nur nach Anwesenheit bezahlt?

Es scheint ja so zu sein, dass diverse Stellenplaninhaber für ihre offensichtlich nur plakativ wahrgenommene Verantwortung zwar entsprechenden Gehaltsstufen erhalten; sich aber sonst weitestgehend aus dem detaillierten Tagesgeschäft heraushalten (können). Das Verteidigungsministerium an der Spitze könnte, wenn es wirklich wollte, ganz schnell feststellen, welche Person oder Gruppe bei unabweisbar vorliegender Beschaffungsnotwendigkeit (Digitale Funkgeräte - MoTeKa, L-BBO; seit 2016 auf der Agenda!) rechtzeitig daran erinnert, einen diesbezüglichen Beschaffungsvorgang angemahnt, oder ggf. auch wiederholt „spürbar“ eingefordert hat. Und wer in den unendlichen Hausfluren der Beschaffungstrutzburg der Auffassung war, das braucht alles noch seine Zeit (und warum denn genau, und wer macht denn tatsächlich überhaupt irgendwas Konkretes damit es weiter geht).

https://www.zeit.de/politik/deutschland/2016-11/bundeswehr-funkgeraete-motako?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.de%2F

Letztes Jahr wurde endlich (!) aufgrund einer nunmehr unaufschiebbaren Dringlichkeit (und wegen NATO-Zusagen der BW) „zeitnah“ zwar eine (vorschnelle?) Gerätebeschaffung veranlasst, welche aber im Sinne einer gefechtsbereiten Funktionsbereitstellung (ready for operation) offensichtlich an entscheidenden Stellen (siehe oben) „nicht“ ansatzweise vollständig war. Wo waren denn in den letzten Monaten andere miteinzubeziehende Fachabteilungen aus koblenz? Wollten diese vielleicht offiziell (von wem genau) um Mitarbeit „ersucht“ werden; oder was veranlasste mindestens ein Fachreferat trotz Presserummel (!) am Jahesende im unmittelbar hausinternen Beschaffungsumfeld untätig zu bleiben, wo doch sonnenklar war (siehe oben) dass es ohne Einbauausschreibung und Kurzfristvergabe eine reine Gerätebeschaffung völlig unzureichend war?
Oder wurde erst Ende Dezember mit den Erhebungen zu speziellen Einbaubedingungen „begonnen“, was naturgemäß (??) danach Monate und Jahre dauern würde?

Jeder normale Arbeitnehmer (erst recht Führungskraft) müsste um seinen Job fürchten, wenn ein vergleichbare Handlungslücken objektiv mit spezifischen Mitarbeitern in Verbindung (Protokolle, eMail-Verkehr, Gesprächsnotizen, u.ä.) gebracht werden könnte. Existieren diesbezüglich Handlungsdokumentationen überhaupt, ist eine solche Aktenlage überhaupt von jemanden in der Führungs- oder Beschaffungsprojektverantwortung von Interesse; oder werden Verlaufsdokumentationen direkt entsorgt bzw. unauffindbar archiviert?

Wenn auch hier wieder einmal nach Beschaffungsdefiziten keine objektiv verantwortlichen Handlungsbeteiligten identifiziert werden, wird es eher unwahrscheinlich, das strukturelle Fehler wirklich nachhaltig ausgemerzt werden und ein gewisser Lerneffekt hängen bleibt.

Wenn demgeenüber allerdings des lieben (Haus-) Friedenswillen die Low-Performer, Aussitzer oder Vertuscher wie oft auf andere, zum Teil höherwertige Planstellen (mit noch mehr Pensionsansprüchen) weggelobt werden, darf sich keiner wirklich wundern das jeglicher Leistungswille und Verantwortungsbereitschafft (mit nachhaltiger Wirkung auf die fachbezogene Sachbearbeitung) regelrecht zerstört wird. Der persönliche Aufstieg klappt auch so; d.h. nur nicht Auffallen.

Es wäre an der Zeit gegen einzelne, objektiv identifizierbare Personen mindestens ein Disziplinarverfahren auf dem Weg zu bringen. Und bei nachweisbaren Versäumnissen eine Degradierung (Reduktion des Gehaltes) vorzunehmen. Zumal die Spitze des Verteidigungsministeriums sich sonst wohl kaum bei anderen Optimierungsfragen gegenüber dem Verwaltungsapparat durchsetzen könnte, wenn schon ein solches eklatantes Organisationsversagen ohne umfangreiche personelle Konsequenzen bleibt.

Es handelt sich hier klar um eine aktive (in Kauf genommen) Gefährdung (u.a. desolate Gefechtsgeldkommunikationsrundlagen) der äußeren Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland in Verbindung mit mindestens finanzieller Veruntreuung (vermeidbare Zusatzkosten durch viel späteren, und ggf. separat zu beauftragten Funkgeräteeinbau in 75.ooo Fällen - Millionensumme!) zum Nachteil des Staates.

Der Zustand der öffentlichen Bürokratie (Effizienz, Führungsverantwortung, Transparenz, etc.) ist für Steuerzahler (mit wachsendem Kündigungsrisiko wegen verschärften Produktionswettbewerbs oder explodierendem Kostendruck) generell nicht mehr zum Lachen. Mehr Planstellen, weniger Effizienz; und Schuld sind immer nur andere.

Es ist leider zu Befürchten das irgendwelche Verbandsfuzzis für solche und ähnliche Exekutivdesaster stets vollmundige Erklärungen haben. Daraufhin können sich ja die staatlichen Verantwortungsträger mal wieder ungehindert wieder hinlegen, und durch eigenen Tatenlosigkeit oder das vernebelnde Erzählen von (Veränderungs-) Märchen gegenüber der Presse diesen Staat gegen die Wand fahren lassen.
LEIDER

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