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545 Beiträge seit 15.09.2023

Back to the year 1993

mein junges ich vergaß zu verweigern (okay, das ist geklaut vom grandiosen Sven Regener und Herrn Lehmann), jedenfalls war ich bei der Bundeswehr. Diese war gerade im Umbau vom Kalten Krieg in irgenwas, was nicht klar war. Die NVA wurde absorbiert, unser Hauptmann war ein ehemaliger NVA-Major oder so, unser Gruppenführer wurde aus der NVA entlassen (Leutnant oder so) und musste von ganz unten noch mal anfangen (krass in 3 Punkten: manche mögen es echt in der Armee, dass man so mit Menschen machte, und 3. er war unglaublich kompetent und guter Gruppenführer, wirklich gut).... ich könnte noch mehr erzählen. Aber worum geht es

* ich war in der Panzerartillerie und Panzerkombis für größere Menschen als mich gab es keine passende
* beim Übungsschießen hatten wir manchmal 5 Schuß pro Tag (!), aber immerhin konnten wir super schnell unsere Position wechseln (wie man sieht, wichtig).
* wir hatten keine Schuhcreme, und dabei sind saubere Stiefel extrem wichtig gewesen
* usw. usf.

Immerhin waren wir in Kanada beim Übungsschießen. Lustige Anekdoten, aber irgendwie bezeichnend

wer jetzt also sagt, das Desaster ist Schuld der Ampel oder Pistorius (der hat das nicht mal zu verantworten, das war die Ministerin davor) hat nur zum Teil Recht. Meiner Meinung nach sagt die Ampel zu oft ja und hört zu sehr auf Geschrei. Nun ja, im Gegensatz zu GK und CDU/FDP macht sie wenigstens ein bisschen was.

Ich denke, die Bundeswehr, jedenfalls die Beschaffung, muss komplett saniert werden und das geht nicht in 1-2 Monaten oder Jahren. Was seit mindestens 3 Jahrzehnten nicht richtig gepflegt wurde, kann man nicht so leicht wieder zum laufen kriegen. Eigentlich sagen das viele Experten (hab jedenfalls einige Artikel dazu gehört ode gelesen), Sondervermögen, 2% usw. das alles verpufft, wenn man das nicht in Griff bekommt. Ich hoffe, daran wird gearbeitet.

PS: da fällt mir gerade auf, das ist ja 30 Jahre her... arrgggh, ich bin alt.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (02.10.2023 08:35).

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  • Avatar von oldman123
    • oldman123

    mehr als 1000 Beiträge seit 25.11.2003

    Am Geld kann es doch nicht liegen.

    Antwort auf Back to the year 1993 von .

    ... Sondervermögen, 2% usw. das alles verpufft, wenn man das nicht in Griff bekommt. Ich hoffe, daran wird gearbeitet."

    Zwischen 1995 und 2005 lag der Verteidigungshaushalt bei ~24 Mrd. Euro.
    Dann wuchs der Verteidigungshaushalt bis 2023 auf 50 Mrd. Euro an.

    https://esut.de/wp-content/uploads/2019/05/Der-Verteidigungshaushalt-von-1955-bis-2021-zeigt-dass-seit-der-Wiedervereinigung-der-Anteil-am-Bundeshaushalt-nur-noch-rund-zehn-Prozent-betr%C3%A4gt..jpg

    In dieser Darstellung kann man sehen, für was die Bundeswehr grob ihr Geld ausgegeben hat:

    https://www.bundeshaushalt.de/DE/Bundeshaushalt-digital/bundeshaushalt-digital.html

    Bundeshaushalt
    Links auf der Seite das Jahr anklicken.
    Unter dem Kreisdiagramm den Posten "Bundesministerium der Verteidigung" anklicken
    Klickt man auf "Alle Bereiche", kann man noch mal filtern was für was ausgegeben wurde. Zum Beispiel "Militärische Beschaffungen".

    Der größte Posten 2023 mit 16.782.029 / 33,49% ist der Bereich
    Kommandobehörden und Truppen, Sozialversicherungsbeiträge, Fürsorgemaßnahmen und Versorgung für Soldatinnen und Soldaten

    Gefolgt von
    Militärische Beschaffungen 7.761.622 / 15,49%

    Klickt man darauf, kann man noch etwas tiefer graben.

    In den nächsten Jahren soll der Topf noch mal um 100 Mrd. Euro aufgestockt werden. Für was dieser Posten das Geld in welchem Umfang ausgegeben werden soll, wird man wohl nicht so schnell öffentlich machen.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (02.10.2023 08:59).

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    mehr als 1000 Beiträge seit 15.02.2021

    Antwort auf Back to the year 1993 von .

    Du bist nicht alt, Du bist lebenserfahren. Alt werden ist eher das Schwinden der Bereitschaft für neue Erfahrungen.

    Ich war übrigens zehn Jahre früher da. Schon damals war Beschaffung ein Problem.

    Ich war noch in einer der Einheiten, die sie mit der Wiedervereinigung auflösen konnten. Daher kannte ich auch die Vorgänger der jetzt beschafften Geräte. Ich war damals einer der wenigen, die wussten, an welcher Seite ein Lötkolben heiß wird.

    Bezüglich der Kombis, gab es denn Menschen, die größer waren als Du? Damals gab es doch so eine Größenbeschränkung für Panzerpersonal.

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    545 Beiträge seit 15.09.2023

    Antwort auf Re: Back to the year 1993 von .

    Panzerartillerie... in der Haubitze M109 war nach meiner Einschätzung mehr Platz. Oh Gott, und jetzt muss man die Dinger in einem echten Krieg sehen... ich finde das schlimm.

    Ich bin 1m 80 und ich denke, so ab 190cm + wurde es dann eng für die Leute mit der Kombi. Das ist lange her, kann daher etwas verklärt und falsch sein. Kann natürlich sein, dass die Panzerkombi, wie der Name sagt, eher für Panzerbesatzungen geplant war.

    Aber letztlich geht es darum, wie überall, die Verwaltung effzient und effektiv hinzukriegen, ansonsten verpufft das ganze Geld und könnte bspw. für andere Dinge besser verwendet werden. Es ist leicht 100 Mrd zu versprechen, sie auch wirklich zu nutzen ist die Aufgabe.

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  • Avatar von Herbert Muellert
    • Herbert Muellert

    20 Beiträge seit 26.09.2023

    Antwort auf Am Geld kann es doch nicht liegen. von oldman123.

    Westliche, speziell EU- Armeen wie die Bundeswehr sind in erster linie Investition s- und Spekulationsobjekt der Industrie im Verbund mit der Regierung.
    Es geht nicht darum, Waffen für kriege zu entwickeln, sondern man entwickelt der Entwicklung wegen, möglichst teuer udn aufwändig, unabhängig vom späteren tatsächlcihen Nutzen für die Armee. Der Nutzen ist die Profitmaximierung auf Kosten der steuerzahlenden Bevölkerung. Letztlich ist Rüstung im sogenannten Westen nur ein weiteres Umverteilungsprogramm....

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    545 Beiträge seit 15.09.2023

    Antwort auf Re: Am Geld kann es doch nicht liegen. von Herbert Muellert.

    wieso nur Westen? Du meinst in der russischen Armee wäre es anders oder in der chinesischen?
    Von den chinesischen Rüstungsprojekten wissen wir doch nichts, aber es wird nicht anders sein.

    Sorry, einen militärisch-industriellen Komplex gibt es überall und die Korruption auf Kosten der Steuerzahler ist nicht im "Westen" am Größten.

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