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  • weshalb

mehr als 1000 Beiträge seit 24.07.2018

Hoppla

Was mich schon an der Bezeichnung 'Bündnis Sahra Wagenknecht' mächtig stört, ist die Fixierung auf diese eine Führungsfigur, die ich mich seltsam berührt und an totalitäre Autokratien und die damit verbundene Alleinstellung eines heiligen Anführers erinnert und das, obwohl ich viele der Ansichten Frau Wagenknechts, soweit mir bekannt, durchaus teilen konnte. Das wäre ganz und gar keine Partei eines neuen Typus, sondern eine Partei von Orgelpfeifen und das kennen wir schon :) Was mich nervt, ist diese implizitite Machtkonzentration, noch bevor überhaupt eine Parteigründung vollzogen wurde und damit bin ich sicher nicht allein.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (30.10.2023 23:09).

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    • tin_duck

    mehr als 1000 Beiträge seit 31.12.2001

    Antwort auf Hoppla von weshalb.

    Kann man so sehen.

    Kann aber auch sein, dass durch diese Machtkonzentration eine klare Linie herrscht und nicht jeder Scheiss zu Tode diskutiert wird.

    Man wird sehen, wie das Konstrukt beim Wähler ankommt.

    Meine private Theorie ist, dass man nach einer gewissen Zeit Demokratie eine Legislaturperiode Diktatur braucht, um mal aufzuräumen im Befindlichkeitsdschungel. Aber nur im Sinne von Gesetzgebung und Leitplanken für die Wirtschaft, bitte keine Progrome etc. :-)

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (31.10.2023 11:43).

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    mehr als 1000 Beiträge seit 06.05.2005

    Antwort auf Hoppla von weshalb.

    weshalb schrieb am 30.10.2023 23:08:

    Was mich schon an der Bezeichnung 'Bündnis Sahra Wagenknecht' mächtig stört, ist die Fixierung auf diese eine Führungsfigur, die ich mich seltsam berührt und an totalitäre Autokratien und die damit verbundene Alleinstellung eines heiligen Anführers erinnert und das, obwohl ich viele der Ansichten Frau Wagenknechts, soweit mir bekannt, durchaus teilen konnte. Das wäre ganz und gar keine Partei eines neuen Typus, sondern eine Partei von Orgelpfeifen und das kennen wir schon :) Was mich nervt, ist diese implizitite Machtkonzentration, noch bevor überhaupt eine Parteigründung vollzogen wurde und damit bin ich sicher nicht allein.

    Ich möchte dazu raten, diesbezüglich nicht vorschnell zu urteilen. Denn die Bezeichnung des jetzigen Vereins lässt imho keinerlei Schluss auf die Machtverteilung in der noch aus der Taufe zu hebenden Partei zu.

    Wie die sich tatsächlich darstellt werden wir dann Anfang kommenden Jahres sehen.

    Allerdings haben sowohl Machtverteilung aus auch Machtkonzentration ihr Für und Wieder. Und beides hat die Linkspartei in den vergangenen Jahren überaus anschaulich demonstriert. Denn auch diese Partei war einmal im Wesentlichen auf eine Person ausgerichtet, und das war Lafo. Und ich erinnere daran, dass sie damit gar nicht mal so schlecht gefahren sind - bevor Lafo abtrat war die Linke im Bund auf dem Weg in Richtung 20%-Partei.

    Als er dann abtrat hatte die Partei nichts besseres zu tun, als sich in internen Grabenkämpfen zu verzetteln. Und niemand war und ist in der Lage, diese Situation einzufangen. Das Ergebnis davon sehen wir heute - die Linkspartei ist auf direktem Kurs in Richtung Bedeutungslosigkeit.

    Aus dieser Historie lassen sich mMn. unterschiedlich(st)e Lehren ziehen. Das wird sicherlich auch Frau Wagenknecht, die das alles ja unmittelbar miterlebt hat, tun, denn eins ist sie sicherlich nicht: dumm. Die für mich interessante Frage lautet dem entsprechend also, welche Lehren das sind / sein werden, und wie sich diese in der neuen Partei manifestieren werden.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (31.10.2023 15:48).

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    Antwort auf Re: Hoppla von tin_duck.

    tin_duck schrieb am 31.10.2023 11:41:

    Kann man so sehen.

    Kann aber auch sein, dass durch diese Machtkonzentration eine klare Linie herrscht und nicht jeder Scheiss zu Tode diskutiert wird.

    Wir hatten das schon: Schröders Basta!-Politik.
    War auch nicht gut.

    Man wird sehen, wie das Konstrukt beim Wähler ankommt.

    Wohl wahr.

    Meine private Theorie ist, dass man nach einer gewissen Zeit Demokratie eine Legislaturperiode Diktatur braucht, um mal aufzuräumen im Befindlichkeitsdschungel. Aber nur im Sinne von Gesetzgebung und Leitplanken für die Wirtschaft, bitte keine Progrome etc. :-)

    Nur bleiben die Pogrome halt nicht aus.
    Oder die Demontage der Gewaltenteilung.
    Oder der Kahlschlag im Sozialsystem.
    Oder sonst irgendwas, das dann auf Jahre, wenn nicht Jahrzehnte festgezurrt ist, obgleich es grober Unfug war.

    Es gilt immer noch Churchills Satz: Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen, außer allen anderen, die man so ausprobiert hat.
    Und auch Diktatur gehört dazu.

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    mehr als 1000 Beiträge seit 14.01.2016

    Antwort auf Re: Hoppla von Just2Cents.

    Just2Cents schrieb am 31.10.2023 15:44:

    Als er dann abtrat hatte die Partei nichts besseres zu tun, als sich in internen Grabenkämpfen zu verzetteln. Und niemand war und ist in der Lage, diese Situation einzufangen. Das Ergebnis davon sehen wir heute - die Linkspartei ist auf direktem Kurs in Richtung Bedeutungslosigkeit.

    Ja, man hat zu viele Strömungen mit untereinander inkompatiblen Sichtweisen aufgenommen, in der Hoffnung, dass sich das alles irgendwie zusammenrauft - was aber offenkundig nicht geschehen ist.

    Lafo war wohl der Mann, der all diese Risse zugetüncht hat, aber als er weg war, ist es halt in seine Brösel zerfallen.

    Aus dieser Historie lassen sich mMn. unterschiedlich(st)e Lehren ziehen. Das wird sicherlich auch Frau Wagenknecht, die das alles ja unmittelbar miterlebt hat, tun, denn eins ist sie sicherlich nicht: dumm.

    Ich frage mich langsam wirklich, ob sie den klugen Menschen nicht bloß spielt.
    Sie hat eine Menge richtige Sätze gesagt, und auch die richtigen Vokabeln genannt. Aber wann immer sie kein Skript hatte, kam da irgendwie nie was Reflektiertes raus - also z.B. ihre eher unsouveräne Reaktion auf ihren Lebensstil, wo sie einfach nur patzig wurde, statt das eigentlich dahinterliegende Anliegen wahrzunehmen.
    Ich glaub manchmal, sie hat einfach nur gute Redenschreiber, und die schreiben halt, was zu ihren Ansichten passt - aber manche ihrer Ansichten sind halt wirklich dämlich.

    Kleine Auswahl:

    "Völliges Staatsversagen" wegen Merkels Asylpolitik. Da hat nichts versagt, ein paar Behörden haben unter Überlastung geächzt, aber als ich das letzte Mal nachgeschaut habe, haben Polizei, Gerichte, Straßenbau, Energieversorgung, Schulen und was sonst noch so wichtig ist, problemlos weiterfunktioniert.

    Anschläge auf eine angeblich unkontrollierte Zuwanderung zurückführen.
    Das ist wirklich eine gruselige Erzählung. Und geht völlig daran vorbei, dass der eigentliche Grund ist, dass die Asylbewerber nicht arbeiten dürfen, also haben sie viel zu viel Zeit, viel zu viel Unsicherheit und Frust aufzubauen, und das macht sie für Extremismus anfällig - aber diesen Teil der Problematik hat Wagenknecht nie aufgegriffen.

    Die DDR als „das friedfertigste und menschenfreundlichste Gemeinwesen, das sich die Deutschen im Gesamt ihrer Geschichte bisher geschaffen haben“ zu bezeichnen. Todesstreifen an der innerdeutschen Grenze sind alles andere als friedfertig, und der permanente Überwachungsdruck durch die Stasi war auch alles andere als menschenfreundlich. (Ich hab das DDR-System auf Familienbesuchen kennengelernt. Innerhalb der Familie haben wir dann so die Stories gehört... und die Leute, die jahrzehntelang mit Chuzpe gegen die DDR-Bonzen opponiert haben, sind recht blass um die Nase zurückgekommen, als sie ihre Stasiakten gesehen haben, das wär nicht mehr lange gut gegangen...)
    Grad gegen die Verurteilung des Todesstreifens hat nur Wagenknecht opponiert.

    Falschaussagen zu Long Covid.

    Der Westen habe Putin zum Ukrainekrieg provoziert. Das ist so unfassbar dämlich, dass man sich nur noch ans Hirn fassen kann (ja, ich weiß, die Putinfreunde heulen jetzt auf, aber wenn man sich seine Politik und seine eigenen Aussagen näher anschaut, stellt man schnell fest, dass er einfach die russische Hegemonie über die Ostblockstaaten wiederhaben will, und zwar inklusive DDR).

    Ein paar Gedanken aus der Vorkriegszeit waren hingegen wirklich klug.
    Ich frag mich wirklich, ob sie da die Berater gewechselt hat oder ob sie von irgendwem eine Gehirnwäsche verpasst bekommen hat, oder ob die Russen ihr einen Kompromatkoffer gezeigt haben.
    Eigenartig, das Ganze. Ziemlich eigenartig.

    Die für mich interessante Frage lautet dem entsprechend also, welche Lehren das sind / sein werden, und wie sich diese in der neuen Partei manifestieren werden.

    Es hängt davon ab, wie kompromissfähig Wagenknecht ist.
    In ihrer Zeit bei der Linken war sie allerdings nie sonderlich kompromissfähig. Ich würde ja erwarten, dass sie das in einer auf sie zugeschnittenen Partei noch stärker ausleben wird.

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    75 Beiträge seit 10.03.2023

    Antwort auf Hoppla von weshalb.

    Bündnis Olaf Scholz, Bündnis Christian Lindner, Bündnis Friedrich Merz, Bündnis Björn Höcke, Bündnis Habock oder Baerbeck – fällt Ihnen was auf?

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    75 Beiträge seit 10.03.2023

    Antwort auf Re: Hoppla von tin_duck.

    Ist das bloß harmloses politisches Flagellantentum oder schon das „Fick mich, Autortität” des landesüblichen Analcharakters.
    Sorry, selbstverständlich sollte mein Kritik eher dem System der Entmündigung, denn dem Entmündigten gelten. Aber manchmal geht es einfach mit mir durch ;)

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