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  • Goerlitzer

mehr als 1000 Beiträge seit 30.11.2007

EU-Emissionsrechtehandel dient eher der Finanzspekulation als dem Klimaschutz

Im Frühjahrs-Lockdown 2020 war der Preis gegen Null gesunken. Im diesjährigen Lockdown hält er sich zwar in Folge politischer Ankündigungen bei über 30 Euro/Tonne CO2. Aber Beobachter sind sich einig, dass hier Finanzmarkt-Akteure am Werk sind und der CO2-Zertifikate-Handel einer noch grösseren Volatilität ausgesetzt sein wird wie der Aktienmarkt. Der Preis könnte also im Sommer wieder unter 10 Euro liegen, wie er nach der Finanzmarktkrise jahrelang bei 5 Euro/Tonnen dahin dümpelte.

Im übrigen ist auch 15 Jahre nach Einführung des Emissionsrechtshandels die Prozessenergie der meisten Industrieunternehmen gar nicht erfasst. Das gilt insbesondere für die Vorprodukte der Autoindustrie.

Dass vom Emissionsrecht-Handel kaum Lenkungswirkung ausgeht, konnte man Anfang des Jahres bei der Einbeziehung von Öl-Produkten beobachten. Der Spritpreis ist dadurch, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, um 6 Cent gestiegen. Dass er insgesamt deutlich stärker stieg, hing mit dem Anstieg der Weltmarktpreise für Rohöl zusammen, die nach Obamas Deal mit den Saudis 2014 regelrecht zusammen gebrochen waren.

Polnische Betreiber von Steinkohlekraftwerken nutzen im übrigen zunehmend äusserst preisgünstige Importkohle. Insgesamt bewegt sich der CO2-Pro-Kopf-Ausstoss in Polen auf deutschem Niveau, obwohl in Polen - nicht zuletzt von deutschen Konzernen - sehr viel energieaufwendige Industrieproduktion konzentriert ist.

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Das Posting wurde vom Benutzer editiert (28.03.2021 08:40).

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