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Tesla-Akkus in den Türmen von Windkraftanlagen?

Wenn ich mir die Dinger von außen so anschaue, sollten die innen doch ein "paar" Kubikmeter freien Raum bieten.

Warum nutzt man den nicht zum Speichern und für Lastregulierungszwecke?

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    Antwort auf Tesla-Akkus in den Türmen von Windkraftanlagen? von ondori.

    ein Tesla-Akku hat sp zwischen 60 und 80 kWh Speicherkapazität.
    Eine typische onshore-Windkraftanlage hat 3 bis 5 MW Nennleistung.
    In einem Sturm von so etwa einem Tag kommen da also (mal den Mittelwert der installierten Leistung mit 4 MW angenommen) 4MW *24h = 96MWh an Energie raus. Das zu speichern erfordert pro Anlage mindestens 1200 Tesla-Akkus.
    Dafür ist weder Geld noch Platz in der Anlage.

    Es geht wirklich nur in der Schwarmspeicher-Konzeption, dass man die Netze verstärkt bis zu den Privatnutzern solcher E-Autos hin und die dann bidirektional betreibt. Oder aber, (mein schon oft erwähnter Diskussionspunkt) dass jedes E-Autos Wechselakkus haben müsste, wie ja einige E-Nutzfahrzeuge haben, etwa Gabelstapler oder Transportkarren auf dem Flughafen. Dann hätte man stets einen zum fahren und einer dient zum Laden oder ggfs Entladen am Netz.

    Ein Speicherkraftwerk mit NUR Akkus drin sehe ich so schnell nicht kommen. Die Kosten würden den EE zugeschlagen und machen damit Wind & Solar unakzeptabel teuer.

    Die Alternative bei Windkraft ist über-installieren und abregeln wenn das Netz den Strom nicht braucht. Weil nämlich die WKA schon seit ca 10 Jahren Lasten-basierende Betriebsführung haben. Dh wie beim Flugzeug, sitzen in allen Bauteilen Sensoren. Auch wird Leistung und Drehmoment gemessen und klassifiziert. Die Betriebsfestigkeitslasten werden online errechnet. Für Getriebe ist das relativ leicht weil wir da nur das Drehmoment und Drehzahl haben. Für zB die Nabe kriegen wir aus DMS-Streifen die Spannungen und deren Schwankungsbreiten, das wird dann nach Palmgren-Miner etc verarbeitet zu der Rest-Lebensdauer.

    War die Anlage oft abgeregelt, holt man sich das über ein paar Jahre längere Betriebszeit wieder raus und betreibt bis zu einer sicheren Verschleiss- oder Betriebsfestigkeitsgrenze.

    DH die Wirtschaftlichkeit der WKA leidet nicht so sehr unter Abregeln der Leistung.

    Bei Flaute Strom herbeizaubern kann sie natürlich auch nicht.
    Gaskraftwerke sind die am schnellsten regelbaren, das wäre als Backup sinnvoll.

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    mehr als 1000 Beiträge seit 08.12.2012

    Antwort auf Re: Tesla-Akkus in den Türmen von Windkraftanlagen? von joribo.

    joribo schrieb am 01.02.2021 07:33:

    ein Tesla-Akku hat sp zwischen 60 und 80 kWh Speicherkapazität.
    Eine typische onshore-Windkraftanlage hat 3 bis 5 MW Nennleistung.
    In einem Sturm von so etwa einem Tag kommen da also (mal den Mittelwert der installierten Leistung mit 4 MW angenommen) 4MW *24h = 96MWh an Energie raus. Das zu speichern erfordert pro Anlage mindestens 1200 Tesla-Akkus.
    Dafür ist weder Geld noch Platz in der Anlage.

    Also gut - war nur eine Idee.

    Es geht wirklich nur in der Schwarmspeicher-Konzeption, dass man die Netze verstärkt bis zu den Privatnutzern solcher E-Autos hin und die dann bidirektional betreibt. Oder aber, (mein schon oft erwähnter Diskussionspunkt) dass jedes E-Autos Wechselakkus haben müsste,

    Der Vorschlag wurde "offiziell" verworfen. Aus der Sicht des Tankenden eine gute Idee, Investitionen und Handling sind wohl nicht ganz unproblematisch.

    Ein Speicherkraftwerk mit NUR Akkus drin sehe ich so schnell nicht kommen. Die Kosten würden den EE zugeschlagen und machen damit Wind & Solar unakzeptabel teuer.

    Kosten- und Killerargumente haben den Anfangsbuchaben gemein...

    Die Alternative bei Windkraft ist über-installieren und abregeln wenn das Netz den Strom nicht braucht. Weil nämlich die WKA schon seit ca 10 Jahren Lasten-basierende Betriebsführung haben. Dh wie beim Flugzeug, sitzen in allen Bauteilen Sensoren. Auch wird Leistung und Drehmoment gemessen und klassifiziert. Die Betriebsfestigkeitslasten werden online errechnet. Für Getriebe ist das relativ leicht weil wir da nur das Drehmoment und Drehzahl haben.

    Ja, es gibt aber immer mehr getriebelose Windräder, in denen fette Halbleiter deren Aufgabe übernehmen. Natürlich produzieren die ebenfalls meßbare Daten.

    War die Anlage oft abgeregelt, holt man sich das über ein paar Jahre längere Betriebszeit wieder raus und betreibt bis zu einer sicheren Verschleiss- oder Betriebsfestigkeitsgrenze.

    "Quäle nie ein Tier zum Scherz, denn es könnt' geladen sein!"


    DH die Wirtschaftlichkeit der WKA leidet nicht so sehr unter Abregeln der Leistung.

    Bei Flaute Strom herbeizaubern kann sie natürlich auch nicht.
    Gaskraftwerke sind die am schnellsten regelbaren, das wäre als Backup sinnvoll.

    Na ja, Putin wird gerade abgeklemmt...

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    Antwort auf Re: Tesla-Akkus in den Türmen von Windkraftanlagen? von ondori.

    Der Vorschlag wurde "offiziell" verworfen. Aus der Sicht des Tankenden eine gute Idee, Investitionen und Handling sind wohl nicht ganz unproblematisch.

    Gut möglich, aber schade. Die Energiewende greift als Ertrinkender nach jedem Strohhalm

    Ja, es gibt aber immer mehr getriebelose Windräder, in denen fette Halbleiter deren Aufgabe übernehmen. Natürlich produzieren die ebenfalls meßbare Daten.

    Naja, getriebelos oder mit Getriebe, ist für das Lastenregelungs-Konzept egal, auch die getriebelosen haben die Dehnungsmesser in den Blättern auf der Nabe, im Maschinenträger, Turm etc. Das Getriebe ist also nicht der Schwachpunkt, es sei denn man hätte dort falsch konstruiert oder gewartet.
    Die Direktantriebsanlagen sind in massiven Schwierigkeiten denn das Kupfer wird pausenlos teurer und man weicht schon auf Aluwicklungen aus. Man kann diese Kupfer/Alu-Gräber eigentlich nur damit rechtfertigen dass sie nach ca 20 Jahren hohen Schrottwert haben.
    Oder rein politisch, etwa Siemens, als Generatorfirma, wird aus Prinzip getriebelos bauen. Umgekehrt, damals Tacke, kam aus dem Getriebebau (Renk-Tacke), da war das Getriebe selbstverständlich.

    Na ja, Putin wird gerade abgeklemmt...

    wenn wir jetzt auch noch Gaskraftwerke als Puffer verlieren wird die Energiewende völlig scheitern. Man wird dann dazu kommen dick & fett Kernkraft zu installieren derart dass man nachts die E-Autos läd und Nachtspeicheröfen betreibt und damit die Last praktisch auf hohem Niveau konstant hält. Konzept von Finnland. Wir kriegen 1600 + 1200 MW Kern ins Netz. Die Hausheizungen werden jetzt schon systematisch auf Strom hin umkonzipiert. Etwa durch Sondersteuer auf Ölheizungen und gesetzliche Vorschriften zur Filterung von Holzfeuerungen. Ist schön öko und bereitet den Weg für ganz kernige Kernkraft. weil sich alle hier Wärmepumpen oder Nachtstromöfen kaufen.

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    Antwort auf Re: Tesla-Akkus in den Türmen von Windkraftanlagen? von joribo.

    joribo schrieb am 01.02.2021 14:37:

    Der Vorschlag wurde "offiziell" verworfen. Aus der Sicht des Tankenden eine gute Idee, Investitionen und Handling sind wohl nicht ganz unproblematisch.

    Gut möglich, aber schade. Die Energiewende greift als Ertrinkender nach jedem Strohhalm

    Ist ja auch in Ordnung.

    Die Direktantriebsanlagen sind in massiven Schwierigkeiten denn das Kupfer wird pausenlos teurer und man weicht schon auf Aluwicklungen aus. Man kann diese Kupfer/Alu-Gräber eigentlich nur damit rechtfertigen dass sie nach ca 20 Jahren hohen Schrottwert haben.

    Niemand kann den Kupferpreis vorhersehen.

    Oder rein politisch, etwa Siemens, als Generatorfirma, wird aus Prinzip getriebelos bauen. Umgekehrt, damals Tacke, kam aus dem Getriebebau (Renk-Tacke), da war das Getriebe selbstverständlich.

    Ja, zunächst bleibt der Schuster bei seinen Leisten. Aber auch Enercon geht auf Halbleiter.

    wenn wir jetzt auch noch Gaskraftwerke als Puffer verlieren wird die Energiewende völlig scheitern. Man wird dann dazu kommen dick & fett Kernkraft zu installieren derart dass man nachts die E-Autos läd und Nachtspeicheröfen betreibt und damit die Last praktisch auf hohem Niveau konstant hält. Konzept von Finnland. Wir kriegen 1600 + 1200 MW Kern ins Netz. Die Hausheizungen werden jetzt schon systematisch auf Strom hin umkonzipiert. Etwa durch Sondersteuer auf Ölheizungen und gesetzliche Vorschriften zur Filterung von Holzfeuerungen. Ist schön öko und bereitet den Weg für ganz kernige Kernkraft. weil sich alle hier Wärmepumpen oder Nachtstromöfen kaufen.

    Politik ist, wenn der Poltitiker-Schoß breit genug ist, um auch dem fettesten Lobbyisten
    darauf einen Platz zu bieten!
    Multifunktions-fähige Politiker können sogar bei der Belastung noch ihre Hälse wenden.B-)

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