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  • marenghi

mehr als 1000 Beiträge seit 03.12.2020

Re: Deutsches verstaatlichtes Uniper 19 Milliarden Verlust aus Erdgasgeschäft 20

Bei Kurzfristspeichern zur Glättung von kleinen Spitzen oder Auffüllung von Dellen sehe ich künftig auch kein Problem.

Die große saisonale Diskrepanz bei PV und die tageweise bei Wind in D sind aber welche, was sich nur entweder durch aufwändige Überführung in H2 und Rückverstromung mit all den Verlusten und Infrastruktur machen lässt.

Oder man verzichtet darauf, es komplett heimisch zu schaffen, und importiert den H2, wobei man sich die Elektrolyse spart, aber nur Teile der Speicherung und nicht die Rückverstromung.

Deshalb sprechen Fachleute, die 100%-EE-Anhänger sind wie Volker Quaschning, in letzter Zeit nicht mehr von komplett heimischer od. europäischer Energie, sondern von satten 30% H2-Import.

Es ist klar, dass es bis dahin noch sehr weit hin ist, und uns diese auf lange Sicht sehr knappe Energiegut andere Länder zum Spitzenpreis verkaufen werden. So wie heute LNG.

Da sehe ich eine deutliche Laufzeitverlängerung mind. der letzten drei KKWs als sinnvolle Pufferung dieser Lücke. Jede MWh aus der Quelle ist sehr gerne gesehen, um diese Lücke zu verkleinern.

Im Prinzip wird Frankreich irgendwann den umgekehrten Mix haben (größerer Teil Kernkraft, kleinerer Teil EE), den wir bei uns haben könnten (großer Teil EE, kleiner KK). Wobei ironischerweise Frankreich die besseren Bedingungen für EE hat als wir: ellenlange Atlantikküste, viel Sonne im Süden, höhere Wintertemperaturen ideal für (LL-)Wärmepumpen.

Will heißen: Frankreich sollte die EE massiv ausbauen und könnte damit viel leichter einen sehr hohen Teil der Energie abdecken. Die in den späten 80ern/90ern in Betrieb genommenen KKW können dort bis mind. 2050 betrieben werden. Bis dahin hat man genügend Zeit für die EE und die benötigte Speicherung.

Eine Empfehlung für uns ist schwieriger, weil wir uns sehr viel Flexibilität durch den Atomausstieg genommen haben, und wir wissen, dass wir mit unseren Bedingungen im Winter eine echte Lücke haben. Somit sind wir auf H2 angewiesen, und grüner H2 wird noch lange dauern. Wir sollten diversifizieren mit viel EE, und auf jeden Fall auch den Rest KK verlängern und wohl oder übel auf nicht so teuren und nicht zu späten H2-Import hoffen. Leider wird seit dem Atomausstieg und noch viele Jahre künftig, bei uns der CO2-Abdruck ziemlich mies sein mit dem Ersatz-Gas und -Kohle. Was D in Europa machen könnte, ist, Länder wie Spanien zu unterstützen bei Wind und Leitungen, um von dort den STrom nach D zu holen im Winter. Das wäre eine Idee, da ist man leider noch zu nationalstaatlich unterwegs bei der Energieversorgung.

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