Ansicht umschalten
Avatar von Regenwetter
  • Regenwetter

600 Beiträge seit 29.04.2023

Wer erinnert sich?

Vorweg, Dankeschön für diesen Artikel. Für mich führt er zum Nachdenken und Erkennen.

Ich nahm an vielen AfD-Kundgebungen teil. Nicht als Teil der Kundgebung sondern als "Störer" als "Widersprecher". Mein Erleben dabei hat über die politischen Inhalte dieser Partei hinaus eine tiefe Verachtung und Besorgnis über die agierenden Personen entstehen lassen.

Die jetzigen Demonstrationen gegen die AfD erwecken aber auch mein tiefes Misstrauen. Vor ein paar Wochen hielt Habeck seine viel gelobte Rede, Stirn in Dackelfalten, besorgte Stimme, die trotz oder wegen ihres Gruppen diskreditieren Inhaltes einen so großen Beifall fand. Diese Rede im allgemeinen Sprachgebrauch als rassistisch zu bezeichnen ist nicht falsch, auch wenn sie mehr eine Unterwürfigkeit der rd. 5 Millionen in Deutschland lebenden Muslime forderte. "Wir" sind nunmal keine Muslime. Sie war im Zusammenhang des Beistehens Deutschland zu den Verbrechen des israelischen Staates notwendig, um die "Massen" mit einzubinden. Einen Gegensatz zwischen "uns" und "denen" aufzubauen. In diesem Kontext sind die Äußerungen der AfD, mit ihrem dahinter stehenden menschenverachtenden Weltbild, nur ein leichtes Verschieben des Debattenbeitrages.

Wer erinnert sich an die Massen, die in den sogenannten sozialistischen Staaten, zu bestimmten Anlässen auf die Straße gebracht wurde? Wer sieht Gemeinsamkeiten und Widersprüche in den heutigen Demonstrationen? Wie fühlte sich der in der Masse schwimmende und die Masse tragende sozialistische Bürger, der an einer solchen Veranstaltung widerspruchslos teilnahm - und wie fühlt sich der Bundesbürger, der gegen die AfD in einer Massendemonstration teilnimmt? Macht es für die Obrigkeit einen Unterschied, ob sie auf der Ehrentribüne sich präsentiert oder vom Rednerpult ihre Botschaften mitteilt?

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (22.01.2024 08:56).

Bewerten
- +
  • Avatar von DerWoDa
    • DerWoDa

    mehr als 1000 Beiträge seit 21.09.2013

    Antwort auf Wer erinnert sich? von Regenwetter.

    Kurz:

    Neulich stand hier in einem Beitrag, zumindest sinngemäß:

    Sobald sich ein Regierungspolitiker an einer Demonanstration beteiligt, sollte man sich Sorgen machen.

    Und ich denke das stimmt. Entweder schafft man es durch seine Politik Missstände zu beseitigen, oder man ist fehl am Platz. Gegen etwas zu demonstrieren, dass man selbst (mit) zu verantworten hat, ist mindestens schäbig.

    Die Leute wählen die AfD zu großen Teilen nicht, wegen deren Wahlprogramm, sondern wegen der schlechten Politik der Regierungen (ink. Vorgänger), oder im Falle der CDU, weil sich die Partei von den Wählerinteressen weg entwickelt hat.

    Das BSW hat in Brandenburg und Thüringen v.a. der AfD stimmen gekostet. Ich hoffe es werden noch mehr.

    Gruß
    DWD

    Bewerten
    - +
  • Avatar von BigLA
    • BigLA

    mehr als 1000 Beiträge seit 18.01.2003

    Antwort auf Re: Wer erinnert sich? von DerWoDa.

    Gegen etwas zu demonstrieren, dass man selbst (mit) zu verantworten hat, ist mindestens schäbig.

    und

    Die Leute wählen die AfD zu großen Teilen nicht, wegen deren Wahlprogramm, sondern wegen der schlechten Politik der Regierungen (ink. Vorgänger), oder im Falle der CDU, weil sich die Partei von den Wählerinteressen weg entwickelt hat.

    Da ist zwar was dran, stellt sich nur die Frage, ob man wegen "schlechter Politik" oder "Protest" dann gleich eine extrem rassistische Alternative herauf beschwören muss, ohne jegliches Gewissen oder hinnehmen der entsprechenden Folgen? Was ist dass dann für ein Protest?
    Menschenleben sch*** egal?

    ich weiss ja nicht, ob sich ein normaler, gerechter Mensch mit gesundem Gewissen einem solchen Protest hingeben sollte? Denn die FOLGEN müssen den Protestwählern ja bekannt sein, also akzeptiert man diese menschenunwürdige Politik indirekt!
    Und mal ehrlich, was rechtsextreme Politik bedeutet, sollte jedem Menschen irgendwie klar sein, oder man hat einen IQ von <0 und keinerlei Schulbildung und Kenntnis von Geschichte in Deutschland.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (22.01.2024 11:54).

    Bewerten
    - +
  • Avatar von DerWoDa
    • DerWoDa

    mehr als 1000 Beiträge seit 21.09.2013

    Antwort auf Re: Wer erinnert sich? von BigLA.

    Ja, das sehe ich auch so. Und deswegen ist BSW die mit Abstand beste Maßnahme etwas zu verändern. Bei AfD-Protestwählern war das Mantra: Auch wenn ich die Politik nicht mag, ist dies die einzige Möglichkeit den etablierten Stimmen, bzw. eher Sitze zu klauen, damit die endlich aufwachen.

    Leider hat das bisher nicht funktioniert. Anstatt, dass sich die Politiker und Medien einmal hingestellt hätten und zu sagen: Was müssen wir dir Wähler, der du bereit bist solch eine Partei aus Protest zu wählen anbieten, damit du wieder zu uns kommst, wurde gesagt: Du dummer Ossi bist halt einfach dumm und hast ein inhärentes Demokratiedefizit.

    Das kommt einfach nicht gut an. Man hackt nicht auf den Menschen herum, die man für sich gewinnen möchte.

    Und dann wundert man sich, dass dort 1/3 der Bevölkerung eine Partei wählt, die sagt: Du bist voll OK.

    Und grade deswegen liegt soviel Hoffnung auf BSW! Wagenknecht hat in der Vergangenheit stets betont, dass man sich ideologischen Firlefanz sparen sollte und Politik für "die einfachen Leute" machen muss. Da sie selbst Ostdeutsche ist, versteht sie auch wie die Menschen dort ticken, was deren Sorgen, Nöte und Probleme sind.

    Das alles soll nicht heißen, dass im Westen die AfD nicht gewählt wird. Ohne das Ossi-Bashing wären die Ergebnisse jedoch vermutlich einheitlicher in Ost und West

    Gruß
    DWD

    Bewerten
    - +
Ansicht umschalten