EU und NATO sind fast ein und dasselbe, und der Befehlshaber sitzt nicht in Europa.
Das ist selbst wieder so eine Desinformation, die einfach ohne Beleg in den Raum geworfen wird.
Logischerweise hat das Wort der USA in der NATO ein großes Gewicht, weil sie der mit Abstand stärkste Partner in dem Bündnis ist. Trotzdem reicht das z.B. nicht, um den NATO-Partner Türkei vom Krieg gegen die mit den USA verbündeten Kurden in Syrien abzuhalten. Oder Deutschland davon, ihre Energieversorgung an die Russen zu verkaufen. Wenn die USA hätten befehlen können, dann wären die Sanktionen gegen Deutschland doch überflüssig gewesen, oder? Dass die NATO ein in den Augen der USA viel zu eigenwilliges Gebilde ist, wurde zuletzt deutlich, als Bush und Trump sie für "obsolet" erklärte und lieber bilateral mit den "Willigen" (z.B. Polen) kooperieren wollten als mit so einem schwerfälligen, multinationalen Tanker, in dem das "alte" Europa großen Einfluss hat. So beteiligte sich die NATO z.B. nicht am Irakkrieg, obwohl die USA das gerne gesehen hätten.
In der EU haben die USA weder Sitz noch Stimme. Einen Einfluss auf die Entscheidungen der EU haben sie, wenn überhaupt, nur sehr indirekt. Viel mehr gemeinsame Projekte als die Unterstützung der Ukraine gegen Russland gibt es derzeit nicht. Es gibt keine Strukturen in der EU, wo die USA Einfluss ausüben geschweige denn Befehle erteilen könnten. Regelmäßig zankt man sich über Handelsfragen, manchmal bis hin zu gegenseitigen Sanktionen. Warum sollte ein Befehlshaber Sanktionen gegen den Befehlsempfänger verhängen oder umgekehrt?
Die USA, China und die EU sind die mit Abstand größten Wirtschaftsmächte der Welt und vereinen etwa 60% der weltweiten Wirtschaftsleistung (USA: 25%, China: 18%, EU: 16%), sie stehen gleichzeitig in einer Konkurrenz-, Abhängigkeits- und Partnerbeziehung zueinander. Aber Befehle kann da keiner dem anderen erteilen - das ist einfach Unsinn.