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  • INT_MIN

889 Beiträge seit 18.05.2020

Deutschland: Mitgehen oder untergehen

Der Mann legt sachlich einen Plan für unsere und die nächste Generation dar. So denkt man in China, nicht wie hier in Wahlkampfzyklen. Es wird eine gemeinsame Wertebasis erörtert: Humanismus im Sinne des Völkerrechts. Genau das sollte auch unser Kompass sein, und nicht eine substanzlos dahergelaberte "regelbasierte Weltordnung" mit "Regeln", wie sie gerade passen.

Die Karawane des aufstrebenden Teils der G20 wird nicht haltmachen. Während AUKUS und andere neue US-UK-Vorherrschaftsbündnisse die westlichen Schlagzeilen beherrschen und als wenig realitätsgedeckte Durchhalteparolen zu werten sind, passieren im Rest der Welt erstaunliche Dinge, die zuvor großteils undenkbar gewesen sind:

- Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und Iran;
- Argentinien stellt Beitrittsersuchen an BRICS;
- Iran stellt Beitrittsersuchen an BRICS;
- Afghanistan schließt langfristigen Liefervertrag für russisches Öl und Gas;
- Myanmars Präsident nennt Putin Anführer der freien Welt.

Es kommt halt immer auf die Perspektive an, und die Welt besteht aus mehr als nur dem "goldenen Westen" mit seiner "goldenen Milliarde" als Speerspitze der menschlichen Entwicklung.

Doch ist dies tatsächlich noch die Speerspitze? Haben die größten Westmächte — USA, UK und D — überhaupt noch die wirtschaftliche Fähigkeit zur Befriedigung der Binnennachfrage, zur Kriegsproduktion? Hat die politische Elite überhaupt noch hinreichenden Realitätskontakt, um sich selbst und die tatsächliche Lage im Land richtig einzuschätzen?

Leider fällt die Antwort auf diese Fragen erschreckend ernüchternd aus. Deutschland steht am Scheideweg. Entweder Konzentration auf das, was wir am besten können: Schaffe schaffe Häusle baue und Sachen erfinden, die in der Welt nachgefragt werden und von Nutzen sind — oder Geld und Kraft in grünem Mist und aussichtslosen geopolitischen Ambitionen versenken. Entweder neutrale Wirtschaftslokomotive in einer politisch zurückhaltenden EU mit Rückbesinnung auf wirtschaftliche Kernkompetenz mit Integration in BRI — oder "weiter so" auf der falschen Seite der Geschichte, mit bitterbösem Erwachen wenn es zu spät ist und niemand mehr kaufen will, was Indien, China und Russland genau so gut oder gar besser können.

Aber Deutschland ist in guter westlicher Gesellschaft. Anlässlich des Todes der Queen lässt sich auch spotten: Ihre Regentschaft begann in einem Empire, sie endete in einem Entwicklungsland.

Wer den Tagesschau-Spiegel-Endsiegparolen glaubt und meint, Deutschland stünde 2030 noch unter den Top-5-GDP-PPP, kann mich ja gerne rot machen ;-)

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