Orca30 schrieb am 24.07.2024 16:25:
wilma_gucken schrieb am 23.07.2024 20:01:
kid1212 schrieb am 23.07.2024 16:56:
Da versucht einer etwas eigentlich vollkommen Normales und spricht mit Xi, Putin, Trump und Selenskyj um Möglichkeiten auszuloten, das Blutvergießen zu beenden und die Lenker der EU schreien Zeter und Mordio.
Ja, miteinander sprechen ist natürlich ganz perfide.
Als Brandt, Scheel, Bahr & Co. Anfang der Siebzigerjahre ihre Entspannungspolitik anschoben, gab es ja auch wöchentliche Drohanrufe aus Washington. Am anderen Ende der Leitung die Kollegen Nixon und Kissinger, die ja auf ihre ganz besondere Art auch Eingang in die Geschichtsbücher gefunden haben. Auch damals galt "miteinander sprechen" als ganz großes Sakrileg, das eigentlich sofort mit NATO-Exkommunikation oder noch besser Umsturz zu bestrafen sei.
Sie meinen den gleichen Nixon, der 1972 nach China geflogen ist, um "miteinander sprechen" zu praktizieren? Oder einen ganz anderen?
Ich meine den Nixon, der das von seinem Vorgänger Johnson (fast) ausgehandelte Friedensabkommen mit Nordvietnam sabotierte und Willy Brandt in der internen Kommunikation wahlweise "Bastard" oder "Hurensohn" nannte.
Als er merkte, dass sein Image nach drei Jahren Präsidentschaft knapp über dem von Gebrauchtwagenhändlern lag, und dass die deutsche Entspannungspolitik sich durchaus erfolgreich entwickelte und bei den Menschen positive Resonanz fand, bequemte sich der diplomierte Populist Nixon zu einigen PR-Ausflügen nach Peking und plötzlich auch nach Moskau.
Kurz, Sie wollen mir doch jetzt sicherlich nicht den größten Opportunisten und Populisten, den das Weiße Haus je gesehen hat - und das will wahrlich was heißen - als Diplomaten und Entspannungspolitiker verkaufen. An Nixon war nichts, aber auch gar nichts echt.