Weil der Staat Arbeit und Erbschaften der normalen Bürger mit exorbitanten Steuern, Abgaben und Umlagen belegt, hat man bis zu einer magischen Einkommensgrenze kaum eine Chance, durch Arbeit reich zu werden.
Umgekehrt ist es dagegen bei jenen, die Millionen "verdienen" oder leistungsos erben. Hier hat der Staat so viele scheunentorgroße Schlupflöcher aufgemacht, dass das Prinzip der Besteuerung nach Leistungsfähigkeit pervertiert wird.
Vor allem aber sieht man auch hier wie in der Politik bei vielen die Tendenz, dass man die zusamengeraffte Vermögen des heutigen Geldadels auf keinen Fall antasten darf. Wie bei einer heilige Kuh wird jeder Versuch, hier die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren, sofort als Neiddebatte diskreditiert.
Dass man mit normaler Arbeit kaum noch eine Chance hat, Vermögen aufzubauen, stört diese Protagonisten des Geldadels dagegen nicht. Es ist offenbar so selbstverständlich wie im Mittelalter, dass die Burgherren und Adelige welche die Steuern eintreiben und dann nach ihrem Gusto verprassen, nicht selbst auch noch diese Steuern zahlen müssen.
Das "Privileg", Steuern zu zahlen, bleibt weitgehend dem gemeinen Pöbel vorbehalten und dies darf auch nicht in Frage gestellt werden.
Und so richten sich Debatten um eine stärkere Besteuerung der "Besserverdiendenden" stets ausschließlich gegen jene Fachkräfte, die bereits heute am wenigsten von staatlicher Umverteilung profitieren und dabei aber Höchstsätze bei Steuern und Abgaben zahlen. Wodurch der Unterschied zwischen jenen, die hoch qualifiziert sind und reinklotzen und jenen, die praktisch ausschließlich von Transferleistungen leben, auf niedrigem Niveau immer kleiner wird.
Dass man der Mittelschicht dabei nicht nur die Chance nimmt, Vermögen aufzubauen und sogar Vermögen schleichend enteignet, dies wird achselzuckend zur Kenntnis genommen und nicht weiter thematisiert.
Aber wenn es jemand wagt, die heiligen Kühe im Stall der superreichsten 1 Promille anzutasten, dann fangen alle gleich an zu schreien.
Die Fachkräfte haben in diesem Land keine Lobby.
Die Politik kümmert sich rührend darum, den Kreis der Transferleistungsempfänger auf Kosten der Nettozahler immer weiter auszuweiten. Weil es so viele nutzlose Politiker gibt, die sich damit auf Kosten Dritter eine für sie sinnvolle Beschäftigung schaffen und es bestens drauf haben, dies mit viel Moralin gegen jede Form von Kritik abschotten.
Und wenn sich die "Elite" dieses Landes einmal mehr verspekuliert hat springt der Staat ohne Vorbedingungen mit Milliarden zur Seite. Und zwischendurch wird der Geldadel mit Cum-Ex und PPP gepampert und reichlich mit staatlichen Aufträgen subventioniert.
Die Nettozahler stören an dieser Stelle nur, wenn es um politische Entscheidungen geht. Da können die Hansel der CDU noch so oft vor dem Schriftzug "Mitte" posieren. Gerade die Politik der CDU/CSU hat die Erosion der Mitte der Gesellschaft noch weiter beschleunigt.