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    • Emrymer

    mehr als 1000 Beiträge seit 28.08.2020

    Das Modell kommt allerdings nicht wirklich hin

    Antwort auf Wie wird man reich? von .

    Das Modell kommt nicht hin - schon, weil es übersieht, daß nicht jeder Fliesen legen und nicht jeder singen kann. Die Geschäftsidee alleine reicht nicht, sie muß mit einer entsprechenden Fähigkeit korrelieren. (Beim Fliesenleger stark, beim Liedersänger... hm.)

    Wenn es keinen Fliesenleger gibt, müssen auch die, die schlecht im Fliesenverlegen sind, das selbst tun. Das kostet viel Zeit, in der sie nichts tun können, was sie besser könnten - und womit sie einen größeren Ertrag erzielen könnten.
    Der Fliesenleger entlastet also die Keine-Fliesen-Verlegen-Könner und erlaubt es ihnen, produktiver zu sein. Das ist der Wert, der vom Fliesenleger zu seinem Kunden fließt: Zeit. Zeit, in der man wiederum etwas tun kann, was anderen nutzt und wofür sie auch Geld zahlen. Haare schneiden, Lieder singen, was auch immer.

    Wenn man also einen gerechten Ausgleich zwischen allen fände, die ihre Zeit zum Nutzen anderer einsetzen, käme man auch gänzlich ohne "Oberschicht" hin, da alle Zeit investieren, um anderen einen produktiveren Einsatz ihrer Zeit zu erlauben. Aber was würde dann aus Ihrem Modell?

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    mehr als 1000 Beiträge seit 07.05.2023

    Antwort auf Das Modell kommt allerdings nicht wirklich hin von Emrymer.

    Erstens sind das einfach zwei Beispiele aus einer ganzen Klasse von Methoden der Ausbeutung bzw. Aneignung von Wert bzw. Umverteilung von unten nach oben. Weder sind sie repräsentativ noch vollständig.

    Es geht zudem nicht um die Sinnhaftigkeit von Arbeitsteilung, Tauschhandel und Spezialisierung, das ist alles unbestritten. Insofern gibt es da auch nichts zu widerlegen.

    Es geht aber hier um den speziellen Aspekt der Anstellung, wenn jemand Wert durch Leistung herstellt und sich unter diesem Wert zufrieden gibt aus welchem Grund auch immer. Nur dann ist Aneignung von Wert in Höhe der Differenz aus Werterstellung und Lohn überhaupt möglich.

    Sobald man Anreize setzt, welcher Art auch immer, entstehen zwei Sorten Menschen, die dem Anreiz folgen und die, die es nicht tun (und im Zweifel einfach gar nichts tun).
    Setzt man keine Anreize, wird nichts hergestellt und die Gruppe geht zugrunde.
    Es wird daher also immer zwei Gruppen und damit immer eine Oberschicht in sozialen Verbünden geben. Geht schon theoretisch gar nicht anders, praktisch erst recht nicht.

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    mehr als 1000 Beiträge seit 28.08.2020

    Wo war die sog. "Oberschicht" in der indigenen Bevölkerung, bei den Nomaden?

    Antwort auf Re: Das Modell kommt allerdings nicht wirklich hin von .

    Setzt man keine Anreize, wird nichts hergestellt und die Gruppe geht zugrunde.

    Wie man daran sieht, daß Afrika, die Mongolei, beide Teile des amerikanischen Kontinents vollkommen leer waren, bis "Anreiz-Setz-Europäer" dorthin kamen...

    Die wesentlichen "Anreize" setzt das Menschsein selber. Jahrzehntausende lang war ein Diferenzierung in Schichten zwar möglich, aber nicht erforderlich.

    Es wird daher also immer zwei Gruppen und damit immer eine Oberschicht in sozialen Verbünden geben.

    Das ist historisch schon widerlegt. Die meisten Kulturen im Lauf der Menschheit haben es ganz gut auch ohne "Schichten" geschafft. Grundsätzlich arbeitsteilig organisiert waren sie übrigens trotzdem.

    Das Modell beginnt schon unterkomplex und kann deswegen nicht wirklich weiterführen. Es übersieht, daß neben den artifiziellen auch immer endogene und lebenserhaltende Anreize existieren, die im Regelfall sogar höhere Motivation mit sich bringen und weitaus effektiver wirken. Die artifiziell eingeführten "Anreize" sind Zuckerbrot und Peitsche - ja, sie funktionieren, aber nur um einen hohen Preis. Und wenn sie nicht mehr funktionieren... tja, das sehen wir ja gerade.

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    mehr als 1000 Beiträge seit 07.05.2023

    Antwort auf Wo war die sog. "Oberschicht" in der indigenen Bevölkerung, bei den Nomaden? von Emrymer.

    Seit der Primatenzeit gibt es beim Menschen immer übergeordnete Individuen, erst das stärkste Alphatier, dann Häuptlinge und sein Gefolge, dann Adel oder Geldadel.
    Insofern ist da empirisch oder historisch gar nichts widerlegt.

    In so stark verdichteten Gesellschaften wie den menschlichen, ist ein Überleben ohne Arbeitsteilung, Spezialisierung und Tausch gar nicht mehr möglich. Die endogenen Anreize sind da nicht mehr ausreichend, es braucht zusätzliche Anreize.
    Ansonsten stehen nicht genug Ressourcen für alle zur Verfügung zum überleben.

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    mehr als 1000 Beiträge seit 28.08.2020

    Sie übersehen, daß "Schicht" _mehr_ ist als "ich und mein Kumpel"

    Antwort auf Re: Wo war die sog. "Oberschicht" in der indigenen Bevölkerung, bei den Nomaden? von .

    Seit der Primatenzeit gibt es beim Menschen immer übergeordnete Individuen...

    Ja, das hat was mit Arbeitsteilung zu tun. Auch Führungsaufgaben zu übernehmen ist in diesem Sinne eine "Arbeit".
    Aber das ist etwas grundsätzlich anderes als die Bildung einer "Schicht". Wenn jeder mit den nötigen Fertigkeiten zum "Chef" werden kann, gibt es eben gerade keine Schicht. Und selbst einfach Erbfolgemodelle machen noch keine "Schichten".
    Zum Einstieg kann man sich z.B. mal
    https://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/politikwirtschaft/artikel/soziale-schichten-lagen-milieus
    ansehen und sich fragen, wie das bei den Inuit, Aboriginees, afrikanischen und amerikanischen Stämmen wohl "verwirklicht" gewesen sein könnte.

    Die endogenen Anreize sind da nicht mehr ausreichend, es braucht zusätzliche Anreize.

    Hätten Sie dazu mal einen guten ethnologischen Artikel?

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    mehr als 1000 Beiträge seit 07.05.2023

    Antwort auf Sie übersehen, daß "Schicht" _mehr_ ist als "ich und mein Kumpel" von Emrymer.

    Wenn die Gruppe klein ist (z.B. zwei Dutzend Individuen) dann kann auch die Oberschicht klein sein. Das ist eine Frage der Populationsgrößen.
    Gerade die amerikanischen Stämme waren zwar demokratisch strukturiert, hatten aber dennoch klare Schichtungen und Hierarchien.
    Der Traum von der homogenen Gesellschaft mag ja noch so schaurig schön sein, mehr als ein Traum ist es aber einfach nicht. In jeder sozialen Gesellschaft bildet sich immer eine Rangordnung, die auch Schichten definiert.

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    mehr als 1000 Beiträge seit 28.08.2020

    Welche Definition von "Schicht" erlaubt diese Zuordnung(en)?

    Antwort auf Re: Sie übersehen, daß "Schicht" _mehr_ ist als "ich und mein Kumpel" von .

    Auf welche Definition von "Schicht" beziehen Sie sich, wenn Sie sie als beliebig klein betrachten können?

    Gerade die amerikanischen Stämme waren zwar demokratisch strukturiert, hatten aber dennoch klare Schichtungen und Hierarchien.

    Hierarchien ergeben sich, wie schon angemerkt, aus der Arbeitsteilung und sind insofern getrennt von den Schichte zu betrachten.
    Und zu den Schichten in den tribalen Strukturen der indigenen Amerikaner - gibt es dazu eine zugängliche, seriöse Quelle?

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