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    210 Beiträge seit 26.08.2020

    Antwort auf Wie wird man reich? von .

    Karyptis schrieb am 14.05.2023 09:46:

    ...
    Die Konstruktion einer "Mittelschicht" ist ein genialer rhetorischer und psychologischer Trick aus der Klasse "divide et impera". Die Reichen teilen damit die Gruppe der Armen in zwei Teile auf, die sie gegeneinander ausspielen. Die vermeintlichen Angehörigen der Mittelschicht betrachten sich nicht als arm, obwohl sie genau obiger dualer Definition entsprechen und tragen daher Maßnahmen mit, die nachteilig für Arme sind. Wesentlich ist: Die angebliche Mittelschicht ist vollständig Teil der Gruppe der Armen.
    Das machen sich diejenigen aber nicht bewusst, da es ja ein anderes, besser klingendes Wort ist. Im Effekt betrachtet man sich als nicht arm - und damit indirekt der Gruppe der Reichen zugehörig. Und das ist natürlich viel angenehmer für das eigene Ego.

    Sehr richtig! Allerdings lebt es sich so auch ganz gut. Jedenfalls noch. Also lieber mitspielen, nicht aufbegehren, das Risiko ist hoch, über den schmalen Grat zur "Armut" geschubst zu werden.

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    mehr als 1000 Beiträge seit 18.02.2012

    Antwort auf Wie wird man reich? von .

    Karyptis schrieb am 14.05.2023 09:46:

    Die zentrale Frage ist: Wie wird man reich?

    Man hat z.B. eine Geschäftsidee, beispielsweise Fliesen legen. Man fängt alleine an und ergattert Aufträge, die man ausführt für 20€/qm. Nach kurzer Zeit hat man mehr Aufträge, als man selbst bewältigen kann, also stellt man eine Person ein. Der zahlt man 40€ die Stunde und in dieser Stunde legt die Person 5qm, dafür kann man 100 € abrechnen. 40 € gehen für den Lohn weg, 40 € für Nebenkosten und 20 € kann der Chef einstreichen, ohne selbst gearbeitet zu haben. Mit dem zweiten Mitarbeiter geht das genauso und ab fünf Mitarbeitern hat man schon so viel ohne eigene Arbeit eingenommen, wie man selbst erarbeiten könnte. Es findet also ein Transfer von EInkommen statt vom Angestellten zum Chef, der Angestellte verliert ein wenig Einkommen, weil er unter Wert arbeitet und dieser Wert fließt dem Chef zu.

    Hier habe ich aufgehört zu lesen. Du hat noch nie einen Betrieb geführt und sicher auch noch nie produktiv (in der Produktion) gearbeitet, sonst würdest du das nicht von dir lassen.
    Das Problem sind nicht die Harzter, das Problem sind nicht die Malocher und auch nicht die Chefs, das Problem ist der Wasserkopf. Ich habe es immer so gerechtfertigt, das die Chefs das größere Auto zu fahren: Bekommst du dein Geld hier immer pünktlich? Jo!
    Wird hier eher besser als anderswo in der Branche gezahlt? Jo, schon! Ist dir das 20€ Wert von deinem Lohn dem Chef abzugeben, damit der sich kümmert, dass dies so bleibt? Ja, schon.
    Siehste der Chef lässt 500 Leute hier für sich schuften, das macht 10000€ im Monat, da kannste dir dann auch einen Porsche leisten. 500 Beschäftigte ist Mittelstand.
    Wenn du Lust hast, übernimm einen Handwerksbetrieb, es werden dringend Nachfolger gesucht. Aber selbst und ständig, das ist ja für die Work-Life-Balance das pure Gift.

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    mehr als 1000 Beiträge seit 07.05.2023

    Antwort auf Re: Wie wird man reich? von .

    Das pünktliche Gehalt ermöglicht die Buchhaltung, auch für einen bestimmten festen Stundenlohn und der steckt in den Nebenkosten. Der Obolus für den Chef kommt da noch eben drauf und das erfolgt eben ganz ohne weitere Gegenleistung oder Arbeitsleistung durch den Chef. Falls der Chef auch mitarbeitet, ist für den ebenfalls ein fixer Stundenlohn anzusetzen.
    Es geht auch nicht um Rechtfertigung oder Einverständnis. Es geht darum, zu verstehen, wie die Wertflüsse konkret aussehen. Als erstes nur reines Verständnis, das haben schon viele nicht.
    Aus dem Verständnis heraus kann man dann ansetzen und überlegen, wie man das optimieren kann oder ob man das überhaupt tun sollte. Da kann dann herauskommen, dass bestimmte Steuerarten erhöht oder gesenkt werden sollten.

    Aber eines bleibt: Belastet kann nur der werden, der arbeitet und dessen Arbeitsleistung Wert erzeugt. Ein Unternehmer, der arbeiten lässt, kann auch nicht persönlich belastet werden, sondern es wird die Leistung seiner Arbeiter belastet, während sie ihm zufließt.

    Es geht also im Kern um die Verteilung der Wertströme aufgeteilt in Lohn (leistungsbehaftet) und Gewinn (leistungslos). Das hat sich in den letzten Jahrzehnten massiv zum Gewinn verschoben.

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    mehr als 1000 Beiträge seit 07.05.2023

    Antwort auf Re: Wie wird man reich? von marenghi.

    Das Ziel, die Zahl der Armen zu reduzieren ist letztlich von Anfang an vergeblich. Nennen wir es auch mal nicht „die Armen“, sondern „die Ausgebeuteten“, das trifft es genauso gut und ist in der Bedeutung weitgehend gleich.

    Leider ist es auch so, dass man nunmal auch Unternehmer braucht, Leute die Ideen geben, umsetzen und organisieren, die Risiken abschätzen und eingehen. Wenn man das unterdrücken will, kommt man in Mangelwirtschaft wie in der DDR.
    Der Haken daran ist, dass das fast automatisch zu Ausbeutung führt.

    Letztlich hat man die Wahl zwischen:
    - Armut und Mangel für alle mit sozialistischer repressiver Mangelwirtschaft
    - Ausbeuter und Ausbeutung, mit Armut für die meisten aber ohne Mangel

    Man kann nur den Mangel vermeiden, aber leider nicht die Armut.
    Armut ist ein inhärentes, unvermeidbares Phänomen menschlicher Gemeinschaften.

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    mehr als 1000 Beiträge seit 18.02.2012

    Antwort auf Re: Wie wird man reich? von .

    Karyptis schrieb am 14.05.2023 18:46:

    Das pünktliche Gehalt ermöglicht die Buchhaltung, auch für einen bestimmten festen Stundenlohn und der steckt in den Nebenkosten.

    Das ist der Brüller des Tages: "Das pünktliche Gehalt ermöglicht die Buchhaltung"

    Der Obolus für den Chef kommt da noch eben drauf und das erfolgt eben ganz ohne weitere Gegenleistung oder Arbeitsleistung durch den Chef. Falls der Chef auch mitarbeitet, ist für den ebenfalls ein fixer Stundenlohn anzusetzen.
    Es geht auch nicht um Rechtfertigung oder Einverständnis. Es geht darum, zu verstehen, wie die Wertflüsse konkret aussehen. Als erstes nur reines Verständnis, das haben schon viele nicht.
    Aus dem Verständnis heraus kann man dann ansetzen und überlegen, wie man das optimieren kann oder ob man das überhaupt tun sollte. Da kann dann herauskommen, dass bestimmte Steuerarten erhöht oder gesenkt werden sollten.

    Aber eines bleibt: Belastet kann nur der werden, der arbeitet und dessen Arbeitsleistung Wert erzeugt. Ein Unternehmer, der arbeiten lässt, kann auch nicht persönlich belastet werden, sondern es wird die Leistung seiner Arbeiter belastet, während sie ihm zufließt.

    Es geht also im Kern um die Verteilung der Wertströme aufgeteilt in Lohn (leistungsbehaftet) und Gewinn (leistungslos). Das hat sich in den letzten Jahrzehnten massiv zum Gewinn verschoben.

    Du kannst ja der Meinung sein, das Akquise von Neukunden oder das Beschaffen der Kredite für die Lohnzahlung am 30. keine Arbeit sei und der Laden auch ohne Boss liefe, nur mit der Realität hat das nichts zu tun. Wenn das alles ohne Leistung geht, dann melde ein Gewerbe an (30€) und werde reich, wir sind ein freies Land.
    Der Punkt ist, du bist der Meinung der Unternehmer trägt nichts zum Erfolg bei, ich kann das nicht so sehen, dann wäre jeder Unternehmer statt auf Hartz zu hängen.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (14.05.2023 19:27).

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    • marenghi

    mehr als 1000 Beiträge seit 03.12.2020

    Antwort auf Re: Wie wird man reich? von .

    Das ist einfach Käse:

    Sie machen hier einen Strohmann zwischen Sozialismus und Kapitalismus auf.

    Ist die Schweiz, Schweden, Deutschland, Norwegen soz. Staaten?

    Diese Länder verteilen einfach stärker um als die USA und haben deshalb weniger Arme, fertig.

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    mehr als 1000 Beiträge seit 07.05.2023

    Antwort auf Re: Wie wird man reich? von .

    Letztlich lassen sich alle Tätigkeiten auf Geschäftsführer verlagern mit festem Gehalt. Die können Gesellschafter oder auch Alleinunternehmer sein, müssen aber nicht. Letztlich kann ein Unternehmen laufen und Gewinn liefern ohne jeden Arbeitsbeitrag des Eigentümers.

    Und selbst das sagt noch nicht aus, dass der Eigentümer völlig nutzlos wäre, weder jetzt und noch weniger in der Vergangenheit, als er den Laden gestartet hat.
    Es ist auch durchaus sinnvoll, dass es ein gewisses Maß an Gewinn gibt, als Anreiz, all die Mühen des Anfangs auf sich zu nehmen. Es ist nur so, dass wir über die Jahre in dem Punkt ein wenig Maß verloren haben und die Reallöhne etwas zu sehr zugunsten der Gewinne abgesackt sind. Das lässt sich auch aus dem Verteilungsgrad über die Einkommen ablesen, dass es da zu Verwerfungen kam.

    Es geht also nicht darum, den Sozialismus und seine Mangelwirtschaft auszurufen, dazu ist der Nutzen freien, egoistischen Unternehmertums in Form der Abwesenheit von Mangel zu offensichtlich. Es geht darum, die angeschwollenen Umverteilungsströme von unten nach oben (und ganz oben) wieder auf ein allgemein verträgliches Maß zurückzuführen, ohne massive Fehlanreize zu setzen.

    Die maximale unternehmerische und staatliche Ausbeutung von Arbeitenden zugunsten aller anderen Gruppen setzt genau solche Fehlanreize.

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    mehr als 1000 Beiträge seit 07.05.2023

    Antwort auf Re: Wie wird man reich? von marenghi.

    Umverteilung von oben nach unten findet in der Praxis ohnehin nicht statt.
    Wenn überhaupt, gibt es Umverteilung von unten nach unten statt, von Fleißigen zu Faulen, von Arbeitenden zu nicht Arbeitenden.
    Das theoretische Maximum, das man erreichen kann ist die Umverteilung von unten nach oben zu minimieren, also Gewinne fast vollständig zugunsten von Lohnerhöhungen abzubauen.

    Und wo es keine Gewinne geben darf, ist man nunmal im Sozialismus und damit automatisch in der Mangelwirtschaft. Es gibt keinen Sozialismus ohne Mangel, weil die Anreize zur Beseitigung des Mangels nicht vorhanden sind.

    Es gibt auch in der Schweiz oder Schweden nicht weniger Arme, weil es auch dort nicht weniger Ausgebeutete gibt. Allenfalls ist die Spreizung innerhalb der Gruppe der Ausgebeuteten kleiner. In den USA gibt es einfach weniger Anreize zum Nichtarbeiten.

    Das Ziel, Armut zu verringern ist eben theoretisch unerreichbar. Die Anzahl der Armen hat ein inhärentes (hohes) Minimum in sozialen Gesellschaften. Das ist ein fundamentales ideologisches Problem aller Linken.

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    • Serian

    mehr als 1000 Beiträge seit 31.01.2002

    Antwort auf Wie wird man reich? von .

    Reich ist halt eine Definitionssache die jeder für sich selbst treffen muss.

    Ich selbst halte mich für Mittelstand. Meine definition davon: Am Ende des Monats ist noch genug Geld über um sich Spautz zu kaufen den man nicht braucht, genug Geld auf der Bank um ne neue Heizung / Auto zu kaufen, Urlaub zu machen ( und wenns Essen dann halt mal nen 100er kostet ists egal ).

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    mehr als 1000 Beiträge seit 07.05.2023

    Antwort auf Re: Wie wird man reich? von Serian.

    Eine persönliche Definition ist per se nutzlos. Sie wird erst dadurch nützlich, dass sie Zusammenhänge aufzeigt, Gemeinsamkeiten, Unterschiede und dass sie zu einem besseren Verständnis führt, wie Dinge funktionieren. Das wiederum führt zu einer besseren Einschätzung, was konkrete Maßnahmen bewirken.

    Beispiel: Wenn man alle Gewinne zu 100% besteuert, dann fehlt jeder Anreiz zu unternehmerischer Tätigkeit. Die Steuereinnahmen gehen nicht etwa nach oben, sondern sie stürzen ab, gleichzeitig macht sich Mangel an Gütern breit, weil niemand mehr daran interessiert ist, dem Mangel abzuhelfen, es geht ihm dadurch ja kein Bisschen besser.

    Insofern trägt die zufriedene Selbstbeweihräucherung zur Egostimulation zur Erkenntnis leider rein gar nichts bei und ist sofern weniger interessant. Allenfalls als Bestätigung der Ausgangsthese. Und selbst dann wäre es sinnvoll, Begriffe halbwegs korrekt zu benutzen. Mittelstand ist eine Gruppe von Unternehmen so zwischen 50 und 500 Mitarbeitern. Die Eigentümer gehören zur Ausbeuterschicht bzw. zu den Reichen.

    Mittelschicht ist hingegen der Versuch, eine Gruppe zu definieren, die weder ausbeutet noch ausgebeutet wird (um sie dann zu manipulieren). Nur leider gibt es diese nicht, weil man immer auf einer der beiden Seiten steht: Ausbeuter oder Ausgebeuteter.

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