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    • Paddz

    6 Beiträge seit 14.05.2009

    Antwort auf Re: Weil Facharbeiter als Single bereits den Spitzensteuersatz zahlen müssen, von cronos_the_master_of_time.

    cronos_the_master_of_time schrieb am 13.05.2023 23:55:

    photona schrieb am 13.05.2023 23:25:

    Eine weitere einfach umzusetzende Maßnahme wäre eine klare Anhebung des steuerlichen Grundfreibetrages von jetzt um die 10.000 Euro auf beispielsweise 20.000 Euro bei gleichzeitiger Anhebung von Spitzen- und Höchststeuersatz (Letzterer lag unter der Regierung Kohl übrigens bei 53%, heute sind es nur 45%).

    Es braucht überhaupt keinen Spitzensteuersatz. Spitzensteuersatz bedeutet ja nur, dass es danach keine Progression des Steuersatzes mehr gibt. Warum sollte das so sein? Der Steuersatz kann (und sollte mMn) weiter steigen, und darf sich dabei asymptotisch den 100% nähern.
    Die Existenz eines Spitzensteuersatzes ist immer ein Geschenk an die Besserverdienenden.

    Gruss cronos

    Ich überlege gerade ob 100% Steuern eine vernünftige Forderung ist?

    Was bedeutet das für einen Selbständigen? Wo würde diese Grenze liegen?

    Letztlich bedeutet es ja eine Kappung des eigenen Einkommens!

    Spielen wir das für Musk durch, habe es dann Tesla und Space X? Ist das vernünftig in einem internationalen Wettbewerb ohne diese Grenze?

    In Schweden gab es das schon mal:

    Auch wenn sich die Kinderbuchautorin Astrid Lindgren selbst nie sonderlich für Geld interessiert hat, gab es auch bei ihr Grenzen. Als äußerst streitbare Autorin erwies sie sich 1972, als die schwedische Steuergesetzgebung solch fröhliche Urständ feierte, dass die Schriftstellerin 102 Prozent Einkommens- und Vermögenssteuern (Lindgren: „So viele Prozente gibt es doch gar nicht“) zahlen musste.
    Ihr Protest, der in dem Märchen „Pomperipossa in Monismanien“ mündete und indirekt die Aufforderung enthielt, die Sozialdemokraten nicht wieder zu wählen, stieß selbst im durch und durch egalitären Schweden auf offene Ohren: Zum ersten Mal nach 44 Jahren verlor die Partei die nächsten Wahlen. Mehr Steuern zahlen als Einkünfte haben – das ging selbst der Mehrheit der ansonsten an eine enorme Steuerprogression gewöhnten Schweden entschieden zu weit.

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    • fuckup2

    mehr als 1000 Beiträge seit 15.09.2022

    Antwort auf Re: Weil Facharbeiter als Single bereits den Spitzensteuersatz zahlen müssen, von jungspund.

    jungspund schrieb am 13.05.2023 23:28:

    fuckup2 schrieb am 13.05.2023 23:06:

    Im Stuttgarter Raum zahlen wir Berufsanfängern sechsstellig.

    Consulting mit up-or-out?

    Industrie mit Tarif und Betriebsrat.

    Gen-Z dann so: Mach mal 30h, ich hab noch ein Privatleben.

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    mehr als 1000 Beiträge seit 15.09.2022

    Antwort auf Re: Weil Facharbeiter als Single bereits den Spitzensteuersatz zahlen müssen, von .

    photona schrieb am 13.05.2023 23:25:

    Hier könnten bessere Regelungen getroffen werden. Z.B. Kappungsgrenze bei 50.000 Euro Vorsteuergewinn festlegen und bis 100.000 Euro halten. Dann die darüberliegenden Gewinne wieder beitragspflichtig machen.

    Wie willst Du das Loch begründen?

    M.E. sollte man aufhören BIP-Wachstum über die GKV finanzieren zu lassen. Alles was keine Evidenz hat konsequent streichen. Alles was gewöhnliches Lebensrisiko ist (Beispiel Brille) konsequent streichen (Damit hört dann u.a. der Transfer über die GKV an die Sozialämter auf). Alles was nicht unerlässlich ist konsequent streichen.
    Schlussendlich sollte das Gesundheitswesen m.E. dringend über die Interessenlage der beteilligten Personen nachdenken. Wer als Patient seinem Arzt vertraut ist schlicht dumm. Ich halte mir mittlerweile einen Zoo an Privatärzten die ich alleinig für Beratung bezahle. Ergebnis: Eine Größenordnung weniger Kosten p.a..
    Als GKVler muss ich mir das natürlich schönsaufen, weil meine Kosten dadurch gestiegen sind. Meine Gesundheit, anstelle von Chemiebomben, ist mir das wert. Außerdem entfallen auf magische Weise allfällige Wartezeiten und die Pünktlichkeit nimmt frappierend zu.

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  • Avatar von fuckup2
    • fuckup2

    mehr als 1000 Beiträge seit 15.09.2022

    Antwort auf Re: Weil Facharbeiter als Single bereits den Spitzensteuersatz zahlen müssen, von cronos_the_master_of_time.

    cronos_the_master_of_time schrieb am 13.05.2023 23:55:

    photona schrieb am 13.05.2023 23:25:

    Eine weitere einfach umzusetzende Maßnahme wäre eine klare Anhebung des steuerlichen Grundfreibetrages von jetzt um die 10.000 Euro auf beispielsweise 20.000 Euro bei gleichzeitiger Anhebung von Spitzen- und Höchststeuersatz (Letzterer lag unter der Regierung Kohl übrigens bei 53%, heute sind es nur 45%).

    Es braucht überhaupt keinen Spitzensteuersatz. Spitzensteuersatz bedeutet ja nur, dass es danach keine Progression des Steuersatzes mehr gibt. Warum sollte das so sein? Der Steuersatz kann (und sollte mMn) weiter steigen, und darf sich dabei asymptotisch den 100% nähern.

    Karlsruhe hat dazu auch eine Meinung:
    Der Steuersatz kann (und sollte mMn) weiter steigen, und darf sich dabei asymptotisch den 50% nähern.

    Die Existenz eines Spitzensteuersatzes ist immer ein Geschenk an die Besserverdienenden.

    Richtig. Allerdings sollten wir die 25% andernorts nicht vergessen.

    Wer Arbeitseinkommen versteuert ist doof.

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  • Avatar von alterpinguin
    • alterpinguin

    mehr als 1000 Beiträge seit 05.12.2002

    wieso schreibst Du Umverteilung in Anführungsstrichen? Was für

    Antwort auf Weil Facharbeiter als Single bereits den Spitzensteuersatz zahlen müssen, von foobar.

    foobar schrieb am 13.05.2023 20:08:
    Re: Weil Facharbeiter als Single bereits den Spitzensteuersatz zahlen müssen,

    gehen sie wohl nicht ohne Grund davon aus, daß sie bei einer "Umverteilung" zu denen gehören, die geschröpft werden. Und da spielt es überhaupt keine Rolle, in welcher Schicht sie sich sehen.

    wieso schreibst Du Umverteilung in Anführungsstrichen? Was für eine Propaganda soll das sein?
    Warten wir mal wieder aktuelle Wahlergebnisse (Bremen) ab um zu sehen wie leicht sich die meisten verwirren lassen und den Kriegstreibern auf den Leim gehen. Da spielt die Umverteilung für viele auch keine Rolle.... wohl weil sie sich auf der Siegerseite wähnen?

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  • Avatar von Naturzucker
    • Naturzucker

    mehr als 1000 Beiträge seit 06.03.2012

    Re: das eine ist das Progressionsende, das andere die Reichensteuer

    Antwort auf Wo kommt die Zahl "60.000" her? von Emrymer.

    Emrymer schrieb am 13.05.2023 21:31:

    Zufällig war ich gerade über einen anderen Artikel gestolpert, der sich mit einer ähnlichen Frage befasst:
    https://www.wiwo.de/finanzen/geldanlage/neue-statistik-was-deutschlands-millionaere-reich-macht/29137660.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE
    Zitat daraus:

    2019 wurden Jahreseinkommen ab 265.327 Euro (beziehungsweise ab 530.654 Euro bei gemeinsam veranlagten Personen) mit dem Höchstsatz von 45 Prozent besteuert.

    Ist in den drei Jahren wirklich das Jahreseinkommen, ab dem der Spitzensteuersatz fällig wird, auf weniger als ein Viertel abgesackt?
    Oder ist bei den "60 k" möglicherweise eine "2" verlorengegangen, die die Sache dann doch in ein etwas anderes Licht rückt?

    https://de.wikipedia.org/wiki/Einkommensteuertarif#Tarifzonen

    Die Progressionszone endet bei zu versteuerndem Einkommen (zvE) von ca. 60.000 Euro. Bei einem zvE von ca. 280.000 Euro gibt es dann noch einen Zuschlag, der genau genommen dann den Spitzensteuersatz darstellt. Der wurde 2005 unter dem Begriff "Reichensteuer" eingeführt.

    In dem Wiki-Artikel ist auch eine animierte Grafik zu sehen, welche den Tarifverlauf im Lauf der Jahre darstellt. Darin sieht man, dass die Politik bestrebt war, die anfänglich "seichte" Steigung der Kurve immer steiler und heftiger zu gestalten. Das führt dazu, dass sobald man etwas mehr verdient als den Grundfreibetrag, dass man sehr schnell relativ gesehen noch mehr Steuern zahlen muss.

    Leider hat man in der Grafik einen weit verbreiteten Fehler begangen Die Kurven unterschiedlicher Jahre wurde ohne Normierung in ein Diagramm gepfercht, was natürlich Unsinn ist. Um die Verläufe der Steuertarife halbwegs vergleichbar in ein Diagramm einzutragen, hätte man die Werte um die Inlfation bereinigen müssen. Und selbst dies würde zu einer vezerrten Darstellung führen, weil die veröffentlichte Teuerungsrate nie die tatsächliche Geldentwertung wiedergeben kann.

    Auch der Begriff "Steuerprogression" ist irreführend. Eine progressiv verlaufende Steuerkurve würde mathematisch irgendwann einmal dazu führen, dass hohe Einkommen 100% oder mehr an Steuern zahlen müssten.

    Die mathematisch korrekte Bezeichnung für diesen Verlauf ist "Degression". Und bei degressiven Verläufen hat man das größte delta-Y in Abhängigkeit von delta-X (relative Steigerung der Steuerlast in Abhängigkeit vom Anstieg des zu versteuerndem Einkommens) halt am Anfang der Steuerkurve bei den niedrigen Einkommen und nicht am Ende bei den hohen Einkommen.

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  • Avatar von marenghi
    • marenghi

    mehr als 1000 Beiträge seit 03.12.2020

    Antwort auf Weil Facharbeiter als Single bereits den Spitzensteuersatz zahlen müssen, von foobar.

    foobar schrieb am 13.05.2023 20:08:

    gehen sie wohl nicht ohne Grund davon aus, daß sie bei einer "Umverteilung" zu denen gehören, die geschröpft werden. Und da spielt es überhaupt keine Rolle, in welcher Schicht sie sich sehen.

    Was soll immer diese Argumentation "selbst XY fallen schon unter denen, von denen umverteilt wird --> also können die nicht mehr haben, weil es ja XY sind". Für XY irgendeine Berufsgruppe einsetzen, von der man meint, dass sie doch arme Säue sind, aber angeblich trotzdem unter Spitzensteuersatz o.ä. fallen würden.

    Also: Entweder Facharbeiter gehören eben zu den einkommensstärktsten 20%, dann werden sie eben zu Recht stärker herangezogen, um die unteren 20% zu unterstützen. Oder sie gehören eben nicht dazu - werden dann auch nicht stärker herangezogen.

    Sie müssen sich also entscheiden: Entweder schätzen Sie das Einkommen von Facharbeitern falsch ein, werfen den Mechatroniker bei Siemens in einen Topf mit Gärtner, Friseure, Krankenpfleger, Einzelhandelskaufmann usw. Für ersteren, also 10% aller Facharbeiter, trifft dann Ihre Behauptung zu. Für die anderen 90% nicht.

    Oder es stimmt, dass Facharbeiter unter Spitzensteuersätze fallen - dann fallen sie aber zu Recht darunter, weil Spitzensteuersatz eben nur von den einkommensstärksten 20% gezahlt wird.

    Wie andere hier schon angemerkt haben, ist das vollkommen korrekt so. Man sollte allerdigns den Satz für höhere Einkommen noch weiter nach oben laufen lassen, entweder in mehreren Stufen über der Einstiegsstufe des Spitzensteuersatzes (bspw 60-100k, 100k-150k usw). Oder eben asymptotische Annäherung auf einen hohen Wert.

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  • Avatar von jungspund
    • jungspund

    mehr als 1000 Beiträge seit 19.08.2002

    Antwort auf Re: Weil Facharbeiter als Single bereits den Spitzensteuersatz zahlen müssen, von fuckup2.

    fuckup2 schrieb am 14.05.2023 08:13:

    jungspund schrieb am 13.05.2023 23:28:

    fuckup2 schrieb am 13.05.2023 23:06:

    Im Stuttgarter Raum zahlen wir Berufsanfängern sechsstellig.

    Consulting mit up-or-out?

    Industrie mit Tarif und Betriebsrat.

    Gen-Z dann so: Mach mal 30h, ich hab noch ein Privatleben.

    ich habe leise zweifel...

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  • Avatar von Boucher
    • Boucher

    33 Beiträge seit 13.07.2020

    Antwort auf Re: Weil Facharbeiter als Single bereits den Spitzensteuersatz zahlen müssen, von cronos_the_master_of_time.

    100% Höchststeuersatz beim Einkommen. Daran sieht man sehr gut den Horizont der Untertanen.

    Als erstes sollte der Staat abgebaut werden. Von 50% Staatsquote auf maximal 10-15%.

    Steuern auf Leistung sollten generell gestrichen werden. Einkommensteuer im Schnitt weit höher als die Kapitalertragsteuer - das ist Sklaventum. Der abgespeckte Staat sollte sich aus Konsumsteuern finanzieren. Die staatlichen Schulen haben ganze Arbeit bei ihren Untertanen geleistet.

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  • Avatar von VorEifelYeti
    • VorEifelYeti

    mehr als 1000 Beiträge seit 08.10.2005

    Antwort auf Re: Weil Facharbeiter als Single bereits den Spitzensteuersatz zahlen müssen, von .

    photona schrieb am 13.05.2023 23:25:

    Eine weitere einfach umzusetzende Maßnahme wäre eine klare Anhebung des steuerlichen Grundfreibetrages von jetzt um die 10.000 Euro auf beispielsweise 20.000 Euro bei gleichzeitiger Anhebung von Spitzen- und Höchststeuersatz (Letzterer lag unter der Regierung Kohl übrigens bei 53%, heute sind es nur 45%).

    Auch das würde die mittleren Einkommen deutlich entlasten, keinen Besserverdiener in Nöte treiben und dabei die Einnahmenseite stabil halten.

    Dass die Anhebung des Grundfreibetrags auf eine Höhe die über den Gesamtleistungen die ein H4-Bezieher erhält erforderlich ist kann ich nur Zustimmen. Wieso soll ich mich jeden Tag für einen 1500€-Job aus dem Bett quälen auf den ich Steuern zahle während der Nachbar sich gemütlich umdreht und nahezu das gleiche Geld zur Verfügung hat um es vereinfacht zu sagen. Gleichzeitig wäre dies eine ordentliches Mehreinkommen für die Arbeitnehmer ohne die Arbeitgeber zu belasten.

    Die Anhebung der Höchststeuersätze sehe ich jedoch unter dem Aspekt ausländische Fachkräfte für Forschung und Entwicklung zu gewinnen äusserst kritisch, da steht man in direktem Vergleich mit anderen Ländern die diesen Leuten deutlich weniger abnehmen!

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