Und solange nicht die geldwerten Vorteile berücksichtigt werden, taugt der ganze Quatsch nur für die Rundablage.
Zur "gehobenen Mittelschicht" zählt sich aber sogar CDU-Chef Friedrich Merz, der mit seinem Privatjet zur Hochzeit des Finanzministers angereist und vor seinem politischen Comeback jahrelang Vorstandschef der Vermögensverwaltung Blackrock gewesen war.
Jeder langjährige Bundestagsabgeordnete, egal ob rechts, links oder geradeaus, ist im Laufe der Jahre zu einem Millionär geworden und gehört auch nicht mehr zur gehobenen Mittelschicht.
Die banale Wahrheit: Im Grunde werden wir in Deutschland von Reichen regiert, die gerne den Kümmerer für die Armen spielen oder gar selber einmal aus den einfachen Schichten stammten.
Ein Großteil der Befragten schätzte die Ungleichheit von Einkommen und Vermögen aber in etwa gleich groß ein.
Weil die Politik und in der Propaganda nicht differenziert wird. Bei Reichtum immer nur das Einkommen und nie das Vermögen betrachtet wird. Obwohl das sachlich falsch ist.
Eine vergleichende Studie zu Vermögens- und Einkommensungleichheit zeigte nach Angaben der Uni Konstanz, dass in Deutschland den "oberen fünf Prozent" 41,6 Prozent des gesamten Vermögens (Immobilienvermögen, Wertpapiere und weitere Finanzanlagen) gehören, aber "nur" 15,8 Prozent des gesamten Einkommens.
Das ist die Konsequenz unserer Umverteilung des Einkommens.
Es ist heute als Angestellter viel, viel schwieriger ein Vermögen anzuhäufen, als es früher einmal der Fall war. Die Häuser in den guten Lagen der Boom-Städte wurden früher einmal von Handwerksmeistern und mittleren Angestellten erbaut.
Es ist nicht selten, dass deren Erben ein eher geringes Einkommen haben, während sich Doppelverdiener-Akademiker diese Wohnlage garnicht mehr leisten können, wenn die nicht ein Erbe zur Finanzierung mitbringen.
Aber auch umgekehrt ist das Bild schief.
Die unteren Schichten bekommen zu ihren Nettoeinkommen eine ganze Reihe geldwerter Vorteile, welche die realen Unterschiede minimieren.
Das schönste Beispiel hatten wir ja im letzten Jahr beim Ukrainekrieg, als der Putin mit dem Gashahn spielte. Wer als Hartz'ler in einer Butze mit Zentalheizung unterwegs war, der musste sich keine Sorgen machen. Aber der kleine Angestellte, der gerade so mit dem eigenen Geld über die Runden kam.
Daher ist die Einschätzung der Leute garnicht so verkehrt gewesen.