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Avatar von Mathematiker
  • Mathematiker

mehr als 1000 Beiträge seit 22.02.2014

Solange man in Deutschland Einkommen und Vermögen nicht auseinanderhalten kann..

Und solange nicht die geldwerten Vorteile berücksichtigt werden, taugt der ganze Quatsch nur für die Rundablage.

Zur "gehobenen Mittelschicht" zählt sich aber sogar CDU-Chef Friedrich Merz, der mit seinem Privatjet zur Hochzeit des Finanzministers angereist und vor seinem politischen Comeback jahrelang Vorstandschef der Vermögensverwaltung Blackrock gewesen war.

Jeder langjährige Bundestagsabgeordnete, egal ob rechts, links oder geradeaus, ist im Laufe der Jahre zu einem Millionär geworden und gehört auch nicht mehr zur gehobenen Mittelschicht.
Die banale Wahrheit: Im Grunde werden wir in Deutschland von Reichen regiert, die gerne den Kümmerer für die Armen spielen oder gar selber einmal aus den einfachen Schichten stammten.

Ein Großteil der Befragten schätzte die Ungleichheit von Einkommen und Vermögen aber in etwa gleich groß ein.

Weil die Politik und in der Propaganda nicht differenziert wird. Bei Reichtum immer nur das Einkommen und nie das Vermögen betrachtet wird. Obwohl das sachlich falsch ist.

Eine vergleichende Studie zu Vermögens- und Einkommensungleichheit zeigte nach Angaben der Uni Konstanz, dass in Deutschland den "oberen fünf Prozent" 41,6 Prozent des gesamten Vermögens (Immobilienvermögen, Wertpapiere und weitere Finanzanlagen) gehören, aber "nur" 15,8 Prozent des gesamten Einkommens.

Das ist die Konsequenz unserer Umverteilung des Einkommens.
Es ist heute als Angestellter viel, viel schwieriger ein Vermögen anzuhäufen, als es früher einmal der Fall war. Die Häuser in den guten Lagen der Boom-Städte wurden früher einmal von Handwerksmeistern und mittleren Angestellten erbaut.
Es ist nicht selten, dass deren Erben ein eher geringes Einkommen haben, während sich Doppelverdiener-Akademiker diese Wohnlage garnicht mehr leisten können, wenn die nicht ein Erbe zur Finanzierung mitbringen.

Aber auch umgekehrt ist das Bild schief.
Die unteren Schichten bekommen zu ihren Nettoeinkommen eine ganze Reihe geldwerter Vorteile, welche die realen Unterschiede minimieren.
Das schönste Beispiel hatten wir ja im letzten Jahr beim Ukrainekrieg, als der Putin mit dem Gashahn spielte. Wer als Hartz'ler in einer Butze mit Zentalheizung unterwegs war, der musste sich keine Sorgen machen. Aber der kleine Angestellte, der gerade so mit dem eigenen Geld über die Runden kam.

Daher ist die Einschätzung der Leute garnicht so verkehrt gewesen.

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  • Avatar von marenghi
    • marenghi

    mehr als 1000 Beiträge seit 03.12.2020

    Re: Solange man in Deutschland Einkommen und Vermögen nicht auseinanderhalten ka

    Antwort auf Solange man in Deutschland Einkommen und Vermögen nicht auseinanderhalten kann.. von Mathematiker.

    Würde ich grob auch so sagen.

    Aber selbst bei den Einkommen ists so, dass oft Umverteilungen, auf den zweiten Blick sogar einkommensstärkeren zu Gute kommen. Siehe Tankrabatt, Pendlerpauschale.

    Das ist wirklich nur am nuntersten Rand, Hartz4 so, dass die Wohnungskosten stark unterstützt werden.

    Die meisten unterschätzen auch hier, wie viel besser sie als H4er gestellt sind.

    Ich hab hier im Forum mit einem diskutiert, der behauptet hat, mit 2000 netto kommt er nicht besser weg als ein H4er, arbeiten lohne sich nicht usw usf. Hab ihm dann mal konkret die Rechnung vorgemacht, dann sah man den eklatanten Unterschied im verfügbaren Geld und damit Lebensstandard.

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