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Avatar von kennie
  • kennie

mehr als 1000 Beiträge seit 04.12.2005

Kommentarspalte, AfD und Fachkräfte - dog whistling

Ausländern abzusprechen, dass sie Fachkräfte sein können, weil sie so primitiv und kriminell wären, nennt man Dog whistling.

Viele der Poster fallen auf die Hasstiraden der AfD rein oder sind selbst xenophobe AfD-Trolle. Genauso wie sie die Lügen von Johnson nicht verstehen. Ungelernte Ausländer können sehr wohl zu Fachkräften ausgebildet werden. Die Tories sind natürlich keine linke Partei geworden.

Unser Wirtschaftssystem, das Gleiche wie in Großbritannien, braucht gering bezahlte Sklavenarbeiter. Auch die Nazis brauchten viele Zwangsarbeiter und der Hass gegen Ausländer hilft dabei sie zu versklaven. Da Deutsche verständlicherweise nicht im Drecksjob als LKW-Fahrer bei einem mafiösen Subunternehmer aus dem Ausland oder in Schlachtereien arbeiten wollen, braucht es Ausländer, die vorher und während ihres Jobs noch schlimmer behandelt werden. Damit sie es ja nicht wagen, sich zu wehren.

AfDler verstehen natürlich nicht, dass das eine Klassenfrage ist und eine Folge des angelsächsischen Finanzmarktkapitalismus und von Deregulierung. Sie fokusieren ihren Frust und Hass auf Ausländer und sprechen ihnen ab, dass sie Fachkräfte sein könnten.

In Wahrheit wollen die meisten Deutschen auch keine Fachkräfte sein. Das sind oft Jobs, wo man etwas mehr Ausbildung als Keine braucht und oft schlecht bezahlt und behandelt wird. Wie an den zwei prominenten Beispielen oben erkennbar. Das Wort ist Etikettenschwindel. Der Mangel liegt nicht wirklich auf der Nachfrageseite, sondern beim Jobangebot.

Die Lösung wäre einfach:

1. Löhne stark erhöhen und zwar in der Breite für alle.

2. Unbeliebte Jobs abschaffen oder automatisieren.
Toilette könnten auch Putzroboter putzen, müssen ja nicht Ausländer und Unterschicht bei uns machen. Fleischindustrie gehört schon lange abgeschafft. Vielen verfetteten, hasserfüllten AfDlern würde weniger Fleisch und eine bessere Ernährung gut tun. LKW-Verkehr gehört sowieso auch reduziert. Die sind verantwortlich für viele Schäden an Straßen, Gebäuden und Umwelt.

3. Bessere Jobs schaffen, die die Arbeitnehmer gerne machen.

Wenn man die Frage stellt, warum sich nichts ändert, gibt es immer die gleiche Antwort. So wie es jetzt läuft, ist es für einige Wenige sehr profitabel und es gibt noch viele Trittbrettfahrer. Roboter nützen unsere Arbeitgeber lieber zur Profitmaximierung, so wie sie Arbeitnehmer lieber maximal ausbeuten. AfDler lassen sich dabei noch instrumentaliseren, indem sie den Hass auf Ausländer, der ihnen von Oben herab teils auch vorgegeben wird, nachmachen, statt sich mit den ausländischen Sklavenarbeitern zu verbünden, um gemeinsam gegen Ausbeutung und Profitgier zu kämpfen.

Dieses Wirtschaftssystem zerstört Umwelt und Menschen.
Am Ende verlieren alle und das Verlieren hat schon längst begonnen. Deshalb sind viele Poster hier so unzufrieden und hasserfüllt, weil sie am Verlieren sind. Sie verstehen nur leider nicht, warum sie verlieren und wie man das ändern kann.

Ich weiß übrigens nicht, ob die Torys dieses Riesenexperiment namens Brexit freiwllig gemacht haben. Bezeichnend war ja auch immer, dass der Chef der Ukip, Nigel Farage, lieber im EU-Parlament blieb.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (07.10.2021 09:00).

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  • Avatar von Return of MC-Dunkelziffer
    • Return of MC-Dunkelziffer

    337 Beiträge seit 19.10.2020

    Antwort auf Kommentarspalte, AfD und Fachkräfte - dog whistling von kennie.

    Ich habe ganz dringend Lust aus dir einen Toilettenroboter zu machen.

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  • Avatar von swashbuck
    • swashbuck

    mehr als 1000 Beiträge seit 31.03.2000

    Antwort auf Kommentarspalte, AfD und Fachkräfte - dog whistling von kennie.

    Zum Glück gibt es so schlaue linke Leute wie Dich, die das mit der Hundepfeife auch hören können und daraufhin reflexiv Alarm schlagen, sonst hätte ich das gar nicht mitbekommen. ;-)

    Nun, das Problem mit den Sklavenarbeitern ist halt folgendes. So ein paar von "denen" ist schon ganz chic und praktisch. Solange man selber keiner ist.

    Blöd ist es, wenn die Sklavenkaste ethnisch und kulturell etwas einseitig besetzt ist und den Sklavenhaltern, bzw. Sklavereivorteilsnehmern (alle Nichtsklaven) auffällt, dass die Proportionen in der gesellschaftlichen Zusammensetzung in Unwucht geraten.

    Wie damals im alten Rom, der Legende nach. Der eine Senator echauffierte sich über die fiesen Sklaven, die sollte man mit nem Bändchen doch kenntlich machen, und der andere Senator, der sagte bloß nicht, dann fiele auf, wie viele es schon seien.

    Der Punkt hier und heute ist doch der folgende: Bist Du gegen eine weitere Migration der Ungebildeten, dann bist Du ein fieser xenophober Rassist.

    Bist Du allerdings weiterhin dafür jedem Ausländer einen Asylstatus, Bleiberecht, oder Duldung zu gewähren, nun, dann bist Du zwar im ersten Aufschlag ein moralisch anständiger Typ, in der Retour allerdings ein Perpetuierer der Sklavenhaltergesellschaft. Oder nicht?

    Und was das Bündnis angeht zwischen den Sklaven und den anderen xenophoben Minderprivilegierten, bist Du Dir denn auch sicher, dass die Sklaven dieses Bündnis überhaupt wünschen? Vielleicht haben die ein anderes Ziel.

    Was den Brexit angeht, so passiert derzeit das, was ich in meinem stillen Kämmerlein mit auch gedacht habe. Nämlich ökonomische Anpassungsschocks. Sprich, die britische Wirtschaft wird eine chaotische, turbulente Phase durchlaufen, bis sie sich wieder berappelt bekommt. Ob nun auf höherem oder niedrigerem Niveau, dass kann ich nicht abschätzen.

    Allerdings passiert ungefähr das, was ich noch aus den paar Semestern Mikro- und Makroökonomie mitgenommen habe.

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  • Avatar von Wolfgang Schira
    • Wolfgang Schira

    mehr als 1000 Beiträge seit 19.01.2010

    Antwort auf Re: Kommentarspalte, AfD und Fachkräfte - dog whistling von Return of MC-Dunkelziffer.

    Ich habe die dunkle Ahnung, dass er Dich und Deinesgleichen gemeint haben könnte.

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  • Avatar von Gerardo
    • Gerardo

    mehr als 1000 Beiträge seit 19.03.2019

    Antwort auf Kommentarspalte, AfD und Fachkräfte - dog whistling von kennie.

    Bei Rede in Nürnberg: Als Söder auf Parteitag Hassmails gegen ihn vorliest, stockt ihm der Atem
    https://www.focus.de/politik/deutschland/bei-rede-auf-csu-parteitag-als-soeder-hassmails-gegen-ihn-vorliest-muss-er-sichtlich-mit-sich-kaempfen_id_21450125.html

    Hassmails sind grundsätzlich verwerflich!
    Aber Söder soll nicht so tun, als seien nur die Altparteien betroffen. Mitglieder der AfD erleben dies schon seit langem, nicht nur schriftlich. Autos werden beschädigt, Hauswände beschmiert, Kinder attackiert, bei Selbstständigen werden Geschäftspartner zur Lösung der Geschäftsbeziehungen aufgefordert, einige Vermieter bekommen sogar Morddrohungen wenn die ihre Räumlichkeiten für AFD Wahlkampfveranstaltungen zur Verfügung stellen! AFD wird am häufigsten Opfer von politisch motivierten Anschlägen, das berichtete vor einigen Monaten sogar der Spiegel!

    Nicht zu vergessen, die Fußballvereine HSV und Frankfurt haben die Mitgliedschaft von AfD-Mitgliedern unterbinden wollen. Insbesondere nimmt die Möglichkeit, sich anonym gegen unliebige Politiker abzuarbeiten, zu. Da gibt es kaum noch Anstandsbarrieren, der Ton wird immer rauer. Aber das gilt auch für die Politiker. Pofalla konnte Bosbachs "Fresse" nicht mehr sehen, Nahles wollte der den Regierungspartnern in die "Fresse" hauen. Die Liste der Auswüchse ist lang und keine Besserung in Sicht.

    Hassmails geht garnicht!
    Die AfD dafür verantwortlich zu machen ist absoluter Humbug. Die Vertreter dieser Partei besonders auf lokaler Ebene werden schon schwer von den Anderen diskriminiert und geächtet.
    DIe AFD ist selbst oft genug Opfer von politisch motivierten Angriffen!
    Querdenker haben nichts mit Parteien zu tun. Querdenker sind Impfgegner, schon 1890 gab es eine regelmäßig erscheinende Publikation der Impfgegegner. Man hat von Staatswegen alles versucht um diese Leute umzustimmen, sogar Gefängnis- und Geldstrafen verhangen, alles hat bis heute nichts genutzt.

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