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  • Dampflokomotive

mehr als 1000 Beiträge seit 01.11.2022

Klimawandel? Naja, ich weiß nicht. Das ist nicht das Problem.

Natürlich gibt es den Klimawandel, aber das ganze Problem ist einfach, dass die Obstbäume (egal welche) nach maximalen Ertrag ausgewählt werden. Man passt sich nicht den Gegebenheiten an. Es lohnt sich rechnerisch auch nicht. Wir haben oft genug sehr gutes Wetter für Obst. Ja, klar, irgendwelche Feldfrüchte gibt es immer, denen das Wetter nicht passt. Es dürfte kein Wetter geben, was für Obstanbau, Getreideanbau, Maisanbau, Weinanbau, Kartoffelanbau und Gemüseanbau gleichzeitig perfekt ist. Irgendwas ist immer. Die Anforderungen dieser Gewächse widersprechen sich. Man weiß es im Vorfeld nicht.

Früher hatte man das anders gelöst. Da hatte man darauf gesetzt, dass man jedes Jahr einen gleichbliebenen mittleren Ertrag hat. Das heißt, man hatte auch Obstbäume auf die kalte Nordseite von Hängen gesetzt, da da die Blüte um Wochen nach hinten sich verlegt. Dadurch hatte man zwar einen niedrigeren Ertrag, als jemand, der nur die warme Hangseiten nimmt, aber Spätfröste waren nie ein Thema. Es erwischte dann immer nur einen Teil der Bäume.

Natürlich gibt es noch mehr Themen, gerade im Apfelanbau dann die "Alten Sorten", die einfach resitenter gegen Schädlingen aller Art sind. oft genug auch keinen großen Schnitt benötigen (auch) weil der Ertrag eher klein ist. Und die Äpfel oft nicht sehr lange lagerfähig sind. Selbstredend keine schöne Alternative für den kommerziellen Anbau. Aber man könnte, wie früher so üblich, mischen. Alte Sorten, neue Sorten, kalte Hangseite, warme Hangseite und für jeden Standort die richtige Sorte. Erfordert aber einen hohen Aufwand und viel Wissen. Jedoch wäre man wettertechnisch (und damit finanziell) immer auf der richtigen Seite.

Daher finde ich Finanzspritzen für Betroffende auch eher falsch. Selbstredend ist das verdammt schlecht gelaufen, aber das ist in der Natur immer der Fall. Möchte der Staat jetzt jeden Bauern bei egal welcher Ernte finanziell unterstützen, angesichts der Tatsache, dass es kein perfektes Wetter für jedes Gewächs gleichzeitig gibt? Das kommt mir lebensfern vor. Unterstützt der Staat damit nicht schlechte Planwirtschaft?

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  • Avatar von schlamutzelnase
    • schlamutzelnase

    mehr als 1000 Beiträge seit 13.11.2015

    Re: "auf die kalte Nordseite von Hängen gesetzt"

    Antwort auf Klimawandel? Naja, ich weiß nicht. Das ist nicht das Problem. von Dampflokomotive.

    Interessante Lösung, kannte ich noch nicht. Allerdings keine Lösung in so platten Gegenden wie im Alten Land und in Brandenburg.

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  • Avatar von Dampflokomotive
    • Dampflokomotive

    mehr als 1000 Beiträge seit 01.11.2022

    Antwort auf Re: "auf die kalte Nordseite von Hängen gesetzt" von schlamutzelnase.

    Stimmt, aber hier kann man verschiedenen Apfelsorten verwenden. Einige blühen früher als andere. Dann wäre man auch auf der sicheren Seite.

    Aber das schmähert natürlich den potenziellen Gewinn. Und es erfordert viel Wissen, man kann einen Elster nicht exakt genauso behandeln wie eine Goldparmäne und die nicht wie Klarapfel, Boskop, Kantapfel, Herbstprinz oder Goldrenette. Ganz zu schweigen von den Anforderungen an den Standort der Pflanzen. Schema-F geht dann nicht mehr.

    Wie gesagt, früher, also vor weit über hundert Jahren, was das völlig normal. Diese Monokulturen sind einfach extrem anfällig. Früher hat man das beachtet.

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  • Avatar von QRM
    • QRM

    mehr als 1000 Beiträge seit 09.07.2004

    [++]

    Antwort auf Klimawandel? Naja, ich weiß nicht. Das ist nicht das Problem. von Dampflokomotive.

    guter Beitrag

    Hier in Unterfranken gab es mal um die 400 Apfelbaumsorten, von denen es kaum noch welche gibt.

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  • Avatar von Hoomey
    • Hoomey

    mehr als 1000 Beiträge seit 05.07.2012

    Antwort auf Klimawandel? Naja, ich weiß nicht. Das ist nicht das Problem. von Dampflokomotive.

    Ich bin kein Obstanbauexperte, aber ich denke, dass das nicht so einfach ist. Zumindest nicht, was das Alte Land und das Havelland angeht.

    Ich war mel in Südostasien gewesen und hatte gefragt, warum es so wenig Äpfel auf den Märkten gibt und dann auch noch so teuer. Antwort war: Apfelbäume brauchen eine gewisse Periode lang Frost (natürlich vor der Blüte) und daher werden die am nahe gelegensten Äpfel vor allem aus dem südlichen China, wo es klimatisch (!) in manchen bergischen Gegenden für Apfelanbau günstig ist, importiert.

    Wenn es nun _häufiger_ früher blüht und trotzdem auch mal später Fröste gibt, dann ist das eindeutig auf den Klimawandel zurückzuführen. Dass die Bauern in Norddeutschland keine klimatisch günstigen Nordhänge haben, ist in diesem Zusammenhang wichtig. Und ob das einfach mit anderen Sorten aufgefangen werden kann, bezweifle ich. In geringem Maße sicherlich, aber für die industrielle Massenproduktion auch?

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  • Avatar von Eichelhäher
    • Eichelhäher

    816 Beiträge seit 17.06.2022

    Antwort auf Klimawandel? Naja, ich weiß nicht. Das ist nicht das Problem. von Dampflokomotive.

    Natürlich hat der Klimawandel etwas damit zu tun. Weniger die einzelnen Wetterereignisse als vielmehr die Veränderung der Vegetationsperioden, welche immer länger werden und immer früher beginnen, was zu früherer Pflanzenblüte führt. Damit steigt die Gefahr von Frostschäden. Wir haben alte Sorten im Garten und auch diese hat der Frost erwischt.

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  • Avatar von JoeBlack1860
    • JoeBlack1860

    636 Beiträge seit 24.10.2010

    Antwort auf Klimawandel? Naja, ich weiß nicht. Das ist nicht das Problem. von Dampflokomotive.

    Dampflokomotive schrieb am 22.08.2024 09:51:

    Natürlich gibt es den Klimawandel, aber das ganze Problem ist einfach, dass die Obstbäume (egal welche) nach maximalen Ertrag ausgewählt werden.

    mal auf Apfelbäume eingeschränkt: Man wählt die Apfelsorte aus, die man am Ende auch verkaufen kann (wenn man davon leben muss).
    Was bringt dir ein Apfel, der resistent gegen alles mögliche ist, aber schlicht nicht lagerbar ist, du aber mit Tafelobst dein Geld verdienen willst? In dem Fall bleibt dir nur übrig für den Einzelhandel Menge zu liefern von den 3-6 Sorten, die auch in der Masser verkauft werden können.
    Gehst Du auf den Wochenmarkt, dann kannst Du sicherlich auch andere Sorten los werden, aber mehlige Äpfel isst halt kaum noch jemand.

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  • Avatar von ronda
    • ronda

    mehr als 1000 Beiträge seit 11.10.2011

    Antwort auf Klimawandel? Naja, ich weiß nicht. Das ist nicht das Problem. von Dampflokomotive.

    Finde ich schon das der Artikel das gut beschreibt.
    Kirschen - frühe Blüte weil es zu warm war, dann kam der Frost > keine einzige Kirsche hat es gegeben.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (23.08.2024 10:20).

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