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    • Propeller15

    mehr als 1000 Beiträge seit 29.08.2013

    Antwort auf Versuch einer Analyse von HaPeR.

    HaPeR schrieb am 28.06.2021 21:47:

    Bei der Diskussion dieser wahrlich alten Fragen begegnen mir immer wieder zwei logische Fehler von Befürwortern des Kapitalismus:
    - Bisher war es so und so. Also wird das auch in Zukunft so sein. (Fall aus dem 23. Stock - Bis zum Erdgeschoss ist alles gut gegangen.)
    - Stalin war so schrecklich. Jede Alternative zum Kapitalismus führt wieder dahin. (Selbst, wenn der Anteil des Imperialismus an der Verstärkung des Terrors völlig außen vor gelassen wird ist das Whatsaboutism.)

    Meiner Meinung nach bleibt bei der Auseinandersetzung mit diesem Wissen nur:
    #1. Sie legen die Hände in den Schoß und hoffen darauf, in ihrem Leben nicht im Erdgeschoss anzukommen und darauf, dass ihre Enkel auch noch nicht da sind. Aprés nous le dèluge. Schöne Variante davon: Spätere Generation lernen unterwegs fliegen.
    #2. Ist mir egal. Das bisschen Korruption stört mich nur, wenn ich daran nicht teilhaben kann. Da mach ich mit, um für mich jetzt das meiste, genügend rauszuholen.
    #3. Sie beteiligen sich, wie auch immer, die Möglichkeiten für eine neue Produktionsweise zu durch- und bedenken und sie eventuell durchzusetzen.

    Nichtstun führt in eine typische Falle. Wer glaubt, einer Situation durch Kopf in den Sand stecken zu entkommen, der entscheidet sich für #1. Mathematisch: Bewerte ich die Alternativen nicht explizit, dann gebe ich jeder Lösung den Multiplikator 1.

    Du hast schon recht. Es ist so. Das ist ja das Problem daran.

    Bisher war es so und beim Erdgeschoss sind wir noch nicht. Aber wissen wir wirklich, dass das Erdgeschoss nahe ist? Weltuntergangspropheten gabs schon immer. Schöne Variante: spätere Generationen lernen fliegen. Ist das mit Sicherheit unmöglich? oder Unwahrscheinlich? Jules Vernes hätte sicherlich nicht gedacht, dass 65 Jahre nach seinem Tod ein Mensch auf dem Mond steht.

    Warum sollten die Weltuntergangspropheten DIESMAL recht haben? Die Antwort ist: Wissenschaft. Aber die Wissenschaft irrt sich empor, sagt der Lesch. Wissenschaft ist nicht ANTWORT, sondern VERBESSERUNG gegenüber vorher.

    Wenn ich an der Korruption teilhaben kann, ist es für mich ok. Was ist, wenn es für mich nicht ok ist? Wenn sich jemand anderes findet, für den es ok ist und der meine Position einnimmt? Wir sehen ja, dass sich das rechtsstaatliche Verhalten in den letzten Jahren sichtbar verändert. Dinge für die man früher zurücktreten musste, kann man jetzt überleben. (Spahn ...).
    -> Bist du dir sicher, dass das nicht in jedem Fall dazu führt, dass ein starker Mann (oder Frau) wie Stalin oder Hitler das Ruder übernimmt? Natürlich kann auch der "Kapitalismus" da hinführen. Wenn es so ist, dann braucht man sich die Systemfrage erst gar nicht zu stellen, dann ist eh alles Wurst.

    Nehmen wir an, unser jetziges System führt in die Katastrophe. Beispiel sei ein Asteroid, der einschlägt. Nicht weil es realistisch sein soll, sondern weil es Beispiel dafür ist, dass jeglicher Versuch der Abwendung bedauerlicherweise wirkungslos ist. Dann können wir uns anstrengen wie wir wollen. Aber ich würde meine letzten Tage lieber in Ruhe verbringen.

    Und zum "Nichtstun". Ich nenne es mal "auf Sicht fahren". Ist es wirklich besser NICHT auf-Sicht zu fahren? Die Alterntative nennt man Aktionismus.

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