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Avatar von Artur_B
  • Artur_B

mehr als 1000 Beiträge seit 09.09.2004

Noch ein Fehler

diese 170 Wissenschaftler gehen davon aus, dass ein ladendes Fahrzeug mit Sicherheit fossilen Strom verbrauchen wird, weil das Quantum aus Erneuerbaren begrenzt ist. Das stimmt schon heute nicht, denn im Moment des Überangebots werden Windräder und PV-Anlagen einfach abgeschaltet. Jede größere Anlage muss eine Einrichtung haben, die dem Betreiber eine Stillegung erlaubt. Womit wir wieder an dem Punkt sind wie früher: die Erneuerbaren müssen die Flexibilität herstellen, während Kohle und Atom, diese unflexiblen Klötze, konstant laufen dürfen.

Wenn nun in dieser Phase ein ladender Autofahrer hinzu kommt, wird er natürlich keinen Fossilstrom bekommen, vielmehr wird man eine abgeschaltete PV wieder zuschalten.

Langfristige Lösung des Problems: flexible Preise im Tagesverlauf. Das stellt sicher, dass geladen wird, wenn der Strom billig ist. Wobei bekanntermaßen auch negative Preise möglich sind. Einmal volladen und man bekommt noch zehn Euro heraus.

Harte Zeiten für die AfD. Klagen über zu hohe Spritpreise sind dann vom Odium des längst Vergangenen umgeben.

Gruß Artur

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  • Avatar von 1Hz
    • 1Hz

    mehr als 1000 Beiträge seit 27.09.2019

    Antwort auf Noch ein Fehler von Artur_B.

    Das eine hat doch erst mal damit nichts zu tun. Oder haben wir 365/7 eine Überproduktion?

    Und wenn man statt 9000 Euro pro Elektroauto zzgl. weiterer Subventionen von dem Geld ein paar mehr Stromtrassen bauen würde, ließe sich der Strom aus Überproduktion auch noch besser verkaufen als jetzt. Aber auch jetzt bereits wird der größte Teil der Überproduktion verkauft und daher dann woanders Kohle heruntergefahren. Ohne Elektroauros wäre auch das mehr.

    Ach so, ich habe nachgeschaut: alle meine elektrischen Geräte haben einen Schalter zum an/ausschalten. Natürlich lässt sich auch eine Großanlage abschalten.

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  • Avatar von JustMyTwoCents
    • JustMyTwoCents

    mehr als 1000 Beiträge seit 26.02.2019

    Antwort auf Re: Noch ein Fehler von 1Hz.

    1Hz schrieb am 26.06.2021 10:36:

    Aber auch jetzt bereits wird der größte Teil der Überproduktion verkauft und daher dann woanders Kohle heruntergefahren. Ohne Elektroauros wäre auch das mehr.

    Siehst du, wie haben Elektroautos UND fahren Kohle herunter. Alles super - Win-Win.

    Weniger Co2 durch die Autos, weniger Co2 durch die Kohle. Ich weiß nicht, wie man dagegen sein kann?

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  • Avatar von Matthias Bethke
    • Matthias Bethke

    mehr als 1000 Beiträge seit 08.03.2001

    Antwort auf Re: Noch ein Fehler von 1Hz.

    1Hz schrieb am 26.06.2021 10:36:

    Ach so, ich habe nachgeschaut: alle meine elektrischen Geräte haben einen Schalter zum an/ausschalten. Natürlich lässt sich auch eine Großanlage abschalten.

    So ein kleines Bisschen Grundwissen über Kraftwerkstechnik wäre in dieser Diskussion schon angebracht. Mach dich mal schlau, wie lang das bei einem großen Kohle- bzw. Kernkraftwerk dauert.

    Kleiner Datenpunkt dazu: hier in Sri Lanka hat neulich einer durch einen Bedienungsfehler eine Notabschaltung des größten Kohlekraftwerks des Landes ausgelöst. Daraufhin gab's drei Tage phasenweise Stromabschaltungen im ganzen Land, weil die restlichen Kraftwerke das nicht auffangen konnten, und so lange dauert es, bis man ein runtergefahrenes Kraftwerk wieder ans Netz kriegt. Und das war schon die Eilprozedur, normal will man sich dazu deutlich mehr Zeit lassen, um die Lebensdauer der Dinger nicht unnötig zu verkürzen. Wenn halt jemand die 380-kV-Leitung auf Erde legt, dann geht das nicht anders, als den Generator abzukoppeln und Dampf abzublasen, und wenn das ganze Land Blackouts hat, dann ist auf die Lebensdauer auch mal geschissen, dann macht man schnell. Aber selbst das wäre zu langsam um auf besonders windiges oder sonniges Wetter zu reagieren - da wäre es schön, wenn man z.B. ein paar Millionen halb leere Akkus rumstehen hätte, denen man mal eben mitteilen könnte, "hier ist ein Haufen billiger Strom, bedien dich". Oh, warte …

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    • 1Hz

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    Antwort auf Re: Noch ein Fehler von Matthias Bethke.

    Ich weiß das.

    Das ändert nichts daran, dass erneuerbare Energien laut Gesetz vorrangig und vollständig geschaltet werden müssen. Was ja auch richtig ist. Daher, und auch das ist gesetzlich definiert, tragen Erneuerbare keinen Anteil der dynamischen Last. Sämtliche Lastwechsel werden über konventionelle Kraftwerke geregelt. Überproduktion dann teils vernichtet, also mittels Bremsung in Wärmeenergie umgewandelt und vorrangig natürlich ins Ausland verkauft.

    Aber natürlich kann es auch zur Abschaltung von Erneuerbaren kommen, wenn man die Energie gar nicht wegbekommt. Das kann ja auch zu negativen Verkaufspreisen führen. Denn es droht, dass das Netz zusammenbricht. Das sind aber seltene Ausnahmen. Und diese seltenen Ausnahmen tatsächlich die einzigen Momente, in denen Elektroautos Erneuerbare tanken. Dieser Effekt, der sehr minimal ist, wird aber im negativen Sinne überkompensiert, da mehr Grundlast bereitgehalten werden muss.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (26.06.2021 12:26).

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  • Avatar von JustMyTwoCents
    • JustMyTwoCents

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    Antwort auf Re: Noch ein Fehler von 1Hz.

    1Hz schrieb am 26.06.2021 12:22:

    Das ändert nichts daran, dass erneuerbare Energien laut Gesetz vorrangig und vollständig geschaltet werden müssen. Was ja auch richtig ist. Daher, und auch das ist gesetzlich definiert, tragen Erneuerbare keinen Anteil der dynamischen Last. Sämtliche Lastwechsel werden über konventionelle Kraftwerke geregelt. Überproduktion dann teils vernichtet, also mittels Bremsung in Wärmeenergie umgewandelt und vorrangig natürlich ins Ausland verkauft.

    Heißt also, dass euer Behauptung bezüglich der "eAutos tanken zu 100% Kohlestrom" komplett falsch ist.

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    • Matthias Bethke

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    Antwort auf Re: Noch ein Fehler von 1Hz.

    1Hz schrieb am 26.06.2021 12:22:

    Ich weiß das.

    Was meintest du dann mit der Bemerkung mit dem Schalter und der Abschaltung von Großanlagen?

    Das ändert nichts daran, dass erneuerbare Energien laut Gesetz vorrangig und vollständig geschaltet werden müssen. Was ja auch richtig ist. Daher, und auch das ist gesetzlich definiert, tragen Erneuerbare keinen Anteil der dynamischen Last. Sämtliche Lastwechsel werden über konventionelle Kraftwerke geregelt. Überproduktion dann teils vernichtet, also mittels Bremsung in Wärmeenergie umgewandelt und vorrangig natürlich ins Ausland verkauft.

    Das stimmt so auch nicht, und nein, nicht mal gesetzlich. Mit der "dynamischen Last" meinst du vermutlich Mittel- und Spitzenlast, und die wird selbstverständlich auch durch EE abgedeckt, schon allein deswegen, weil die vorzugsweise dann anfallen, wenn auch der Verbrauch hoch ist - Solarstrom tagsüber, Windstrom in der kalten Jahreszeit.

    Aber natürlich kann es auch zur Abschaltung von Erneuerbaren kommen, wenn man die Energie gar nicht wegbekommt. Das kann ja auch zu negativen Verkaufspreisen führen. Denn es droht, dass das Netz zusammenbricht. Das sind aber seltene Ausnahmen. Und diese seltenen Ausnahmen tatsächlich die einzigen Momente, in denen Elektroautos Erneuerbare tanken.

    Kraftwerke unterscheiden nicht zwischen einem Toaster und einem Elektroauto an der Steckdose, deshalb muss diese Miclhmädchenrechnung wenn überhaupt dann für alle Verbraucher gelten. Womit sie sich schon selbst ad absurdum führt.

    Dieser Effekt, der sehr minimal ist, wird aber im negativen Sinne überkompensiert, da mehr Grundlast bereitgehalten werden muss.

    Im Gegenteil. Wenn sich der Regelungsbedarf verringert, bedeutet das nicht, dass sich der Rest in "Grundlast" verwandelt.

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