Antwort auf Re: "Eine wissenschaftliche Publikation und Debatte wäre besser gewesen." - NEIN von .
Peter Maier schrieb am 26.06.2021 11:32:
Auch wenn Sie inhaltlich Recht haben: Das glauben Sie doch selbst nicht, oder? ;-)
Nein. Aus drei Gründen nicht:
1.) Wer sich bereits ein Elektroauto gekauft hat, sich dabei als Weltenretter gefühlt und auch aufgespielt hat, sich also auch in seinem sozialen Umfeld mit seinem Elektroauto dicke getan hat, wird ein massives Problem haben, die Realität anzuerkennen. Es wird ihm schwerfallen, anzuerkennen, dass er einem Betrug und Selbstbetrug aufgesessen ist. Es wird ihm auch schwerfallen, dies gegenüber seinem sozialen Umfeld einzuräumen, wo er ja bisher einen auf dicke Hose gemacht hat und nun zusehends Gefahr läuft, als Dummkopf dazustehen, der nur auf Werbung reingefallen ist und tatsächlich kein Weltenretter war sondern die Umwelt sogar noch massiv stärker als Fahrer von Verbrennern geschädigt hat. Dem werden sich viele nicht stellen, sondern sich lieber selber belügen. Journalisten dito.
2.) Wie üblich wurde auch in dieser Kampagne Framing betrieben. Wer gegen Elektroautos war, wurde ins rechte Abseits gestellt, gehörte zur AfD-Dieselfraktion. War das nicht haltbar wie bei mir, war man jemand, der auf rechte Propaganda hereingefallen ist und dringen einen unerbittlichen Exorzismus benötigte, als Freundschaftsdienst. Die Diskussionen um Elektroautos waren für viele auch ein leidenschaftliche geführter Kampf gegen das "rechte Nazipack". Einsehen zu müssen, dass man selber geirrt hat und das "rechte Nazipack" näher an der Wahrheit dran war als man selber, wird eine schwere Geburt, für viele auch unmöglich sein, egal, wie sehr sie sich dabei selber belügen müssen. Journalisten dito.
3.) Die Autoindustrie will den Umstieg auf Elektroautos. Und das nicht wegen Umweltschutz. Dass Elektroautos diesbezüglich kontraproduktiv sind, wissen die. Das hat die bisher aber nicht daran gehindert, das mit aller Macht durchzusetzen und das wird die auch in der Zukunft nicht daran hindern. Gleichlautend dazu die Politik. Weder werden die Politiker eingestehen wollen, dass sie sich geirrt haben oder absichtlich Mist zugunsten der Autoindustrie verzapft haben, noch wird ihnen die Autoindustrie eine Kehrtwende ermöglichen. Für den Politiker ist es da viel eher möglich, sich selber zu belügen. Alleine die ganzen Grünen hochrangigen Politiker, die auf Neuvorstellungen bei Fahrzeugen wie dem Porsche Taycan Lobeslieder gesungen haben, werden das nicht binnen ihrer Karrierezeit revidieren. Vielleicht irgendwann im Ruhestrand oder auf dem Sterbebett. Aber nicht binnen ihrer Karriere. Auch nicht all die Politiker, die an der Gewährung der massiven Subventionen beteiligt waren. Journalisten dito.
Das hat die Autoindustrie schon wirklich gefickt eingeschädelt. Hier erkennt man die über 100 jährige Kampagnenerfahrung.
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (26.06.2021 12:41).