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  • heiner49

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Die NATO wird wichtiger, die EU aber nicht unwichtig

Die NATO erhielt durch den russischen Angriff auf die Ukraine Zulauf durch zwei neue Mitglieder, die das Militärbündnis stärken. Außerdem rüsten die NATO-Mitglieder stärker auf - auch die, die sich das Geld sonst gerne gespart haben. Deutschland bestellt heute so schnell F-35, wie es 2020 Impfstoff bestellt hat.

Der Angriff auf die Ukraine durch Russland verschiebt den Fokus weg von der Wirtschaft hin zu den militärischen Fähigkeiten, was nicht verwundern dürfte - auch nicht den Kreml. Daher knirscht es etwas im Wirtschaftsbündnis EU. Eine äußere Bedrohung ist aber nicht unbedingt geeignet, einen einigermaßen funktionierenden Verbund auseinander zu treiben. Es kann auch das Gegenteil passieren. Und falls Ungarn austreten sollte, würde das die EU keineswegs schwächen. Aber Orban - und Erdogan - machen sowieso nur etwas Theater aus innenpolitischen Gründen.

Russland hingegen ist wirtschaftlich von China abhängig und militärisch auf Lieferungen aus Nordkorea und dem Iran angewiesen. Da kann immerhin nichts zerbrechen, da es sich nicht um feste Bündnisse handelt. Der Bündnispartner Armenien wurde durch Russland im Stich gelassen. Auch im Verhältnis zu Weißrussland hat Russland an Macht verloren.

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  • Avatar von MalWare
    • MalWare

    858 Beiträge seit 26.04.2004

    Antwort auf Die NATO wird wichtiger, die EU aber nicht unwichtig von heiner49.

    Die NATO wird wichtiger, die EU aber nicht unwichtig

    Die NATO erhielt durch den russischen Angriff auf die Ukraine Zulauf durch zwei neue Mitglieder, die das Militärbündnis stärken. Außerdem rüsten die NATO-Mitglieder stärker auf - auch die, die sich das Geld sonst gerne gespart haben. Deutschland bestellt heute so schnell F-35, wie es 2020 Impfstoff bestellt hat.

    Der Angriff auf die Ukraine durch Russland verschiebt den Fokus weg von der Wirtschaft hin zu den militärischen Fähigkeiten, was nicht verwundern dürfte - auch nicht den Kreml. Daher knirscht es etwas im Wirtschaftsbündnis EU. Eine äußere Bedrohung ist aber nicht unbedingt geeignet, einen einigermaßen funktionierenden Verbund auseinander zu treiben. Es kann auch das Gegenteil passieren. Und falls Ungarn austreten sollte, würde das die EU keineswegs schwächen. Aber Orban - und Erdogan - machen sowieso nur etwas Theater aus innenpolitischen Gründen.

    Russland hingegen ist wirtschaftlich von China abhängig und militärisch auf Lieferungen aus Nordkorea und dem Iran angewiesen. Da kann immerhin nichts zerbrechen, da es sich nicht um feste Bündnisse handelt. Der Bündnispartner Armenien wurde durch Russland im Stich gelassen. Auch im Verhältnis zu Weißrussland hat Russland an Macht verloren.

    Mit Verlaub, die NATO kotzt mich an. Und die EU, von der ich lange dachte, sie würde uns den Frieden in Europa sichern, genauso.
    Stattdessen werden die alten Feindbilder reanimiert.
    Und die Friedenstauben von einst mutieren zu Kriegstreibern.
    Ich bin alt.
    Und hier meine Botschaft an die Jüngeren:
    Ihr werdet nicht am Klimawandel verrecken sondern im Krieg sterben.

    Ciao, MW

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    • Guckstu

    mehr als 1000 Beiträge seit 18.03.2024

    Antwort auf Re: Die NATO wird wichtiger, die EU aber nicht unwichtig von MalWare.

    MalWare schrieb am 26.08.2024 23:01:

    Mit Verlaub, die NATO kotzt mich an. Und die EU, von der ich lange dachte, sie würde uns den Frieden in Europa sichern, genauso.

    Deine Haltung zur NATO kann ich nachvollziehen.
    Aber warum erwartest du, dass die EU einen Frieden sichern kann, wenn jemand von außen ernsthaft mit einem Krieg beginnt, sogar einem ganz simplen Eroberungskrieg? Gegen einen Eroberungskrieg richtest du mit Pazifismus rein gar nicht aus, der Aggressor nimmt sich nur einen Staat nach dem anderen, bis er entweder seinen Appetit gesättigt hat (unwahrscheinlich), an inneren Problemen zerbricht (ganz böse Kollateralschäden in den Staaten, die besetzt werden), oder bis er eben militärisch gestoppt wird.

    Stattdessen werden die alten Feindbilder reanimiert.

    Nun ja, Putin hat ja auch alles unternommen dafür.
    Sogar seine Propagandisten mit Nuklearwaffen auf EU-Hauptstädte drohen lassen. Da ist ein Feindbild geradezu unvermeidlich!

    Übrigens sind es auch gar nicht die alten Feindbilder.

    Das alte Feindbild war "lieber tot als rot" (oder umgekehrt), bzw. "Planwirtschaft führt in den wirtschaftlichen Ruin", was anfangs zweifelhaft war, dann plausibel, am Ende tatsächlich Realität.

    Das neue ist "nicht schon wieder einem Unterdrücker und Massenmörder freie Hand lassen". Das ist bisher nur plausibel, auch weil Putin seine Ziele noch nicht erreicht hat, aber es gibt kein einziges Indiz, dass er Einwände gegen Massenmord hat, und Unterdrückung macht er längst.
    Das neue Feindbild ist sehr viel konkreter und auch viel besser begründbar.

    Und die Friedenstauben von einst mutieren zu Kriegstreibern.

    Eher zu Leuten, die einfach keine Lust haben, schon wieder unter permanenter russischer (damals: sowjetischer) Bedrohung zu leben.

    Ich bin alt.
    Und hier meine Botschaft an die Jüngeren:
    Ihr werdet nicht am Klimawandel verrecken sondern im Krieg sterben.

    Nee, der Krieg kommt, wenn überhaupt, dann höchstens bis Polen. Das sind die Ukrainer, die die Lebensgefahr akzeptieren, in schon deutlich geringerem Maße die EU- und NATO-Staaten an der Grenze zum russischen Herrschaftsbereich.

    Der Klimawandel wird uns allerdings allesamt betreffen.
    Ob wir daran verrecken werden, bleibt abzuwarten.
    Wir alten Säcke sind für einen Hitzetod anfälliger als Jungspunde, die Jüngeren sind erstmal etwas weniger betroffen, auch wenn es da auch Opfer geben wird.
    Aber es werden nicht alle sterben. Es wird "nur" die Weltwirtschaft zusammenbrechen, was für jeden auf Medikamente Angewiesenen ein Todesurteil ist, es wird Hungertote geben, aber der Rest wird halt auf mittelalterlichem Niveau weitermachen. Das gab's schon mehrfach, jedes Mal, wenn ein Großreich unterging, wie z.B. Westrom, wie z.B. Byzanz.

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  • Avatar von Arutha
    • Arutha

    mehr als 1000 Beiträge seit 09.04.2015

    Antwort auf Die NATO wird wichtiger, die EU aber nicht unwichtig von heiner49.

    Sorry, aber das Schweden und Finnland der Nato beigetreten sind, interessiert nun wirklich niemand. Nicht mal die Russen. Beide Länder sind schon seit langem quasi-Mitglieder, und es ändert faktisch nichts.
    Im Gegenteil.... Viele Nato Mitglieder machen ihr eigenes Ding. Gestärkt sehe ich die Nato nicht.
    Auch nicht, durch Waffenbestellungen (wie Impfstoffe) durch Deutschland.
    Die Bestellung einer Hand voll kastrierter F35 zeigt, das niemand anders mehr in der Nato in der Lage ist Flugzeuge zu bauen, und das Wirtschaftlichkeit längst nicht mehr gegeben ist.
    Trotz aller Anstrengung erweitert sich der Club von Russlands Gegnern nicht. Fast alle Länder wiedersetzen sich den Forderungen der Nato.
    ...und übrigens...die ganze Welt ist von China abhängig.
    Alles in allem...wie die Nato aus diesem neuen "verloren Krieg" irgendwie ein Vorteil ziehen kann....ich sehe da nichts.
    Im Gegenteil, die wirtschaftlichen( und militärischen) Verwerfungen nehmen zu.

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  • Avatar von Guckstu
    • Guckstu

    mehr als 1000 Beiträge seit 18.03.2024

    Antwort auf Re: Die NATO wird wichtiger, die EU aber nicht unwichtig von Arutha.

    Arutha schrieb am 27.08.2024 06:00:

    Sorry, aber das Schweden und Finnland der Nato beigetreten sind, interessiert nun wirklich niemand. Nicht mal die Russen. Beide Länder sind schon seit langem quasi-Mitglieder, und es ändert faktisch nichts.

    Das ist schon durch die mehr als nur ein bisschen angepisste Reaktion der Russen widerlegt.

    Im Gegenteil.... Viele Nato Mitglieder machen ihr eigenes Ding.

    Das schwächt die NATO nicht.

    Gestärkt sehe ich die Nato nicht.

    Schweden und Finnland sind militärisch starke neue Mitglieder, das ist schon deutlich gestärkt.

    Auch nicht, durch Waffenbestellungen (wie Impfstoffe) durch Deutschland.

    Nicht die Bestellungen lösen eine Stärkung aus, sondern das Hochfahren der Rüstungsindustrie.

    Die Bestellung einer Hand voll kastrierter F35 zeigt, das niemand anders mehr in der Nato in der Lage ist Flugzeuge zu bauen, und das Wirtschaftlichkeit längst nicht mehr gegeben ist.

    Es werden immer noch Eurofighter gebaut.

    Trotz aller Anstrengung erweitert sich der Club von Russlands Gegnern nicht.

    Na doch. Schweden und Finnland.

    Fast alle Länder wiedersetzen sich den Forderungen der Nato.

    Die Nato ist ein reines Verteidigungsbündnis.
    Die einzige Forderung ist: Greift. Uns. Nicht. An. Sonst.
    Dem widersetzt sich nicht mal Russland. Bisher jedenfalls - sie würden's gern.

    ...und übrigens...die ganze Welt ist von China abhängig.

    Und China ist von der Welt abhängig.
    Chinas Wirtschaft ist nämlich komplett auf Export ausgelegt. Wenn die einen Boykott anstrengen, sind sie am nächsten Tag pleite.

    Alles in allem...wie die Nato aus diesem neuen "verloren Krieg"

    Der Krieg ist ja nicht verloren.
    Mein Gott. Dieses ewige Geunke. Wenn Russland in dem Tempo im Donbas weitermacht, haben sie die Ostukraine in 20 Jahren erobert, aber so lange hält die russische Wirtschaft auf keinen Fall durch.

    irgendwie ein Vorteil ziehen kann....ich sehe da nichts.

    Die Nato will aus dem Krieg auch keinen Vorteil ziehen.
    Wozu denn? Sie ist ein Verteidigungsbündnis.

    Im Gegenteil, die wirtschaftlichen( und militärischen) Verwerfungen nehmen zu.

    Die wirtschaftlichen Verwerfungen sind durch das russische Rumfummeln am Gaspreis entstanden.
    Ein bisschen haben wir noch Verwerfungen wegen dem Hochfahren der Rüstung von 1% auf 2% des BIP.
    Sonst? Ärger wegen Corona, Handelskrieg. Hat beides nix mit der Ukraine zu tun.

    Militärische Verwerfungen?
    Welche?

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    • DrM

    mehr als 1000 Beiträge seit 06.01.2000

    Antwort auf Re: Die NATO wird wichtiger, die EU aber nicht unwichtig von Arutha.

    Arutha schrieb am 27.08.2024 06:00:

    Sorry, aber das Schweden und Finnland der Nato beigetreten sind, interessiert nun wirklich niemand. Nicht mal die Russen.

    Durch den Beitritt hat sich die Länge der russischen Westgrenze mal eben verdoppelt.

    https://www.nato.int/nato_static_fl2014/assets/pictures/images_mfu/2023/12/stock/231220-borders.png

    Und die Ostsee ist jetzt, außer Russland, komplett von NATO-Staaten umgeben.

    Beide Länder sind schon seit langem quasi-Mitglieder, und es ändert faktisch nichts.

    Doch, es ändert massiv etwas! Vor der NATO-Mitgliedschaft hätte Russland Finnland oder Schweden (Gotland!) angreifen können und Artikel 5 wäre nicht zur Anwendung gekommen.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (27.08.2024 11:20).

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  • Avatar von arce
    • arce

    mehr als 1000 Beiträge seit 14.11.2000

    Antwort auf Re: Die NATO wird wichtiger, die EU aber nicht unwichtig von Guckstu.

    Guckstu schrieb am 26.08.2024 23:29:

    Aber warum erwartest du, dass die EU einen Frieden sichern kann, wenn jemand von außen ernsthaft mit einem Krieg beginnt, sogar einem ganz simplen Eroberungskrieg? Gegen einen Eroberungskrieg richtest du mit Pazifismus rein gar nicht aus, der Aggressor nimmt sich nur einen Staat nach dem anderen, bis er entweder seinen Appetit gesättigt hat (unwahrscheinlich), an inneren Problemen zerbricht (ganz böse Kollateralschäden in den Staaten, die besetzt werden), oder bis er eben militärisch gestoppt wird.

    Putin führt keinen Eroberungskrieg, der über die Ost-Ukraine hinausgeht. Er will ein Jalta 2.0 mit der USA. Aber so wie es das erste Jalta nur am Ende des WWII geben konnte, wird es für das Update einen neuen Weltkrieg brauchen!! Dafür werden die US-Amis schon Sorgen. (Russland und China natürlich auch) Und man sieht auch schon, wie die ganze Welt zum Schlachtfeld wird. Was schwache, aber unabhängige Staaten Richtung BRICS+ treibt, weil sie sich davon Sicherheit versprechen.

    Es formiert sich eine Anti-EU unter Britischer Führung, die Russland von der EU abtrennt. Und es kann gut sein, dass nach dem NATO-Eintritt, der EU-Austritt folgt. Das Kriegsgeschei vdLs kann durchaus den Hintergrund haben, die Skandinavier und Polen in der EU zu halten, weil die nur solange weiterhin drin bleiben, wie die EU die NATO-Doktrin trägt.

    Die Deutsch-EU wird an internen Kriegen untergehen. Die Achse Berlin-Paris zerbricht gerade endgültig. Französische Politik-Berater haben einen Krieg noch in diesem Jahrhundert angekündigt bzw. als wahrscheinlich erklärt, wenn Berlin weiterhin französische Interessen ignoriert.

    Russland ist genauso wie GB, Frankreich und eingeschränkt Schland eine europäische Macht, daher ist jeder Konflikt derer intern, unabhängig von der aktuellen politischen Gruppierung. Nur die USA brauchen die NATO um in Europa präsent zu sein. Die anderen Mächte sind es auch so.

    Grüße
    arce

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    • arce

    mehr als 1000 Beiträge seit 14.11.2000

    Antwort auf Re: Die NATO wird wichtiger, die EU aber nicht unwichtig von Guckstu.

    Guckstu schrieb am 26.08.2024 23:29:

    "Planwirtschaft führt in den wirtschaftlichen Ruin", was anfangs zweifelhaft war, dann plausibel, am Ende tatsächlich Realität.

    Westliche Granaten kosten das vierfache, wie die russischen und das bei einem einfachen Produkt, das industrieller Massenproduktion aus einfachen Grundprodukten weltweit mit den selben Methoden hergestellt wird! Wie das?

    Soll ich dir sagen, was die SU in die Pleite führte: Es war nur die Korruption der russischen Eliten, verbunden mit sowjetischer Hypris und ein bisschen Pech. Im Gegensatz zur SU ist und war die Korruption im Westen stehts institutionalisiert im Form der Finanzindustrie. Das hatte seine Vorteile in Form von kurzfristigen Checks und Balances aber den Nachteil, dass der Aufschlag langsam immer weiter wuchs.

    Nun hat er also Faktor 4 erreicht. Die Rüstungsindustie fordert Entlastung damit sie im Vergleich mit derer ander Mächte leistungsfähiger ausschaut. Aber es ist wurscht, ob der Korruptionsaufschlag der Waffenindustrie direkt über die Preise der Waffen oder indirekt vom Staat bezahlt wird. Das ist das Endstadium, das sich Kriegswirtschaft nennt: Am Ende bezahlt alles der Staat.

    Grüße
    arce

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (27.08.2024 20:27).

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    mehr als 1000 Beiträge seit 18.03.2024

    Antwort auf Re: Die NATO wird wichtiger, die EU aber nicht unwichtig von arce.

    arce schrieb am 27.08.2024 19:02:

    Guckstu schrieb am 26.08.2024 23:29:

    Aber warum erwartest du, dass die EU einen Frieden sichern kann, wenn jemand von außen ernsthaft mit einem Krieg beginnt, sogar einem ganz simplen Eroberungskrieg? Gegen einen Eroberungskrieg richtest du mit Pazifismus rein gar nicht aus, der Aggressor nimmt sich nur einen Staat nach dem anderen, bis er entweder seinen Appetit gesättigt hat (unwahrscheinlich), an inneren Problemen zerbricht (ganz böse Kollateralschäden in den Staaten, die besetzt werden), oder bis er eben militärisch gestoppt wird.

    Putin führt keinen Eroberungskrieg, der über die Ost-Ukraine hinausgeht.

    Natürlich nicht. Das tut kein erfolgreicher Imperialist, man macht seine Eroberungen eine nach der anderen.

    Er will ein Jalta 2.0 mit der USA.

    Und mit China, nebenbei bemerkt.

    Aber ja, das will er. Und er meint, Russland könnte doch Europa und Afrika haben, die USA die Amerikas, und China Asien, keiner redet dem anderen in seiner Einflusssphäre drein.

    Das wäre dann der Rückzug von USA und auch Kanada aus der NATO.
    Ich glaube, er hat die militärische Schlagkraft der EU unterschätzt. Oder die war zu dem Zeitpunkt, als er diese Weltaufteilung vorgeschlagen hat, noch nicht so geeint, wie es sich heute darstellt.

    Aber so wie es das erste Jalta nur am Ende des WWII geben konnte, wird es für das Update einen neuen Weltkrieg brauchen!!

    Jalta 2.0 wird es nicht geben, weil die Amis dann ja ihren europäischen Einfluss aufgeben müssten.

    Dafür werden die US-Amis schon Sorgen.

    Nee, das wäre gegen jedes Interesse der USA.
    Der Einfluss auf die EU lässt gewiss nach, und die Amis stemmen sich (natürlich) dagegen, aber wenn sie die Europäer gegen die Russen im Stich lassen, haben sie sofort einen Einfluss von Null und nichts davon gewonnen.
    Warum sollten sie das tun?

    (Russland und China natürlich auch)

    China will Taiwan und Zugang zu den Weltmeeren.
    Was sie danach wollen, wissen sie womöglich selbst noch nicht. Vielleicht nichts, aber jeder Staat mit militärischer Dominanz entwickelt irgendwann imperialistische Impulse, selbst wenn er eigentlich keinen Imperialismus will.

    China ist im Grundsatz ja eigentlich auch nicht imperialistisch, aber es muss seine Ehre und seine Interessen verteidigen, und das läuft dann de facto wieder auf Imperialismus hinaus.

    Bei den Amis ist es ähnlich, nur dass sie statt Ehre und Interessen die Demokratie und ihre Interessen verfolgen. Aber andere Staaten dauerhaft unter Kontrolle bringen ist eigentlich nicht ihr Ding, sonst hätten sie das längst mit Mexiko gemacht.

    Und man sieht auch schon, wie die ganze Welt zum Schlachtfeld wird.

    Putin macht Krieg in der Ukraine, China will Krieg gegen Taiwan (und traut sich bisher nicht), die Amis machen Drohnenterror ohne dauerhafte Dominanz und Krieg gegen Terrorstaaten wie den IS, aber nichts davon macht die ganze Welt zum Schlachtfeld.

    Was schwache, aber unabhängige Staaten Richtung BRICS+ treibt, weil sie sich davon Sicherheit versprechen.

    Nee, es geht nicht um Sicherheit, die suchen nach Wegen, der Dominanz der Großmächte etwas entgegenzusetzen.
    BRICS in welcher Form auch immer funktioniert da aber nicht gut genug, die Beteiligten haben zu viele Interessengegensätze, als dass sie daraus etwas durchgängig Schlagkräftiges machen könnten, weder diplomatisch noch militärisch.

    Es formiert sich eine Anti-EU unter Britischer Führung, die Russland von der EU abtrennt.

    Russland hat sich längst von der EU abgetrennt!
    Das war politisch mit dem Einmarsch in der Ukraine, und wirtschaftlich mit den Unregelmäßigkeiten bei den Gaslieferungen, seither gilt Russland als unzuverlässig, politisch wie wirtschaftlich, und sehr viel gründlicher kann man sich von einem Ex-Partner nun wirklich nicht trennen.
    Die Briten hatten mit beidem nichts zu tun, die haben nur der Ukraine das Kämpfen ermöglicht; aber hätten die Briten das nicht getan, hätte man Russland politisch trotzdem nicht mehr über den Weg getraut.

    Und es kann gut sein, dass nach dem NATO-Eintritt, der EU-Austritt folgt.

    Wer will denn aus der EU austreten?
    Momentan gibt es keinen. Selbst die Leute, die den Brexit nachmachen wollten, sind mittlerweile sehr still geworden.

    Das Kriegsgeschei vdLs kann durchaus den Hintergrund haben, die Skandinavier und Polen in der EU zu halten, weil die nur solange weiterhin drin bleiben, wie die EU die NATO-Doktrin trägt.

    Keiner dieser Staaten hat auch nur vage Andeutungen gemacht, dass sie aus der EU rauswollen.
    Herrje, Norwegen müsste überhaupt erst eintreten, um austreten zu können, hast du deine These überhaupt mal einem Realitätscheck unterzogen?

    Die Deutsch-EU wird an internen Kriegen untergehen.

    Ganz gewiss nicht. Militärische Auseinandersetzungen will wirklich niemand, höchstens Rebellengruppen, die es aber nie geschafft haben, EU-Staaten gegeneinander Krieg führen zu lassen (wie auch).

    Die Achse Berlin-Paris zerbricht gerade endgültig. Französische Politik-Berater haben einen Krieg noch in diesem Jahrhundert angekündigt bzw. als wahrscheinlich erklärt, wenn Berlin weiterhin französische Interessen ignoriert.

    Belege bitte.
    Sonst ist das Ganze wirklich unglaubwürdig.

    Russland ist genauso wie GB, Frankreich und eingeschränkt Schland eine europäische Macht, daher ist jeder Konflikt derer intern, unabhängig von der aktuellen politischen Gruppierung.

    Deutschland hat in der EU viel Einfluss, aber wäre es auch nur halb so dominant, wie du postulierst, hätte man den Ungarn längst die Gelder gestrichen.
    Nee, diese These ist längst widerlegt.

    Nur die USA brauchen die NATO um in Europa präsent zu sein. Die anderen Mächte sind es auch so.

    Welche "anderen Mächte"???

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    mehr als 1000 Beiträge seit 18.03.2024

    Antwort auf Re: Die NATO wird wichtiger, die EU aber nicht unwichtig von arce.

    arce schrieb am 27.08.2024 20:24:

    Guckstu schrieb am 26.08.2024 23:29:

    "Planwirtschaft führt in den wirtschaftlichen Ruin", was anfangs zweifelhaft war, dann plausibel, am Ende tatsächlich Realität.

    Westliche Granaten kosten das vierfache, wie die russischen und das bei einem einfachen Produkt, das industrieller Massenproduktion aus einfachen Grundprodukten weltweit mit den selben Methoden hergestellt wird! Wie das?

    Präzision.
    Eine auf Millimeter genau gefertigte Granate hat weniger Abweichung als eine auf Zehntelmillimeter gefertigte.

    Und auch sonst sind es eben NICHT die gleichen Verfahren.
    Sprengstoffe variieren in ihrem Abbrandverhalten, je nach Korngröße, Entmischungszustand und Lageralter. Mit den richtigen Zusätzen und Herstellungsverfahren kann man diese Variation kleinhalten; die Russen tun das nicht und müssen dementsprechend mehr als viermal so viele Granaten verschießen wie der Westen, um ein bestimmtes Ziel zu treffen.

    Und das zieht sich durch.
    Die russische Produktion ist durchwegs billiger, aber eben nicht unbedingt günstiger.

    Soll ich dir sagen, was die SU in die Pleite führte: Es war nur die Korruption der russischen Eliten, verbunden mit sowjetischer Hypris und ein bisschen Pech.

    Pech hatte damit nichts zu tun.

    Korruption eigentlich auch nicht, die hatte nie ein Ausmaß, das die Sowjetwirtschaft ernsthaft belastet hätte. Auch wenn es natürlich Korruption gab, aber da wurden halt nicht Milliarden abgezweigt, sondern da hatte man eben ein Wohnhaus statt einer kleinen Etagenwohnung. Durchaus prächtig und repräsentativ, aber halt nur Millionenaufwand, nicht Milliarden wie unter Putin.

    Hybris: Ja. Sie hatten mit ihrem Wirtschaftsmodell just dann angefangen, als der Westen Weltwirtschaftskrise hatte, und haben daraus geschlossen, dass ihr Wirtschaftsmodell überlegen ist.
    Nur war es das nicht. Der Westen hat die Krise überstanden, und nach Jahrzehnten war dann klar, dass die Marktwirtschaft zwar krisenanfälliger ist als die Planwirtschaft, aber unterm Strich über mehrere Krisenzyklen hinweg stärker an Leistung zulegt.

    Nein. Das Problem der Sowjetunion war die Planwirtschaft.
    Der Vorteil einer Planwirtschaft ist, dass man damit effizient alle Ressourcen auf ein bestimmtes Ziel bündeln kann und das schneller erreicht.
    Der Nachteil einer Planwirtschaft ist, dass man damit effizient alle Ressourcen auf ein bestimmtes Ziel bündeln kann und damit allen anderen Zielen die Ressourcen entzieht, ohne zu merken, was man da eigentlich anrichtet.
    Obendrauf kommt bei der Planwirtschaft noch die allgegenwärtige Neigung zur Statistikmanipulation: Den Markt kann man nicht betrügen, bietet man etwas Unnötiges an, wird die Firma in die Pleite gehen, aber die Planwirtschaft kann man betrügen, indem man einfach behauptes, der universelle Familienmitbenutzer sei schon fünfmillionenmal verkauft (in Wirklichkeit aber nur an zwei andere Kombinate, bei denen die Dinger rumliegen und verstauben).

    Im Gegensatz zur SU ist und war die Korruption im Westen stehts institutionalisiert im Form der Finanzindustrie.

    Nee, die Finanzindustrie ist noch mit am wenigsten korrupt, dort sind Bewertungsblasen das Problem.
    Also, Korruption gibt es dort natürlich auch, aber da wird das jeweilige Geldhaus geschädigt, nicht der Staat, und wenn ein Geldhaus seine Korruption nicht unter Kontrolle halten kann, geht es pleite und verschwindet, und andere Häuser nehmen seine Stelle ein.
    Leidet der Staat unter Korruption, kann er trotzdem nicht pleitegehen und die Korruption kann immer weiterlaufen, bis sie irgendwann den Staat erstickt.

    Ist nicht in der Sowjetunion passiert, aber es passiert gerade in Russland, viele afrikanische Staaten ticken so, manche südamerikanischen wohl auch - zur Zeit, so heißt es, ist Venezuela das anschaulichste Beispiel.

    Nun hat er also Faktor 4 erreicht. Die Rüstungsindustie fordert Entlastung damit sie im Vergleich mit derer ander Mächte leistungsfähiger ausschaut.

    Die fordert keine Entlastung, sondern lediglich langfristige Lieferverträge, weil sie für kurzfristige Verträge das Risiko beim Hochziehen neuer Werke komplett selbst tragen müsste.
    Ich hätte dafür Null Verständnis, aber die Rüstungsindustrie ist da ein Sonderfall: Die darf ihre Produkte nicht halt einfach an andere Staaten verkaufen, wenn sich rausstellt, dass in der Ukraine weniger gebraucht wird als erwartete: Waffenexporte sind nun mal genehmigungspflichtig.

    Aber es ist wurscht, ob der Korruptionsaufschlag der Waffenindustrie direkt über die Preise der Waffen oder indirekt vom Staat bezahlt wird. Das ist das Endstadium, das sich Kriegswirtschaft nennt: Am Ende bezahlt alles der Staat.

    Nein, Kriegswirtschaft ist es, wenn alle Ressourcen eines Staats in den Dienst eines Krieges gestellt werden.
    Die EU-Staaten jedenfalls versuchen gerade, sich auf 2% des BIP fürs Militär einzupegeln. Das ist von einer Kriegswirtschaft nun wirklich meilenweit entfernt.

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