Ansicht umschalten
Avatar von Morgen komm ich dich holen
  • Morgen komm ich dich holen

mehr als 1000 Beiträge seit 14.07.2022

In den Fabriken lies Lenin Bilder von Henry Ford aufhängen

nicht von Marx. Vorbild waren Ford, mit seiner, die Fabrikarbeit nochmals grausamer und unmenschlicher gestaltenden Fließbandproduktion und Taylor, mit seiner wissenschaftlichen Analyse der Maximierung des Ausbeutungsprozesses. Der Staat wurde zum Monopolkapitalisten und der Arbeiter hatte seine gnadenlose Ausbeutung noch zu bejubeln. Die Vision einer klassenlosen Gesellschaft, wurde durch die Propagierung der proletarischen Einklassengesellschaft ersetzt. Die Arbeiterklasse sollte nicht mehr überwunden werden, sonder universell werden. Der historische Materialismus wurde zur Religion erhoben, die nicht nur jedes Opfer rechtfertigte, sondern es für die echatologische Vision als Blutopfer verlangte. Der Arbeiter wurde seiner einen Freiheit (doppelte Befreiung) beraubt und bekam dafür die Unfreiheit ideologischer Unterwerfung. Der Ketzer hies nun Konterrevolutionär, der Inquisitor, Parteikommisar. Der absterbende Staat, wurde durch einen (die deutsche, staatlich gelenkte Kriegswirtschaft nacheifernd), gigantischen und allmächtigen Supermoloch ersetzt. Der Mensch, der Humanismus, wurde aus Marx Werk gestrichen, sein Werk gesäubert.....
Kurz: Das war kein Sozialismus und auch kein "real existierender Sozialismus", sondern eine staatsmonopolkapitalistische Modernisierungsdiktatur mit sozialistischer Rechtfertigungsideologie.....

Bewerten
- +
  • Avatar von Ratsdelftspucker
    • Ratsdelftspucker

    701 Beiträge seit 02.04.2022

    Antwort auf In den Fabriken lies Lenin Bilder von Henry Ford aufhängen von Morgen komm ich dich holen.

    Kurz: Das war kein Sozialismus und auch kein "real existierender Sozialismus", sondern eine staatsmonopolkapitalistische Modernisierungsdiktatur mit sozialistischer Rechtfertigungsideologie.....

    Stimmt im weitesten Sinne - aber man sollte nicht vergessen, dass dieses "sozialistische Experiment" keine Vorbilder besaß. Niemand wusste, wie eine ganze Gesellschaft aus dem zaristischen Feudalismus in einen "real existierenden Sozialismus" umgestaltet werden könnte. Ich will damit nicht die vielen Fehler schönreden, denn aus den Fehlern ergab sich auch der mörderische Stalinismus, trotzdem: Dieser "Versuch" hat die Welt nachhaltig verändert! Und nicht alle Ergebnisse dieser Veränderung sind negativ zu bewerten.

    Bewerten
    - +
  • Avatar von Morgen komm ich dich holen
    • Morgen komm ich dich holen

    mehr als 1000 Beiträge seit 14.07.2022

    Antwort auf Re: In den Fabriken lies Lenin Bilder von Henry Ford aufhängen von Ratsdelftspucker.

    Klar, aus der bequemen Stellung des historischen Betrachters, ist es leicht zu schimpfen.....
    Trotzdem, war ja nicht so, als dass es damals keine anderen Perspektiven gab. Allein der maßlose Anspruch der Bolschewiki, als Avangarde des Proletariats (gleich dem apostolischen Stuhl), einen Unfehlbarkeitsanspruch zu reklamieren, der quasi als geronnene Geschichte, Geist und Wille des Histomat darstelle, zeigt schon den fanatischen religiösen Eifer zum zwecke der Selbstermächtigung dieser Truppe.....

    Bewerten
    - +
  • Avatar von Florian-M
    • Florian-M

    449 Beiträge seit 06.08.2014

    Antwort auf Re: In den Fabriken lies Lenin Bilder von Henry Ford aufhängen von Morgen komm ich dich holen.

    Morgen komm ich dich holen schrieb am 07.11.2022 11:33:

    Klar, aus der bequemen Stellung des historischen Betrachters, ist es leicht zu schimpfen.....
    Trotzdem, war ja nicht so, als dass es damals keine anderen Perspektiven gab. Allein der maßlose Anspruch der Bolschewiki, als Avangarde des Proletariats (gleich dem apostolischen Stuhl), einen Unfehlbarkeitsanspruch zu reklamieren

    Das beschränkte sich nur auf politische Teilbereiche, die konkret den Kapitalismus betreffen.

    Die Aufwertung der Arbeiter und Bauern ist allen Kapitalisten bis heute zuwider. In sozialen Entwicklungen wurde Pionierarbeit geleistet. Ebenso in der Entwicklung zum Industrieland und der Wohlstandsverteilung.

    Oben kritisierst du die Arbeitsteilung und Fließbandproduktion wie einer, der sich die Feudalzeit zurückwünscht. Aber genau auf Arbeitsteilung, Maschinen, Automatisierung und Infrastruktur gründet sich bis heute aller Wohlstand, der nicht aus purer Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft entsteht.

    Blenden Prunk kannten die Russen (allermeist durch Hörensagen) von den Zaren und Adeligen.

    Bis heute haben westliche Staaten Defizite bei all jenen Menschenrechten, die sich auf Wohlstandsverteilung und Teilhabe beziehen. Da lebst du selber drin. Mach doch mal die Vorschläge zur Verbesserung der Menschenrechtsdefizite hier, wenn die Bolschewiken alles falsch gemacht haben.

    Bewerten
    - +
  • Avatar von xavermaerz
    • xavermaerz

    393 Beiträge seit 03.01.2020

    Antwort auf Re: In den Fabriken lies Lenin Bilder von Henry Ford aufhängen von Morgen komm ich dich holen.

    Morgen komm ich dich holen schrieb am 07.11.2022 11:33:

    Klar, aus der bequemen Stellung des historischen Betrachters, ist es leicht zu schimpfen.....
    Trotzdem, war ja nicht so, als dass es damals keine anderen Perspektiven gab. Allein der maßlose Anspruch der Bolschewiki, als Avangarde des Proletariats (gleich dem apostolischen Stuhl), einen Unfehlbarkeitsanspruch zu reklamieren, der quasi als geronnene Geschichte, Geist und Wille des Histomat darstelle, zeigt schon den fanatischen religiösen Eifer zum zwecke der Selbstermächtigung dieser Truppe.....

    Damit sicherten sich die Bolschewiki das Durchgriffsrecht auf alle Elemente des Staates. Wie notwendig das war, zeigte dann der jahrelange von aussen befeuerte russische Bürgerkrieg in den 1920ern, zur Wiederherstellung der Eigentumsverhältnisse. Ein weiteres Beispiel für das Scheitern eines moderaten Rätesystems kann man sich 1918 in Deutschland ansehen. Die politische Beteiligung des Volkes auf diese Weise zu ändern, wurde gnadenlos zusammengeschossen.

    Bewerten
    - +
Ansicht umschalten