kemmerich schrieb am 12.04.2023 08:46:
Es liegt aus meiner Sicht daran, dass über lange Zeit nicht ehrlich analysiert und kommuniziert wurde. Die Gesellschaft hat sich dem magischen Denken verschrieben; sie pflegt die Vorstellung, dass Wachstum (= gesteigerter Ressourcenverbrauch) auch auf ökologisch unbedenkliche Art möglich ist. Und das soll die Politik nun endlich mal umsetzen. Funktioniert aber eben nicht.
Es stimmt nicht, dass Wirtschaftswachstum nur mit gesteigertem Ressourcenverbrauch möglich ist.
Beispiel: Kauf eines neuen Fahrrads im Vergleich zum Kauf eines aufbereiteten Gebrauchtrades. Der Gebrauchtkauf kann über die Reparaturleistung durchaus einen höheren Beitrag zum BIP leisten als die Herstellung eines Neuproduktes.
Mithin ist Klimaschutz auch bei fortgesetztem Wirtschaftswachstum möglich.
Nicht möglich ist dagegen Klimaschutz ohne individuelle Verhaltensänderungen - und da haben wir leider ein massives Problem. Zu viele Menschen meinen, dass der Betrieb einer 20 Jahre alten Ölheizung oder der tägliche Arbeitsweg alleine in einem Auto unantastbares Gewohnheitsrecht seien.