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Zwei Möglichkeiten

Entweder die AfD ist neofaschistisch, und dann bedeutet das, dass es die aktuelle Regierung so stark verkackt hat, dass in manchen Bundesländern bereits 30% und Bundesweit 20% der Wähler eine neofaschistische Regierung dem momentanen Zustand vorziehen würden, ...

... oder aber die AfD ist nicht neofaschistisch, und dann ist Rüdiger Suchsland ein Faschist, weil er mit unlauteren und undemokratischen Mitteln (wie Verleumdung) den Aufstieg einer demokratischen Partei verhindern möchte.

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    • Flintix

    mehr als 1000 Beiträge seit 06.11.2020

    Möglichkeit 3

    Antwort auf Zwei Möglichkeiten von OdinX.

    Die hohen AFD-Umfragewerte kommen einfach durch Protestwähler, denen die eigentliche Agenda der AFD völlig Schnuppe ist.

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    • Admagistrator

    mehr als 1000 Beiträge seit 17.05.2022

    Möglichkeit 4

    Antwort auf Möglichkeit 3 von Flintix.

    Wenn jemand mit einfachen Lösungen zu komplexen Problemen kommt und einem das Blaue vom Himmel verspricht weil Schuld sind immer die Anderen und wer was anderes sagt ist ein bezahlter Lügner, dann finden die Leute das gut.

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    • OdinX

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    Antwort auf Möglichkeit 3 von Flintix.

    Flintix schrieb am 31.07.2023 11:16:

    Die hohen AFD-Umfragewerte kommen einfach durch Protestwähler, denen die eigentliche Agenda der AFD völlig Schnuppe ist.

    Kann sein, aber sie sind nicht Protestwähler, weil ihnen Politik generell schnuppe ist, sonst wären sie Nichtwähler.

    Stattdessen, wenn deine Annahme stimmt, sind sie Protestwähler, weil sie von der Nicht-AfD-Politik so abgrundtief enttäuscht sind. Das sollte doch für die Medien und etablierten Parteien eigentlich den Handlungsimpuls geben sich selbst zu hinterfragen, und nicht die AfD zu verteufeln.

    Das passiert aber nicht, also ist es völlig egal ob es Protestwähler sind oder nicht, denn AfD zu wählen wird weiter normalisiert, und das Overton-Window verschiebt sich nach rechts.

    Dass also Menschen aus Protest AfD wählen führt dazu, dass:
    1) Die etablierten Parteien unter Zugzwang kommen (was gut ist)
    2) Die AfD nicht aus Protest zu wählen weiter normalisiert wird (was auch gut ist, das Overton Window ist zu weit links, vor allem aber auch zu Eng)

    Will man die AfD verhindern muss man eben auch mal gute Politik machen, was aber schon seit mindestens 20 Jahren nicht mehr der Fall war.

    Das EU-Projekt geht den Eliten eben über das Wohl der eigenen Bevölkerung, und das muss irgendwann nach hinten losgehen. Politiker haben es eben so an sich, dass sie lieber Teil von etwas historischem sein, als ihren eigentlichen, langweiligen, Job machen wollen.

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    • OdinX

    mehr als 1000 Beiträge seit 14.01.2010

    Antwort auf Möglichkeit 4 von Admagistrator.

    Admagistrator schrieb am 31.07.2023 11:20:

    Wenn jemand mit einfachen Lösungen zu komplexen Problemen kommt und einem das Blaue vom Himmel verspricht weil Schuld sind immer die Anderen und wer was anderes sagt ist ein bezahlter Lügner, dann finden die Leute das gut.

    Das ist einfach nur falsch.

    Menschen finden Einfachheit natürlich eine gute Eigenschaft, und das ist auch richtig so, aber das heisst nicht, dass die Menschen einfache aber schlechte Lösungen den komplexen aber guten Lösungen bevorzugen.

    Viel mehr ist es so, dass Politiker aus ideologischen Gründen die Realität oft nicht sehen, zwar die Existenz eines Problems sehen, aber ideologisch nicht in der Lage sind, die Ursachen zu erkennen, dann komplexe "Lösungen" erdenken, die erstens nur darum komplex sind, damit sie in das falsche Weltbild des Ideologen passen, und zweitens nichts zur Lösung beitragen, ja sogar das Problem noch verschärfen.

    Da ist es dann natürlich, dass weniger ideologische Wähler die Unsinnigkeit erkennen, und lieber die einfachere, günstigere und vor allem wirksamere "Lösungsmethode" (oft auch Symptombekämpfung) bevorzugen.

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    • Admagistrator

    mehr als 1000 Beiträge seit 17.05.2022

    Antwort auf Re: Möglichkeit 4 von OdinX.

    Du implizierst hier einige Dinge die nicht gegeben sind.
    1. einfach/komplex=gut/schlecht
    Das Problem ist, dass einfache Lösungen idR zum einen dem Problem nicht gerecht werden und zum anderen keine demokratischen Entscheidungen. Klar, kann man Verbrenner von heute auf morgen verbieten, das würde kräftig CO2 sparen, aber so einfach ist das nicht weil das eben nicht jeder so sieht.

    2. komplex=falsches Weltbild von Ideologen
    Die Welt ist nun einmal komplex und nicht schwarz/weiß und bei politischen Lösungen müssen Kompromisse gefunden werden mit denen jeder einverstanden ist, das führt zwangsläufig zu komplexen Lösungen die deswegen aber nicht automatisch falsch sind.

    Ich halte es zudem für äußerst gefährlich demokratische Prozesse auf die gleiche Ideologie-Stufe zu stellen wie rassistische und anti-demokratische Bewegungen die nach eigenen Aussagen immernoch von der weißen europäischen Herrenrasse träumen.

    Das ist genau die Verschiebung des Sagbaren die von zB der identitären Bewegung seit Jahrzehnten schrittweise vorgenommen wird.

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    • OdinX

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    Antwort auf Re: Möglichkeit 4 von Admagistrator.

    Schöne Strohmänner die du hier aufgestellt hast.

    Ich implizierte keines von beidem.

    "einfach/komplex = gut/schlecht" ist explizit etwas wogegen ich argumentiert hatte, aber genauso ist "komplex/einfach = gut/schlecht" falsch.

    Einfachheit an sich ist eine gute Eigenschaft, nur ist es eben nicht die einzige Eigenschaft die etwas haben kann. Etwas einfacheres ist also nicht automatisch besser, denn das würde ja implizieren, dass Einfachheit das einzig relevante Kriterium wäre, was eigentlich immer falsch ist.

    Das Problem ist, dass einfache Lösungen idR zum einen dem Problem nicht gerecht werden und zum anderen keine demokratischen Entscheidungen

    Ersteres ist falsch, einfache Lösungen können Problemen oft gerecht werden, es ist nur schwieriger einfachere Lösungen zu finden, oder um es mit einem Zitat von Blaise Pascal auszudrücken: "Ich schriebe dir einen langen Brief, weil ich keine Zeit habe, einen kurzen zu schreiben"

    Zweiteres ist grammatikalisch so falsch, dass ich nicht genau sagen kann was du damit meinst. Meinst du dass demokratische Entscheidungen automatisch zu komplexen Lösungen führen müssen? Das wäre falsch. Oder meinst du, dass einfache Lösungen nicht demokratisch sein können? Das wäre ebenfalls falsch.

    Klar, kann man Verbrenner von heute auf morgen verbieten, das würde kräftig CO2 sparen, aber so einfach ist das nicht weil das eben nicht jeder so sieht.

    Es stimmt zwar, dass es schwierig sein kann, wenn es unterschiedliche Ansichten gibt, und für die Auflösung solcher Konflikte gibt es ja demokratische Abstimmungen, aber das ist sicher nicht das einzige Problem.

    Das viel grössere Problem ist, dass Umweltschutz zwar für jeden Menschen und jeden Politiker relevant ist, aber es ist natürlich nicht das einzig relevante Kriterium, denn wenn es das einzig relevante Kriterium wäre, dann müsste man einen Vernichtungskrieg gegen die Menschheit führen.

    Verschiedene Kriterien müssen selbst bei vollkommenem Wissen gegeneinander abgewogen werden. Wozu natürlich noch kommt, dass wir kein vollkommenes Wissen haben.

    Oder kurz:
    - Unsicherheit des Wissens
    - Gewichtung der Kriterien
    - Unterschiedliche Interessen
    machen die Entscheidungsfindung schwierig.
    Komplexität hilft da aber nicht zwingend weiter, oft ist sogar das Gegenteil der Fall.

    komplex=falsches Weltbild von Ideologen

    Auch das hatte ich nicht impliziert.

    Worauf ich hinaus wollte ist dass Komplexität nicht zwingend ausgereiftere Denkprozesse zur Ursache haben müssen. Auch ein Mangel an Intelligenz kann die Komplexität der Lösung erhöhen, und auch ideologische Voreingenommenheit kann den selben Effekt haben.

    Das mit dem falschen Weltbild von Ideologen ist durchaus ein immer häufiger vorkommendes Problem, aber sicher keine zwingende Notwendigkeit.

    Die Welt ist nun einmal komplex und nicht schwarz/weiß und bei politischen Lösungen müssen Kompromisse gefunden werden mit denen jeder einverstanden ist,

    Nein. Die Welt ist an sich nicht sonderlich komplex, aber sie ist sicher auch nicht schwarz/weiss.

    Kompromisse müssen zwar gefunden werden, aber nicht jeder muss damit einverstanden sein, denn das ist oft unmöglich.

    Demokratie hat auch nicht zum Ziel dass alle einverstanden sind, stattdessen soll die neue Lösung nur besser sein als die bisherige. Und "besser" ist im demokratischen Kontext dadurch definiert, dass die Anzahl der Bürger die zustimmen grösser ist.

    das führt zwangsläufig zu komplexen Lösungen die deswegen aber nicht automatisch falsch sind.

    Nein, dem ist nicht so. Man durchaus einen simplen Vorschlag finden, dem dann trotzdem die Mehrheit zustimmt, das wäre gelebte Demokratie. Und "falsch" und "richtig" existieren in diesem Kontext nicht, nur "besser" und "schlechter", was man anhand der Zustimmung misst.

    Wenn also das Wahlvolk eine komplexe Lösung gut findet, dann ist rein gar nichts falsch an einer komplexen Lösung. Aber das gleiche gilt auch für einfache Lösungen.

    ch halte es zudem für äußerst gefährlich demokratische Prozesse auf die gleiche Ideologie-Stufe zu stellen wie rassistische und anti-demokratische Bewegungen die nach eigenen Aussagen immernoch von der weißen europäischen Herrenrasse träumen.

    Demokratie impliziert dass das Volk entscheidet. Demokratie impliziert aber nicht, dass es ein tolles Land sein muss, impliziert auch nicht zwingend einen Rechtsstaat, Anerkennung der Menschenrechte, Liberalismus, usw.
    Geistig mittelmässige Politiker haben in ihrem mangelnden Verständnis der Demokratie den Begriff Demokratie einfach mit allem überladen dass sie gerne hätten.
    Und ich kritisiere nicht, dass sie das gerne hätten, aber sie sollten dann eben auch das richtige Wort dafür verwenden.

    Demokratie ist keine Ideologie, es ist ganz simpel eine Methode der Kompromissbildung. Oder polemisch gesagt, man hätte vor 85 Jahren auch demokratisch entscheiden können, dass man die Juden vernichten möchte. Das wäre dann genauso falsch gewesen, aber es wäre demokratisch gewesen. Demokratie macht Dinge nicht richtig, auch nicht falsch, es ist nur eine Methode der Konsensbildung.

    Im Übrigen dürfen von mir aus die Linken und Rechten von ihrem (maximal gemischtrassigen/maximal reinrassigen) Herrenmenschen träumen so viel sie möchten, es kümmert mich nicht, denn es ist belanglos ohne eine nennenswerte Begründung basierend auf guten moralischen Axiomen und logischer Schlussfolgerung. Das hat aber ohnehin noch keiner hinbekommen.

    Was ich aber gefährlich finde ist diese emotionale Argumentationsweise und das Fehlen von stützenden Daten. Du sprichst von anti-demokratischen Bewegungen aber die AfD spricht von Volksabstimmungen, während die etablierten von Parteiverboten träumen. Nicht dass ich der AfD zutrauen würde, dass sie ihr Wort halten, aber ich habe auch keinen Grund sie für weniger demokratisch als den Rest zu halten.

    Die machtlose Opposition verspricht immer mehr Demokratie und mehr Freiheit, das sagt nicht viel aus. Aufhorchen würde ich, wenn eine Partei mit Macht mal ihre eigene Macht zu Gunsten von mehr Demokratie opfern würde.

    Aber ich glaube darauf kann man lange warten.

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