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  • Goerlitzer

mehr als 1000 Beiträge seit 30.11.2007

Haben die Erfolge Äthiopiens die Failed-State-Experten auf den Plan gerufen?

Seit 2004 boomt die Wirtschaft Äthiopiens. Zwischen 2004 und 2015 stieg das BIP mit zweistelliger Rate an, danach lag das Wachstum "nur" zwischen 9,4 und 6,1 %. Äthiopien zieht so viele ausländische Direktinvestitionen an wie kein anderer Staat Afrikas. Und der wichtigste Handels- und Wirtschaftspartner Äthiopiens ist dabei China. China hat massiv in die äthiopische Textilindustrie investiert, kennt aber auch den Wert symbolträchtiger Infrastruktur-Projekte in Afrika und hat so der Hauptstadt Äthiopiens nicht nur zu einer Strassenbahn, sondern auch zu einer Expresszug-Verbindung ans Meer nach Djibouti verholfen.

Äthiopien hat Ausstrahlungskraft für andere afrikanische Länder entwickelt. Was für den Westen daran so gefährlich ist, formulierte der Deutschlandfunk 2019 so: "Für Peking ist Äthiopien das Erfolgsmodell in Afrika. Äthiopien wiederum orientiert sich am chinesischen Entwicklungsweg". Und für den seit 2018 regierenden und zunächst vom Westen wegen seiner Versöhnungs- und Menschenrechtspolitik mit Lobeshymnen umgarnten Regierungschef Abiy gilt das offenbar in besonderem Masse.

Die aktuelle Menschenrechts- und Bürgerkriegssituation ist schwer zu durchschauen. Ein wenig beschleicht einen dennoch der Verdacht, dass Äthiopien aus der Sicht transatlantischer Geostrategen evtl. zu erfolgreich geworden ist. Die Förderung tribalistischer Strömungen ist eine schon von den Kolonialmächten eingeübte Herrschaftsstrategie, um Regierungen ins Straucheln zu bringen. Nördlich von Äthiopien gibt es auch aktuellere Beispiele. (Den Deutschlandfunk-Artikel findet man bei google unter: "Chinas Rolle in Äthiopien".

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  • Avatar von Orca30
    • Orca30

    mehr als 1000 Beiträge seit 18.11.2004

    Antwort auf Haben die Erfolge Äthiopiens die Failed-State-Experten auf den Plan gerufen? von Goerlitzer.

    Goerlitzer schrieb am 14.12.2021 12:19:

    Die Förderung tribalistischer Strömungen ist eine schon von den Kolonialmächten eingeübte Herrschaftsstrategie, um Regierungen ins Straucheln zu bringen. Nördlich von Äthiopien gibt es auch aktuellere Beispiele. (Den Deutschlandfunk-Artikel findet man bei google unter: "Chinas Rolle in Äthiopien".

    Ganz klar: Diese "tribalistischen Strömungen" sind aussschliesslich vom Westen verursacht. Ohne die Strippenzieher im Hintergrund wurden sämtliche Ethnieen Afrikas schon längst in Friede und Eintracht leben.

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  • Avatar von Rasel
    • Rasel

    mehr als 1000 Beiträge seit 08.06.2010

    Antwort auf Haben die Erfolge Äthiopiens die Failed-State-Experten auf den Plan gerufen? von Goerlitzer.

    Um einen benachbarten Rote-Meer-Anrainer kümmert sich ein alter Bekannter, Volker Perthes vom SWP, um den wertewestlich gesehen erfolgreichen Failed state Sudan. Es gibt schon die "Freunde des Sudan". Die Region ist ein zukünftiges Jugoslawien.

    https://www.voltairenet.org/article214506.html

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (14.12.2021 19:51).

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