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  • Sir Donovan

73 Beiträge seit 10.09.2022

Einsparungen und Preise

Die monatlichen Verluste beliefen sich nach Angaben des Handelsblatts schon bei 100 Millionen Euro. Und die Gasumlage hätte das Unternehmen nach eigenem Bekunden noch einmal mit 30 Millionen Euro belastet.

Wäre es dann nicht logisch, die Preise entsprechend anzupassen? Manchmal verstehe ich das grosse Bild der Wirtschaft nicht so ganz. Die Benzin- und Dieselpreise sind zeitweise richtiggehend explodiert, obwohl die Rohstoffpreise nur moderat gestiegen sind. Da hat man sich getraut, die Preise auf Verdacht hochzusetzen und kräftig abzusahnen. Ein Unternehmen hingegen, das Dünger und AdBlue herstellt, traut sich nicht, die gestiegenen Einkaufspreise auf die Verkaufspreise draufzuschlagen?

Wenn SKW für 20% des Erdgasverbrauchs in Ostdeutschland verantwortlich war, dann fällt mir ausserdem direkt die Frage ein, wie viel der Einsparungen, von denen die deutsche Regierung schon stolz berichtet hat, auf ähnliches Herunterfahren ganzer Industriebetriebe zurückzuführen ist, also nicht neutrale Einsparungen bedeuten, sondern wirtschaftsschädigend sind.

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  • Avatar von Namittach
    • Namittach

    585 Beiträge seit 17.03.2022

    Antwort auf Einsparungen und Preise von Sir Donovan.

    Wäre es dann nicht logisch, die Preise entsprechend anzupassen? Manchmal verstehe ich das grosse Bild der Wirtschaft nicht so ganz.

    Wenn man in der aktuellen Situation den Markt alles regeln lassen würde, wäre das Motto

    Keiner soll hungern ohne zu frieren

    sehr schnell Realität. Vielleicht etwas zu kurz gedacht? Man kann nur froh sein, dass hier noch so etwas wie ein soziales Gewissen vorhanden ist. Nein, man muss auf der Beschaffungsseite was machen, damit zunächst die Preise wieder runtergehen.

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    • Sir Donovan

    73 Beiträge seit 10.09.2022

    Antwort auf Re: Einsparungen und Preise von Namittach.

    Namittach schrieb am 07.10.2022 10:01:

    Wenn man in der aktuellen Situation den Markt alles regeln lassen würde,

    Da war durchaus etwas Zynismus dabei, oder warum wohl habe ich angesprochen, dass manche Branchen die Preise ohne rechte Rechtfertigung ausser der allgemeinen Panik gehoben haben.

    sehr schnell Realität. Vielleicht etwas zu kurz gedacht? Man kann nur froh sein, dass hier noch so etwas wie ein soziales Gewissen vorhanden ist.

    Du findest also, es sei sozialer, bei steigenden Einkaufspreisen die Produktion gleich ganz einzustellen als die gestiegenen Einkaufspreise auf die Verkaufspreise umzulegen? Dir würden also auf die restliche Situation extrapoliert leere Supermarktregale sozialer vorkommen als solche, an denen gestiegene Preise stehen? Du erlaubst mir vielleicht anderer Meinung zu sein. Danke.

    Nein, man muss auf der Beschaffungsseite was machen, damit zunächst die Preise wieder runtergehen.

    Da bin ich ganz bei Dir. Beim Gas hat mans ja aber wohl gründlich verbockt. Aus der Bredouille kommt die EU nicht so schnell wieder raus.

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  • Avatar von Namittach
    • Namittach

    585 Beiträge seit 17.03.2022

    Antwort auf Re: Einsparungen und Preise von Sir Donovan.

    Du findest also, es sei sozialer, bei steigenden Einkaufspreisen die Produktion gleich ganz einzustellen als die gestiegenen Einkaufspreise auf die Verkaufspreise umzulegen? Dir würden also auf die restliche Situation extrapoliert leere Supermarktregale sozialer vorkommen als solche, an denen gestiegene Preise stehen?

    Ne, das ist ein Missverständnis. Ich gehe mal davon aus, dass im Gegensatz zur Energiewirtschaft viele an der Lebensmittelproduktion beteiligte Unternehmen aktuell ihre Gewinnerwartungen zurückfahren bzw. teilweise sogar von der Substanz zehren und eben noch nicht die gestiegenen Kosten 1:1 an die Kundschaft weitergeben. Aber klar, diese Phase wird endlich sein und daher schrieb ich dann auch, dass ganz dringend etwas auf der Beschaffungsseite getan werden muss.

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  • Avatar von Emrymer
    • Emrymer

    mehr als 1000 Beiträge seit 28.08.2020

    Antwort auf Einsparungen und Preise von Sir Donovan.

    Ein Unternehmen hingegen, das Dünger und AdBlue herstellt, traut sich nicht, die gestiegenen Einkaufspreise auf die Verkaufspreise draufzuschlagen?

    Offenbar in gewissem Umfang doch:

    So muss etwa die Kraftverkehrsgesellschaft (KVG) Dreiländereck in Zittau rund 55.000 Euro Mehrkosten stemmen, weil die AdBlue-Preise auf das Achtfache gestiegen sind.

    Aber irgendwann können die Kunden nicht mehr kaufen, weil sie selbst kein Geld mehr haben.

    Bei AdBlue kommt dazu, daß es offenbar in Zusammenproduktion mit Dünger hergestellt wird (Recherche auf Anfrage). Eventuell läßt sich das gerätetechnisch jetzt nicht einfach entkoppelt. D.h. die Firma kann solange produzieren, bis der wegen seines Preises nicht mehr verkäufliche Dünger die Lager gefüllt hat. Dann muß die Düngerproduktion eben eingestellt werden - und damit auch die AdBlue-Produktion, die nicht im "standalone"-Betrieb gemacht werden kann.

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