Windenergie: Ausbau wird attraktiver

Die Bedingungen für neue Windenergieprojekte an Land werden deutlich verbessert. Restriktive Ausschreibeverfahren hatten Ausbau der Erneuerbaren in der Vergangenheit abgewürgt. Kommt die Trendwende?

Wird beim Windenergieausbau endlich der Turbo eingeschaltet? Die Bundesnetzagentur gab am Dienstag bekannt, dass für 2023 der Höchstwert für die Ausschreibungen auf 7,35 Cent pro Kilowattstunde hochgesetzt wird. Der Bundesverbände der Windenergie (BWE) und der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) begrüßen den Schritt ausdrücklich und hoffen, dass endlich wieder mehr neue Anlagen installiert werden. Beide Verbände verweisen auf die Kostensteigerung. Der neue Höchstwert sei darauf die richtige Antwort.

Seit einigen Jahren muss, wer Windkraftanlagen errichten will, an einem bundesweiten, von der Agentur organisierten Ausschreibungsverfahren teilnehmen, um in den Genuss von garantierten Einspeisevergütungen zu kommen.

Die potenziellen Bauherren machen dabei ein Gebot, zu welchem Preis sie Strom ins öffentliche Netz einspeisen könnten. Nur Gebote, die den zuvor veröffentlichten Höchstwert nicht überschreiten, werden zugelassen. Den Zuschlag bekommen dann die günstigsten Bieter so lange, bis der ebenfalls zuvor festgelegte Umfang der Ausschreibung ausgeschöpft ist.

Auch hier gibt es eine positive Entwicklung. Insgesamt sollen 2023 12,84 Gigawatt ausgeschrieben werden. Damit wird sich fast so viel Strom wie in den letzten drei deutschen Atomreaktoren erzeugen lassen, die demnächst endgültig den Betrieb einstellen. Die Bundesregierung will den Ausbau der Windenergie an Land mittelfristig auf zehn Gigawatt pro Jahr steigern.

2022 waren die Ausschreibung allerdings zunehmend unterzeichnet. Bei der letzten Runde im Dezember wurde nach Angaben der Agentur nur noch für 31 Prozent der ausgeschriebenen Leistung ein Gebot abgegeben. Man genehmigte allerdings bereits deutlich mehr Projekte, deren Bauherren jedoch oftmals nicht an der Ausschreibung teilnahmen.

Den Grund dafür sehen sowohl die Agentur als auch der BWE in den steigenden Zinsen und „Kosten entlang der ganzen Wertschöpfungskette“.

Auch für Solaranlagen, die auf Freiflächen entstehen, sowie für die größeren Aufdachanlagen ist inzwischen eine Teilnahme an einem Ausschreibungsverfahren Voraussetzung für eine feste Einspeisevergütung. Für Freiflächenanlagen liegt bisher noch kein neuer Höchstwert vor, für Dachanlagen wurde er auf 11,25 Cent pro Kilowattstunde festgelegt.

Bürgerenergiegesellschaften sind seit neuestem von der Teilnahme an den Ausschreibungen befreit. Sie müssen lediglich frühzeitig ihre Anlagen bei der Netzagentur anmelden. (Wolfgang Pomrehn)

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