Wem gehört das Web?

Email-Interview mit Paul Garrin über sein Projekt Name.Space

Der Medienkünstler Paul Garrin hat mit seinem Projekt "name.space" eine internationale Debatte (NYT, Economist, Die Zeit, u.a.) losgetreten. Mit seiner Mini-Firma Paul Garrin Media versucht er, das Monopol von Internic, bzw. Network Solutions Inc. auf die Namensvergabe im Web zu durchbrechen. Obwohl die technische Seite von name.space auch von solchen Technikern angezweifelt wird, die dem Projekt inhaltlich mit Sympathie gegenüberstehen, und obwohl die Chance eher gering ist, dass Garrins name.space dauerhafter Erfolg als Monopolbrecher beschieden sein könnte, ist das Projekt von enormer Brisanz. Denn es wird knapp im Namensraum des WWW. Insbesondere die Domain .com ist jetzt bereits hoffnungslos überlaufen. Viele Firmen befürchten, daß sie ihre Webadresse nicht mit ihrem realen Markennamen in Übereinstimmung bringen können.

Doch derartige kommerzielle Sorgen sind für Garrin eher sekundär. Seine Kritik geht an die semiotischen Wurzeln der Webarchitektur und richtet sich gegen das Verschwinden des öffentlichen Raums und die Privatisierung des Internet. Jeder solle seine Web-Adresse frei wählen können, unbeeinträchtigt von der künstlichen Knappheit, die durch die Praxis der Namensvergabe von Internic entstand. Und nicht zuletzt geht es (auch) ums Geld. Die angeblich technisch unumgängliche Monopolstellung von Internic hat die Preise für Namensregistrierung im Web (auch in Deutschland) kräftig in die Höhe schiessen lassen. Garrin zeigt, dass es auch anders geht und verlangt mit einmalig zu zahlenden US$ 25.- einen wesentlich günstigeren Preis. Mit den Einkünften möchte er langfristig unabhängige, freie Medien im Web erhalten helfen. Denn anders als weitere Monopolbrecher wie Alternic ist sein Background einer von "taktischen Medien" und von den Diskursen einer organisierten Gegenöffentlichkeit gekennzeichnet.

Während name.space inzwischen von immer mehr Servern unterstützt wird, ist hektische Bewegung in die internationalen Standardisierungsdebatten gekommen. Eilig gegründete Ad Hoc Committes und andere, nur von (priviligierten) Minoritäten unterstützte Lobbying-Plattformen stellten inzwischen eigene Vorschläge vor. Dabei scheint nicht zuletzt Unstimmigkeit zu herrschen, wie solche Fragen überhaupt konsensuell zu lösen sind, zwischen Regierungen, Forschungsnetzen, privaten Providern und nicht zuletzt den Usern. "Wem gehört also das Web?" Das folgende, ausführliche Interview mit Paul Garrin führte Pit Schultz.

Nannten die Erwachsenen irgendeinen Gegenstand und wandten sie sich dabei ihm zu, so nahm ich das wahr und ich begriff, dass der Gegenstand durch die Laute, die sie aussprachen, bezeichnet wurde, da sie auf ihn hinweisen wollten. Dies aber entnahm ich aus ihren Gebärden, der natürlichen Sprache aller Völker, der Sprache, die durch Mienen- und Augenspiel, durch die Bewegungen der Glieder und den Klang der Stimme die Empfindungen der Seele anzeigt. So lernte ich nach und nach verstehen, welche Dinge die Wörter bezeichneten.

Augustinus, in den Konfessionen 1/8, bei Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen, Frankfurt 1960. S. 289

(Anmerkung: Als Einführung zu dem folgenden Gespräch empfehlen wir "Ist es Kunst?", eine Beschreibung von name.space plus Kommentar von Pit Schultz.)

1 - Du bist Künstler...

PS = Pit Schultz
PG = Paul Garrin

PS: Du bist Künstler. Du hast dich mit dem Projekt name.space in die Technik vertieft. Aber es ist nicht das erste Mal, dass du das tust (siehe Paul Garrin ). Was, allgemein gesprochen, hat die Kunst mit Medien & Technologie zu tun, und wie definierst du deinen Platz darin?

PG: Kontrolliere die Medien und du kontrollierst die Öffentlichkeit. Freie Medien sind ein Angriff auf die Kontrollgesellschaft (siehe Gilles Deleuze:'Postscript on the societies of control'). Als Künstler, versucht man, wirksame Mittel zu entdecken und in jedem Medium zu arbeiten - auch wenn dieses Medium ein Massenmedium ist. Der Schlüssel liegt darin, Sichtbarkeit herzustellen und aufrechtzuerhalten. Wenn es kein Versorgungssystem gibt, das eine zuverlässige Distribution garantiert, verschwindet das Werk. Eines der Hauptanliegen meiner Arbeit ist immer der Begriff des Öffentlichen gegenüber dem Privaten gewesen. Territorium. Sicherheit. Privates. Das heißt die Art und Weise in der "die Medien" die Wahrnehmung des Öffentlichen bestimmen. Diese Dinge waren immer von Interesse für mich.

2 - Das Netz, Rolle der Namen, Geschichte des Projektes

PS: Das Netz, niemand kann es überblicken, wie es zum Ende des Jahrtausends zu etwas Mystischem und Unbenennbarem wird. Eine der produktiven Fragen, die durch das Projekt name.space in Umlauf gebracht wurden, war, 'Wer regiert das Netz?' (siehe New York Times, "Who governs the net?").

Es war von je her ein Machtinstrument, den Prozess der Namensgebung - und damit der Identität - zu kontrollieren. Einst war es Sache der Feudalherren, heute ist es z.B. die der Einwohnermeldeämter. Doch Namen sind vielmehr auch derjenige widerständige Teil der Sprache, bei dem ein anderes semiotisches Gefüge, eines der Abwesenheit, Platz ergreift. Nimm Religionen, der Raum der Namen ist ein spiritueller, verwandt dem Raum der Toten, der Vorfahren, der Götter und Gespenster. Heute ist dieser Raum angefüllt mit Markennamen. In welcher Weise hast du die Namensräume und ihre Traditionen ausserhalb des Netzes mitbedacht, als du mit "Panet" anfingst und was war der Auslöser für deine Entscheidung, damit zu beginnen, ausgerechnet mit dem DNS (siehe Domain Name Service::DNS - Domain Name Service - wandelt Namen in IP Adressen um und organisiert die weltweite Integrität der Namenslisten (keine doppelten Namen usw.)) zu "spielen"?

PG: Ein Name ist ein essentielles und universelles Element. Auf dem Netz ist die Einzigartigkeit eines Namens zwingend. Im Kapitalismus bedeutet die Idee der Einzigartigkeit "Wert", also Ware. Eines der Schlüsselelemente von Unterdrückung und Kontrolle ist der Begriff der Identität. Das kulturelle Meme vom "Domain Name Service" (das aus der militärischen Einflusssphäre hervorgegangene Namenssystem) bedeutet "Kontrolle, Dominanz, Territorium". Die Idee der "Permanenten Autonomen Zone") gab den Spitznamen für die "Panet"-Initiative und war auf der Idee begründet, die Präsenz der "Freien Medien" zu erhalten und weiterzuentwickeln. Für eine solche Präsenz ist es zwingend, eine Identität aufzubauen und zu popagieren. Und um die Unabhängigkeit der Inhalte zu sichern, als ganz und gar selbstregulierend und ausserhalb der Kontrolle durch kommerzielle Interessen stehend, ist es zwingend, Bandbreite zu kaufen. Dies ist die einzige Option, um einem eventuellen Verschwinden von "Freien Medien" entgegenzuarbeiten, wenn die "Disneyfizierung" der Medien und des Netzes abgeschlossen ist. Siehe auch meinen Artikel zum 'Verschwinden des öffentlichen Raums auf dem Netz'.

Hier zwei konkrete Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit, um diesen Punkt zu illustrieren: Ein exzellenter Website, www.disinfo.com, wurde als kommerzielles Projekt bei TCI (Telecommunications Incorporated), dem grössten Kabelanbieter in den USA mit grossen Aktieneinlagen im Bereich Internet, gegründet. TCI vertrat die Ansicht, dass "disInformation" ein Unterhaltungswebsite wäre, so wie "X-Files". Was sie also taten, war eine "Radikale Suchmaschine" zu erschaffen, und viel von dem Inhalt von Mediafilter und anderen Web-sites alternativer Medien da raufzupacken. Sobald John Malone (Chef von TCI) sah, um was es sich bei "disInformation" wirklich handelte, ordnete er augenblicklich an, den Stecker zu ziehen. Ich bot dem Eigentuemer Richard Metzger ein neues Heim in meinem Netz an. Er hatte zum Glück gerade bei Razorfish.com angeheuert.

Etwas anderes ist CypherPunks. Der Millionärsclub EFF.org, die 'geheiligte Bastion' freier Rede auf dem Netz, schmiss die Cypherpunks Mailinglist einfach von ihrem Server. So viel zum Thema ihrer Bewachung freier Rede auf dem Netz. Autono.net bietet Cypherpunks gerne ein neues Heim, wenn sie das hier lesen... (Anmerkung zum Cypherpunks Rausschmiss::Tatsächlich wurde die Cypherpunks Liste kürzlich von ihren Betreibern aufgelöst. Sie zog aufs Usenet um, wo sie nun unter alt.cypherpunks zu erreichen ist, sofern dein News-Server die alt.gruppen führt. Siehe dazu auch "Cypherpunks, a list goes down in flames.")

Die Sponsoren haben so ihre eigenen Pflichtenhefte und "Toleranzgrenzen". Die Vorstellung, was autorisiert und was akzeptabel ist, sollte jedoch nicht von kommerziellen Interessen kontrolliert werden. Die Idee eines dezentralisierten Domain Name Service kam, als Network Solutions Inc. bekanntgab, sie würden von nun an 100 Dollar für die Registrierung von neuen Domainnamen veranschlagen (vorher waren es weniger als $50). Als ich die Logistiken zum Betreiben von DNS (Domain Name Service) studierte, realisierte ich, dass seine Grenzen künstlich gesetzt waren, um die Versorgung mit TLDŽs (Top-Level-Domain-Names sind Domain Names der höchsten Hierarchieebene - international: .com, .org, .net, .edu usw. national: ISO codes (.de, .uk, .si)) zu begrenzen und ihre Kontrollierbarkeit herzustellen. Die zentrale Datenbank und "Whois" Datensätze werden allesamt durch die Firma Network Solutions kontrolliert, welche eine Unterabteilung der SAIC (Gesellschaft für Internationale Wissenschaftliche Anwendungen, kann auch als Akronym von "CIA +S" gelesen werden), dem grössten privaten Vertragspartner des US-amerikanischen Nationalen Sicherheitsdienstes (NSA) und des Pentagons.

Die meisten der höheren Angestellten sind frühere Angehörige des US-Militärpersonals, welche vom Dienst befreit wurden und nun in "privaten Tätigkeiten" beschäftigt sind - einschliesslich des früheren NSA Chefs, Bobby Inman, dem derzeitigen Direktor im Vorstand - , die nun ihre beim Militär erlernten Kenntnisse einsetzen, um Profit zu erwirtschaften. Und so schliesslich bezahlt man, wenn man sich registrieren lässt und Network Solutions für einen Domain Namen bezahlt hat, auch gleich für die Aufrechterhaltung seiner eigenen Überwachung mit. Frag dich selbst: Ist es das, was du willst? Fühlst du dich damit sicherer? (siehe <Networking with Spooks)

3 - US-DNS-Server abschalten oder umschalten? Was wäre wenn..

PS: Nach dem Einblick, den du in die DNS-Technologie bekommen hast, was würde es brauchen, um eine DNS-Struktur wiederaufzubauen, wenn NSL seine 10 Root-Level-Server (siehe Rootserver, auf denen ein Hauptanteil an internationalen Domainnamen, aber vor allem auch die Übergänge zur nächsten unteren Hierarchie nationaler Toplevel-Domainnameserver wie .de, .uk etc. verwaltet werden, einfach abschalten würde, zum Beispiel in einer politischen Notstandsituation?
Wäre es nicht nützlich, eine 'Sicherheitskopie' zu verlangen, die nicht unter dem Hauptzugriff von Network Solutions (und damit des Geheimdienstes der USA) steht, und wie sollte man dies am besten anstellen?

PG: Zuerst einmal hat Network Solutions Inc. (NSL) einen Vertrag mit der NSF (Nationalen Wissenschafts Behörde), welcher 1998 ausläuft. Zu dieser Zeit werden viele Umstellungen stattgefunden haben, die das Verschwinden von NSL zu einem Nicht-thema machen werden. Bis jetzt kontrolliert Network Solutions eine absolut grundlegende Einrichtung, welche das gesamte Internet am Laufen hält. Es ist nicht auf einen Schlag möglich, die gesamte Konfiguration der Referenzen des Internets zu den gegenwärtigen Root-Servern zu ändern, ohne dass das zu einer grösseren Unterbrechung der Internetdienste für mehrere Tage und Wochen führt - die Zeit, die nötig ist, bis jeder informiert ist und seine Updates durchgeführt hat.

Solche neuen Top-Level-Domains (TLD) laufen zu lassen, ist keine schwierige Sache. Ihre Einfachheit ist fast obszön. Das Thema ihrer weltweiten Erkennung ist der Schlüssel. Gerade jetzt lebt name.space als Intranet1 innerhalb des Internets. Es ist wie eine Frage der Anschauung: Die Erkennung der Nameserver2) von name.space bewirkt, ob name.space existiert oder nicht. So wie beim Wechseln von Kanälen -- den Zensurfilter abschaffen. Das ist definitiv eine "Graswurzel"-Geschichte, und mein Lieblingsaspekt am Potential von Name.space ist die Fähigkeit des Individuums, seinen eigenen Blick auf das Netz zu wählen, unreguliert von Kommerz oder Regierung.

4 - Standardisierungskriege und kollektive Vernunft

PS: Die Standardisierungskriege: Name.space zeigte mit den Anstrengungen und der harten Arbeit von ein paar Leuten, wie wirksam ein Entscheidungsprozess provoziert werden kann, der dann Panik-Ergebnisse herbeiführt.

Wie kann es möglich bleiben, dass das Internet auf offenenen Standards begründet ist, und auf welche Weise zeigt IAHC zur selben Zeit das Ende einer solchen Politik an? Ist es möglich, name.space zu öffnen, es von einem Projekt von ein paar Leuten zu einem offenen Werk kollektiver Vernunft zu machen? Oder, anders gesagt, wo siehst du einen Weg, aus den bisherigen Erfahrungen zu lernen, über die Protokolle von BIND3 und DNS hinaus?

PG: Die Konvention von DNS ist nicht das Thema im Moment -- der Schwerpunkt liegt auf seinen möglichen Implementierungen. Name.space funtioniert mit der existierenden DNS-Software und ihren Protokollen, das ist richtig. Es gibt keinen Unterschied. Name.space ist DNS und handelt von der Erkundung der Potentiale eines freien Namensraums. Name.space ist von Anfang an ein kollaboratives und kooperatives Projekt gewesen. Die meisten der Toplevel-Namen wurden bei Usern in der Form eines name.space Website vorgeschlagen.

Der neue "Integrierte Datenbank Synchronisierungs Dämon" oder "IDSD", den name.space gerade am Entwickeln ist, wird eine völlige Dezentralisierung von Namensregistrierungen ermöglichen. Die Registrierung von einer namentlichen Adresse wird wie das Reservieren eines Platzes bei einer Fluggesellschaft über ein Reisebüro funktionieren. Kein Platz kann zweimal gebucht werden, alle Reisebüros teilen sich die selbe Datenbank.

Der Vorschlag, der vom Internationalen Ad-Hoc Commitee in Kraft gesetzt wurde, ist ein mittelmässiger Versuch, eine Menge von Kontrollen und Regulationen auf das Internet auszuüben, ohne ein Mandat zu haben, das sie dazu berechtigt. Ihre unablässige Arroganz ist allzu dreist, so als ob GATT oder NAFTA einfach ihre Implementation geradewegs aus dem Vorstandszimmer einer GloboCorp Gmbh bekanntgegen hätten, ohne die schmerzvolle internationale Debatte, die so sehr erforderlich ist. Es wird nie gelingen. Es ist legal unmöglich unter den existierenden internationalen Gesetzen. Das Internet ist international und idealerweise selbstregulierend und die Realität ist, dass die Kräfte des Marktes die Dynamik des Netzes bestimmen.

5 - Funktioniert es doch als Kunst? Mutmassungen über den Wahnsinn.

PS #5: Viele Leute beschweren sich, dass name-space nicht funktioniert. Sie meinen damit, dass es in der Tat eine Art Netz im Netz ist, dessen neue Domainnamen (noch) nicht automatisch von überall erreichbar sind. Für mich ist es vielleicht das derzeit interessanteste net.art-Projekt, von dem ich weiss (siehe Alexei Shulgin, "The origin of the term net.art">). Es zeigt für mich, wie weit Kunst gehen kann, und nur als Kunst kann es als voller Erfolg gelten.

Aber auch wenn du es nicht Kunst nennst, ist es offensichtlich politisch. Es funktioniert auf der symbolischen Ebene der Namensgebung als eine Infragestellung einer bestimmten Technologie der Macht. Es unterwandert den Prozess der Bezeichung und ersetzt "die großen Bezeichner" durch etwas Selbstgewähltes. Der ziemlich poetische und subversive Aspekt der Einmischung in den Prozess der Kommerzialisierung und Regulierung des Internets auf der Ebene der Namensgebung taucht auf im Kampf um einen schicken neuen Domainnamen. Als ein gewagtes Umbenennungsprojekt der gesamten Netzwelt kommt das, was du anstrebst, einem technologischen Zustand von Wahnsinn nahe, bei dem die Dinge und Namen in ihrem eigenen Universum umhertrudeln und sich keiner universellen Klassifizierung mehr unterordnen. Wo aber die innere Ordnung der Dinge nach aussen nicht mehr kommunizierbar ist, vielleicht weil Innen und Aussen, Privat und Öffentlich durcheinanderkommen? - Wie denkst du, ahmt name.space das auf drastische Weise nach, was ohnehin gerade mit dem Internet passiert, - eine Art semiotische Aufblähung - wie sehr warst du dir solcher Interpretationsebenen bewusst?

PG: Aber natürlich funktioniert Name.space! Jeder, der sagt, dass es nicht funktioniert, hat es nicht ausprobiert. Es gibt keine Entschuldigung für falschen Kritizismus. Name.space wird nicht weltweit erkannt im Moment, aber das wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach bald ändern. Bleib dran... Währenddessen, kann jeder es versuchen, durch das Erweitern seines TCP/IP Settings durch den nächstgelegenen name.space Nameserver4.

Name.space funktioniert derzeit als ein Intranet, das das gesamte Netz erkennt, aber nicht umgekehrt. Eine alternative Route für Content. Es handelt von "content routing"5, anstatt von Territorium und Kontrolle. Adressen, die im name.space erschaffen wurden, haben nicht weiterhin vorzugeben, einem bestimmten geographischen Ort zuzugehören... die Namen, kombiniert mit virtuellen Domains6 können deskriptiver Content sein, und direkt Webpages adressieren. Das "black.hole"-Projekt ist ein Beispiel von Content-Routing mit name.space Adressen.7

6 - Ökonomie und innere Widersprüche

PS: Die ökonomische Frage. Wie passt Anarchie, Freiheit und radikal linke Weltsicht zusammen mit einem Unternehmertum innerhalb der neuen Cybermärkte? Leute mit einem linken Hintergrund beschweren sich, dass du ein Neoliberaler geworden bist, Freimarktler deuten dagegen an, dass du ein gefährlicher Anarchist bist (siehe The Economist). Es sieht wie eine Falle aus, aber anstatt dich hier nun zu verteidigen, was denkst du, ist das Problem auf beiden Seiten?

PG: Alles, was Definitionen in Frage stellt, ist ein Angriff auf die Ordung. Man hat mich schon dies und jenes genannt. Die spekulativen Etiketten, die mich am lautesten lachen machen, sind "neoliberal" und "Hinterzimmer-Extropian"... HEHEHEHEHEHE :) die haben keine Ahnung :) das ist der komischste Teil...

7 - Der Gang vors Gericht, wider die Monopolisierer

PS: Der Kampf ist nicht vorbei, du wirst vielleicht vors Gericht gehen. Wäre es nicht besser, eine Art von Gegenkonsens auf dem Netz zu erreichen und zu schauen, was dabei an Abmachungen und Standards (ähnlich von FYI zu RFC...) herauskommt, anstatt der mühsamen Streitpolitik im Stile von MCI vs. AT+T zu folgen, als Einmannshow von PG Media (Paul Garrin Media) gegen die bösen Oligarchisten? Wäre es nicht schlauer, eine Grundlinie der Kritik zu finden, welche die Blitzreform überlebt, die durch die IAHC eingeführt wurde, um Gegenbewegungen zu neutralisieren. Entlang welcher Linien würdest du anfangen, wenn du die Diskussion eröffnen würdest, die Praktiken von Alternic und eDNS und anderen Third Party-Projekten im Hinterkopf.

PG: Deine Vorschläge werden nicht funktionieren. In der "praktischen" Welt funktionieren die Dinge nicht so einfach, wie man sie in einem Vorschlag niederschreiben kann.

Es gibt Möglichkeiten, die Kontrollenmechanismen eines Systems zu benutzen, um es dazu zu bringen, sich selbst zu regulieren, und zwar durch Wege, die dieses System selbst nie 'beabsichtigte'. Voraussetzung ist, dass die Leute, die diese Umnutzung vornehmen, niemals eine Hierarchie im Militär-und Regierungstil akzeptiert haben. Den Leuten wird immer nahegelegt, fraglos zu folgen. In diesem Fall nun wird eine andere Nutzung durch die Tatsache möglich, dass es keine Regulierung oder klar definierte Autorität über die Bestimmung des Toplevel-Namensraums gibt. Es ist möglich, durch Handelsrecht eine Wettbewerbsstruktur zum gegenwärtigen Monopol aufzubauen, und damit die Hierarchie des Kalten Krieges umzukehren, ja besser noch, sie eventuell völlig zu dezentralisieren, ohne die Integrität und Synchronizität von DNS oder 'Internet Directory Services' zu beeinträchtigen.

Es gibt einen wesentlichen Unterschied zu Alternic und dem sogenannten "newdom movement". Letzteres will das Internic-Monopol aufbrechen, indem es viele kleine Mikromonopole schafft. Im Alternic-Newdom Modell würde jede private Registrierungsfirma die exklusiven Rechte auf geläufige Wörterbuchwörter wie "web" oder "art" oder "earth" vor allen anderen Mitbewerbern besitzen. Und andere Registrierungsfirmen müssten erst den Namen vom "Eigentümer" kaufen, um ihn dann als Produkt und Eigentum weiterverkaufen zu können. Das Modell geht davon aus, dass jede Registrierungsfirma idealerweise auf einer Topleveldomain 'sitzt'. Hier geht es also um die Privatisierung und Vereinnahmng von Sprache allmein. Das name.space Modell schafft einen expansiven Toplevel-Namensraum als öffentliches Eigentum. Der Toplevel-Namensraum ist kein Eigentum von irgendjemand und muss von verschiedenen unterschiedlichen Registrierern geteilt werden. Die Registrierer bieten einen Service im öffentlichen Interesse und Vertrauen an und verkaufen kein "Eigentum". Toplevel-Namen können kommen und gehen, entsprechend ihres Gebrauchs, wie ein natürlicher Prozess. Wenn es einen Bedarf für auch nur einen Toplevel gibt, der von der Öffentlichkeit geteilt werden kann, dann wird er geschaffen, solange wie die gegenwärtige Version der Software es erlaubt. Wenn es nicht länger eine Nachfrage gibt, kann der Toplevel "zurückgezogen" werden, um freien Raum für andere Toplevel Namespaces zu machen, die noch zur Welt kommen könnten.

PS: Das Netz basiert auf der Ethik des "laufenden Codes". Kein (normaler) Administrator würde es riskieren, ein System anzufassen, solange es irgendwie läuft (oder solange nichts auf den Markt kommt, mit dem es aufzustocken wäre). Name-space basiert auf einem revolutionärem, anstatt einem evolutionärem Konzept, einem parasitärem, anstatt einem symbiotischen Konzept, sozusagen. Es atmet irgendwie die Luft des Krieges und riskiert einen 'net-split'. Wie weit hast du so etwas bedacht? Und denkst du, es könnte eine 'weichere' Version davon geben?

PG: Das Konzept des Net-splits wird von ein paar einzelnen Leuten weiterverbreitet (u.a. Paul Treanor, Niederlande), denen es am Verständnis für name.space fehlt. Der gegenwärtige Modus von name.space, als ein Intranet ist ein Demo, um zu beweisen, dass solche Namenskonventionen und 'content routing' möglich sind. Dies ist bereits bewiesen worden und steht ausser Zweifel. Der nächste Schritt ist, alle Top-Level-Domains von name.space zum Teil der named.root-Datei8 der Rootserver werden zu lassen, die gegenwärtig unter der Verwaltung von Network Solutions, Inc. steht.
Dies wird vor US-amerikanischem Gericht gelöst werden, als eine Anti-Trust Verhandlung, basierend auf existierenden und zurückliegenden Präzedenzfällen.

Der Brief, der den Eingang der name.space-roots in die Datenbanken der Network Solutions-Rootserver verlangt, wurde gerade an NSI verschickt und ich habe bereits mit ihrem Anwalt am Telephon gesprochen, in Konferenzschaltung mit dem Internet Business Manager von Network Solutions und meinem Anwalt, Michael J. Donovan. Unsere Anfrage war eine freundliche, von einer Firma im Wettbewerb, um nach Eingang in das named.root-File zu fragen. NSI verneint ihre Rolle und Verantwortlichkeit und sagte "Wir tun, was sie uns sagen' (IANA) .... aber gab auch zu, dass sie keinen unterschriebenen Vertrag haben, welcher die IANA als die Partei benennt, die verantwortlich ist für den Inhalt des 'Rootzone Files'. *Bleib dran...* (siehe legal issues: Paul Garrin Media hat inzwischen die im Raumstehende Klage gegen das Monopol von Internic bereits eingebracht)

8 - Evolution statt Revolution, der Wunsch nach weichen Taktiken

PS: Es gab verschiedene Gegenkonzepte. Eines war eine eigene neue TLD zu starten (so wie .BIZ), ein anderes war, unbenutzte existierende TLDs zu "besetzen", eine anderes wiederum war ein Netz-Umbenennungs-Projekt (mehr künstlerisch). Techniker sagen, DNS wird sich nur zusammen mit neuen Arten von Routing verändern lassen (IPV69 und bereiten uns auf LAPD Directory Services (LAPD10 vor, die nach dem Modell von Telephonbüchern funktionieren. Ich dachte über name.space mehr als ein Intranet mit einem eigenen IP-Space und darum auch DNS. Denkst du, dass es einmal nötig sein wird, ein unabhängiges technisches Gegennetz aufzubauen, und hast du Statistiken darüber, wieviele Sites daran teilnehmen würden? Und nochmal, wie würdest du ein Netz aufbauen, bei dem die Leute ihre Kräfte zusammenbringen, anstatt in eine andere Art von Hirarchie zu verfallen?

PG: Die Ausweitung des IP-Adressraums und des Potentials von DNS sind zwei völlig unterschiedliche Themen. In der Tag, mit der Benutzung von virtuellen Domains, ist es möglich, einige IP-Adressen frei zu machen, die unnötigerweise als harte virtuelle Adresse für Websites und E-mail benutzt werden. Eine Sun Sparc kann ein ganzes Class-C Netz mit 255 IP-Adressen aufsaugen! Ich habe auf einem Mac WebStar laufen und eine LinuxBox, auf der Apache läuft, die ganze Listen von virtuellen Domains haben, mit nur einer einzigen IP-Adresse. Das ist ein weitaus effizienterer Gebrauch von IP-Adressen, könnte man sagen.

Name.space ist Teil des Internets. Es ist darüberhinaus die Zukunft der named.adress-Stuktur des Internets. Als ein unabhängiges taktisches Netzwerk ist es ein System, eine ökonomische Basis für freie Medien zu schaffen, um Online zu bleiben, ohne institutionelle oder kommerzielle Regulierung oder Zensur. Das Ziel von Name.space ist es, soviel Bandbreite und Prozessorperformance wie möglich zu kaufen, um sicher zu stellen, dass es immer ein Heim für freie Medien und alternative Stimmen und Visionen eines sich ständig verändernden Internets geben wird.

9 - "Warum habt ihr nicht mitgemacht?" - Name.Space-Kritiker und ihre Lager

PS: Vielleicht ist das die Frage, die du uns gerne stellen würdest, "warum habt ihr nicht mitgemacht?". Für viele von uns, (ich spreche hier hauptsächlich von den Subscribern von Nettime, die regelmässig von Paul über sein Projekt informiert wurden, u.a. mit "Calls for Content"), war name.space ein konzeptuelles Werk. Über die letzen Wochen hinweg verbrachten wir Stunden damit, darüber zu diskutieren, und damit gleichzeitig über den Nutzen von radikalen politisch/technischen Projekten, lass uns sagen 'revolutionären' Projekten, innerhalb des Kontextes eines vernetzten Kapitalismus. Wir fanden, dass es speziell für die Techniker, die neokonservativ sind, schwierig war, ein völlig neues Namenssystem zu akzeptieren, während die Theoretiker die Idee durchweg mochten, aber nicht wussten, wie und ob es überhaupt funktioniert. Was denkst du, zog so viele Leute an, darüber nachzudenken, und so wenige zu handeln, auf technische Weise?

PG: Es ist ein Klischee, dass die Leute Angst vor Wechseln haben. DNS ist eine heilige Kuh für Netzwerk-Sysops. "Wenn es funktioniert, fass es nicht an.. und wenn es geht, vergiss es... ein Ding weniger mit dem du dich beschäftigen musst". DNS ist der einzige offensichtlich zentralisierte Aspekt des Netzes. Big Brother wird über uns wachen und uns beschützen. Das ist der einfache Ausweg. Die sogenannte "Hacker"-Gemeinde meidet name.space hauptsächlich, weil es von einem Aussenseiter implementiert wurde, einem Künstler, nicht einem Hacker. Keiner von denen hat irgendeine Vorstellung von Gesetzgebungen oder die Einsicht, sich auf der Ebene zu engagieren, wie ich es gemacht habe, noch verfügen sie über die strategischen, gesetzlichen, ökonomischen und PR-Konzepte wie ich sie bisher erfolgreich in der name.space-Initiative eingesetzt habe. Ich wäre über einen konstruktiveren Dialog mit den vorwiegend europäischen Hackern froh gewesen.

Sie leiden einfach unter adoleszenter Eifersucht. Zu schade. Sie sind eine verschwendete Resource, wenn es auf die Frage nach Autonomie und politischer Aktion kommt. Ich bin sehr enttäuscht von ihnen, über ihren Mangel an Reife und Voraussicht.

Die Theoretiker haben guten Grund interessiert zu sein, weil name.space so viele symbolische Implikationen mit sich bringt. Das Problem ist, dass name.space von *realer Aktion* handelt, welche die Verantwortlichkeit erfordert, nach den eigenen Vorschlägen zu handeln und an den Konsequenzen zu leiden oder die Vorteile abzuschöpfen, was auch immer dabei herausspringt. Bestimmt nicht so sicher wie einfacher guter alter Ascii-Code. Es wird zu einem weiteren Dilemma für sie, ob sie nun denken oder handeln sollen, oder Gedanken in Handlungen zu überführen haben.

Schliesslich, kommt die Idee der Taktischen Medien (siehe Andreas Broeckmann) zur Praxis und zum Thema. Das ist der Titel, unter dem wir alle für viele Jahre in Diskussionen engagiert waren, aber sehr wenige haben es in die Praxis umgesetzt. Mein Problem ist, dass ich einfach ein Praktiker bin. Ich kann über Dinge schreiben, aber nur allzu knapp, wenn ich die Zeit finde zwischen all den nötigen Aktionen, um tatsächlich die Ideen in meinem Kopf zu realisieren durch wirkliche Implementierung... und dem Überlebenskampf, für das alles zu zahlen.

Vor allem anderen, lies meinen Essay "Du willst also eine Revolution...".

Paul Garrin
Pit Schultz

Berlin, Budapest, NewYork, Februar-Maerz 1997

Anhang-Glossar: Einige Erklärungen der wichtigsten technischen Begriffe, die im Text zwar bereits als Link erreichbar sind, wurden der Übersicht halber hier nocheinmal zusammenhängend im Anhang angefügt, sowie Links zu relevanten Adressen für name.space und den Standardisierungsprozess des Internet.

IP-Adresse - 191.918.101 Adresse eines Rechners im Internet Class-C-Nets - üblicherweise 255 verfügbare Adressen, letzte Ziffer einer IP, wenn man von einem Provider einen Server zugeteilt bekommt.

Domain Name - www.heise.de - Name, der auf eine IP Adresse verweist.

Virtuelle Domain - ein Domain Name, der nicht auf eine IP Adresse verweist, sondern auf einen weiteren Domainnamen plus Pfad, also eine URL

URL - United Resource Link - Adresse, die zu einem Dokument auf einem Rechner führt (enthält meist einen Domain Namen)

DNS - Domain Name Service - wandelt Namen in IP-Adressen um und organisiert die weltweite Integrität der Namenslisten (keine doppelten Namen usw.)

TLD - Top Level Domains - international: .com, .org, .net usw. national: ISO codes (.de, .uk, .si)

BIND - Protokoll zwischen Nameservern, das sicherstellt, dass neue Domain Namen sich regelmässig und schnell im Netz verbreiten. Standardisiert auch die Form der Listen usw.

Nameserver - Computer, der ans Internet angeschlossen ist, und der eine Tabelle mit Namen und IP-Adresse verwaltet. Ohne Nameserver kann man Websites nur mit IP-Adresse ansprechen. Damit der eigene Rechner auch auf jeden Fall die Domain Namen übersetzen kann, trägt jeder User auf seinem Client-Rechner mindestens eine IP-Adresse eines Nameservers ein. Nameserver sind in einem hierarchischen Netz gekoppelt und enden bei den Root-level-Domain-Servern.

LAPD500 - (Zukunft) Internet Directory Service, demnächst bei Windows NT (5.0) oder Netscape's Server Suite installiert. Eine Art Gelbe Seiten des Netzes, verteilte Datenbank, die sowohl Websites als auch User-Emailadressen verwalten kann. Es soll eine Möglichkeit des autorisierten und verschlüsselten Zugriffs geben.

IPV6 - sagenumwobenes Update für den untersten Level des Internets, packet-switching, TCP/IP. Pakete werden ins Netz geworfen und suchen sich selbst ihre Routen von Server zu Server, ensprechend verschiedenen Angaben am Anfang des Pakets. Beim Empfänger werden die Pakete wieder zusammengesetzt und ergeben z.B. ein Dokument, oder auch eine Anfrage an einen Nameserver. IPV6 erweitert den Adressraum des Internets um einige Millionen neuer Adressen. (Man hat ausgerechnet jeder Weltbürger bräuchte mindestens 5 IP Adressen) und fügt einige neue Felder hinzu, wie z.B. eine Art "first-" und "second-class" Zustellung.

Routing - die hohe Kunst der Weitergabe und Aufnahme von IP Paketen; machte Cisco reich, die Router bauen.

Content routing - irreführende Metapher; steht für URLs die name.space namen verwenden.

Rootserver - Nameserver der obersten Hirarchie, stehen meist in den USA, aber auch einer in Europa.

name.root-file - Datei, in der die gesamten Nameserver der Topleveldomains samt zugehörigen Ip-Adressen verzeichnet sind

Intranet - Marketingbegriff. Meist ein LAN (Local Area Network) oder auch ein verteiltes LAN, das meist auf Grund von Sicherheitsmassnahmen vom Gesamtinternet getrennt wurde, um den Übergang von 'privaten' in 'öffentliche' Daten auch in einem verteilten Netz regulieren zu können, was besonders bei Firmen mit sensiblen Betriebsdaten wichtig ist, und weniger bei Forschungseinrichtungen.

LINKS:

name.space homepage
namespace.autono.net/

name.space frequently asked questions
namespace.autono.net/ns./nsFAQ.html

Artikel über name.space
namespace.autono.net/ns./links-articles.html

Arin - American Registry for Internet Names (vorgeschlagene neue Institution)
www.arin.net./

AOP Alert - Protest der Provider gegen den Arin-Vorschlag
mediafilter.org/ZK/Conf/Conf_Email/January.21.1997.18.07.13

IANA - Umstrittene Institution zur Standardisierung des Domain Name Services
www.isi.edu/div7/infra/iana.html

IAHC - Internet ad hoc committe - umstrittene neue Institution
www.iahc.org/

Internet Society www.isoc.org/

NSI (Network Solutions) - Firma, welche von der NSF (National Science Foundation) die Verwaltung des Internet übertragen bekam
www.netsol.com/

Internic - Unterabteilung von NSI, welche derzeit die 10 TLD Server verwaltet und damit die Namensvergabe (in Deutschland de-nic)
www.internic.net/

Internet Architecture Board
www.iab.org/iab/

Internet Engineering Steering Group
www.ietf.org/iesg.html

Internet Engineering Task Force
www.ietf.org/

RFCs - Liste der technischen Internet Standards
www.isi.edu/cgi-bin/rfc-ed/status.pl?GENERAL\s+STANDARDS (Pit Schultz)