Weltstar Clinton

Unter den Web-Prominenten ist der Präsident Nummer 1

Aufmerksamkeit ist bekanntlich die Währung des Informationszeitalters, und Prominente spielen eine immer wichtigere Rolle. Und ebenso wie es Charts in vielen Bereichen gibt oder die Quoten der Medien erfasst werden, so bietet beispielsweise Web21 Listen für die am meisten frequentierten Sites im Internet.

Web 21 sammelt Daten von verschiedenen Quellen, die vor allem aus den Log-Files bestimmter Proxy-Server gewonnen werden und das Verhalten von weltweit über 100000 Surfern repräsentieren. 60 Prozent stammen aus Nordamerika, die restlichen 40 Prozent von anderen Ländern. Nutzer von AOL, Prodigy oder Compuserve werden allerdings nicht erfasst. Ziel ist eine Hotlist des gesamten Web zu erstellen - und, ganz im Sinn der Aufmerksamkeitsökonomie, den Nutzern angeblich dadurch das "Beste aus dem Web" zu zeigen.

Zu den Hitlisten gehört auch eine der Webstars, also von jenen Prominenten, die im Web am häufigsten erwähnt werden. Und hier befindet sich Clinton einmal wieder an der Spitze, nachdem er schon im Januar, nachdem die Lewinsky-Affäre bekannt wurde, an der Spitze stand. Ansonsten hält er sich zwar auch gut und befindet sich meist unter den ersten 20 der Hitliste. In seiner Kolumne schreibt Michael Goldhaber, daß Clinton es geschickt versteht, die Aufmerksamkeit der Medien und damit der Menschen zu wecken und zu halten. Doch auch Clintons Gegenspielerin, Monica Levinsky, hat es geschafft, von einem Niemand zum Star zu werden. Sie liegt auf Platz 8 vor Bill Gates und hat Hillary auf Platz 15 überrundet. Linda Tripp ist an 71. Stelle abgehängt, und Sonderermittler Kenneth Starr hat wohl nicht das Richtige gemacht, um überhaupt zur Web-Prominenz vorzustoßen.

Vom ersten Platz verdrängt hat Clinton übrigens Pamela Anderson, die nicht nur durch Bay Watch zum Star wurde, sondern auch durch ihren eigenen Skandal, der im Web aufblühte. Videos werden angeboten, die zweigen, wie sie es mit ihrem ehemaligen Gatten Tommy Lee getrieben hat. Obgleich sie also Konkreteres aus dem Intimleben eines Prominenten zu bieten hat, sind die Berichte von den sexuellen Umtrieben des Präsidenten im Weißen Haus offenbar noch interessanter. Weitere Web-Prominente auf den ersten Plätzen sind Madonna, Cindy Crawford, Demi Moore, Gillian Anderson oder Michael Jordan. (Florian Rötzer)