US-Gesundheitsminister streicht Covid-19-Impfung für Schwangere und Kinder
Kennedy Jr. – Was sieht er, was die Wissenschaft nicht sieht? Bild: Ringo Chiu/ Shutterstock.con
US-Minister streicht Covid-Impfung für Schwangere und Kinder. Experten warnen vor Folgen. Warum trifft Kennedy diese umstrittene Entscheidung?
In einer überraschenden Ankündigung hat der US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. erklärt, dass die Covid-19-Impfung aus dem Impfplan der Gesundheitsbehörde CDC für gesunde Kinder und Schwangere gestrichen wird.
Kennedy begründete den Schritt zunächst nicht mit wissenschaftlichen Erkenntnissen. Experten befürchten verheerende Konsequenzen, da gerade Schwangere und Babys ein höheres Risiko für schwere Covid-19-Verläufe haben. Studien zeigen, dass die Impfung in der Schwangerschaft Krankenhausaufenthalte bei Müttern und Babys unter sechs Monaten reduziert.
"Die Wissenschaft hat sich nicht geändert", betonte der Präsident des amerikanischen Verbands der Geburtshelfer und Gynäkologen. Covid-19 in der Schwangerschaft könne katastrophale Folgen haben. Die Impfung sei sicher und schütze auch die Neugeborenen.
Kennedys Entscheidung umgeht den üblichen Prozess zur Impfstoffbewertung. Normalerweise prüft die FDA die Sicherheit und die Wirksamkeit, bevor die CDC eine Impfempfehlung ausspricht. Diese hat regulatorisches Gewicht, da Versicherungen verpflichtet sind, empfohlene Impfungen zu bezahlen.
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Der Schritt könnte daher Folgen für die Kostenübernahme und staatlichen Impfstoffeinkäufe für diese Gruppen haben. Experten sehen auch rechtliche Probleme. Die Entscheidung erfülle nicht die Kriterien für ein ordnungsgemäßes Verwaltungsverfahren und könnte vor Gericht angefochten werden.
CDC hatte ähnliche Erwägungen
Die Impfberater der CDC hatten ohnehin bereits erwogen, die allgemeine Covid-19-Impfempfehlung ab sechs Monaten auf Risikogruppen ab 65 Jahren und Immungeschwächte zu beschränken. Die FDA hatte zudem angekündigt, für die Zulassung neuer Impfstoffe für Gesunde unter 65 placebo-kontrollierte Studien zu verlangen.
Bei Kindern ist der Nutzen der Covid-19-Impfung weniger klar belegt als bei Schwangeren, auch weil es weniger Studien gibt. Kinder machten zuletzt aber vier Prozent aller Covid-19-Krankenhauseinweisungen aus, Babys unter sechs Monaten haben das höchste Risiko. Das sehr seltene Risiko einer Herzmuskelentzündung nach der Impfung ist stetig gesunken.
Widerspruch zu Versprechen im Wahlkampf?
Kritiker sehen in Kennedys Ankündigung einen Widerspruch zu seinen Wahlkampfversprechen. Er hatte stets betont, niemandem die Impfung wegnehmen zu wollen. Nun würden Millionen Amerikanern der Zugang erschwert. Die Entscheidung stehe auch im Gegensatz zu Kennedys Ideal der "Gesundheitsfreiheit", da sie Eltern und Ärzten die Wahl wegnehme.