Türkische Armee: Der nächste völkerrechtswidrige Einmarsch?

Es regt sich Widerstand in der Türkei

Militäroperationen der türkischen Armee im Nordirak sind zwar nicht Neues, doch die zurzeit stattfindenden Operationen haben ein größeres Ausmaß als frühere Operationen. Besonders erfolgreich sind sie jedoch nicht. In dem gebirgigen Gebiet hat die HPG (militärische Einheit der PKK) einen Heimvorteil.

Immer wieder werden türkische Soldaten von der HPG gefangen genommen, von den vielen gefallenen Soldaten ganz zu schweigen. Nun wenden sich in der Türkei ausgerechnet diejenigen Familien, deren Söhne als Soldaten der türkischen Armee schon in den Jahren 2015/2016 festgenommen wurden, gegen die Militäroperation und sprechen sich für einen Frieden mit der PKK aus.

"Wir wollen keinen Krieg. Nun läuft eine Militäroperation gegen die Qendîlberge. Aber auch unsere Kinder sind dort und ihr Leben ist in Gefahr. Wir wollen, dass es nirgendwo auf der Welt Krieg gibt. Wir wollen keine Militäroperation gegen die Gebiete, in denen sich unsere Kinder befinden. Der Staat sollte doch wissen, dass sich die festgenommenen Soldaten dort befinden. Wie können sie dennoch eine Operation gegen dieses Gebiet starten? Als eine Mutter bitte ich den Staat, diesen Krieg zu beenden. Es reicht!", sagt die Mutter eines inhaftierten Soldaten.

Besonders in den kurdischen Gebieten der Türkei nehmen die Kurden, säkulare wie moslemische, fortschrittliche wie konservative, Erdogan nicht mehr ab, Frieden in der Region schaffen zu wollen.

"Erdogan hat den Kurden nicht mehr viel anzubieten", sagt Vahap Coskun, Politikwissenschaftler aus Diyarbakir. Bleibt nur zu hoffen, dass sich dies auch im Wahlverhalten niederschlägt - trotz der massiven Behinderungen.

(Elke Dangeleit)