Trump als Präsident: Goldesel für die superreichen US-Oligarchen

Das Vermögen der zehn reichsten der amerikanischen Reichen nahm in vier Trump-Jahren fast um eine halbe Billion zu

Forbes hat einmal nachgeschaut, wie es den zehn reichsten Milliardären seit Beginn von Trumps Präsidentschaft 2016 ergangen ist. Es sind allesamt Coronakrisen-Gewinner. 2016 hatten alle US-Milliardäre ein Vermögen von 2,9 Billionen, jetzt sind es fast 3,9 Billionen. Das Vermögen der zehn reichsten der Reichen nahm in vier Jahren fast um eine halbe Billion zu. Man ist dann nicht verwundert, dass sie lieber schweigen, zumal bei den Demokraten ein gewisser Druck herrscht, eine Reichensteuer einzuführen - da sei Trump vor.

Der Reichste aller Reichen, Jeff Bezos, hat zudem die wohl bislang teuerste Scheidung gut überstanden, und sein Vermögen in den letzten vier Jahren um 121 Milliarden auf nun über 200 Milliarden vermehrt. Jeff Bezos ist 79 Milliarden reicher geworden, Steve Ballmer 44 Milliarden. Seine Frau hat Joe Biden eine Wahlkampfspende von 105.000 US-Dollar zukommen lassen, nach Forbes die einzige Wahlkampfspende aus dem Umkreis der amerikanischen superreichen Oligarchen.

Mark Zuckerberg ist auch um 44 Milliarden reicher geworden, Dan Gilbert, Investor und Unternehmer, um 39 Milliarden, Bill Gates um 35 Milliarden, die drei Waltons-Geschwister Jim, Alice und Rob (Wallmart) um jeweils mehr als 30 Milliarden. Mit anderen Verwandten ist es die reichste Familie der Welt. Früher war die Familie ein treuer Unterstützer der Republikaner, aber 2016 ging mit 60 Prozent der Hauptteil der Spenden zu den Demokraten. Eine der ärmeren Familienmitglieder, Christy Walton, gerade einmal 9 Milliarden schwer, ist eine Hauptunterstützerin des von Republikanern gegründeten Lincoln Project, das mit Aktionen versucht, Republikaner zu überzeugen, nicht für Trump zu stimmen.

Und dann ist da auch noch Oracle-Chef Larry, der seit Beginn von Trumps Präsidentschaft um 30 Milliarden US-Dollar reicher wurde. Er hat zwar Trump kein Geld zukommen lassen, aber sagte Anfang April, er unterstütze ihn.

Profitiert haben die Superreichen vor allem von den steigenden Börsenkursen. Die sind es auch, die Donald Trump immer als sein Verdienst preist, während die Fed immer weiter Geld in die Märkte pumpt. Aber davon haben die meisten Menschen nichts. Die Superreichen nähren die Blase und profitieren von ihr, die Finanzmärkte sind praktisch die einzige Möglichkeit, gewinnbringend zu investieren.

Gestern brachen die Börsenwerte ein, der Dow Jones fiel um 650 Punkte, auch beim S&P 500 und beim Nasdaq Composite ging es nach unten. Der Dax spielte mit. Hauptgrund dürften die steigenden Infektionszahlen sein, aber auch die wachsende Unsicherheit über den Ausgang der US-Präsidentschaftswahl. Aber auch vorübergehende Verluste, das hat die Finanzkrise 2008 gezeigt, holen die Superreichen schnell wieder auf. Und sie brauchen eigentlich in den USA auch nichts fürchten, nachdem das Establishment der amerikanischen Demokraten einmal wieder Bernie Sanders als Präsidentschaftskandidat verhindert hat. (Florian Rötzer)

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