Tech-Krise: Microsoft und Amazon streichen 28.000 Jobs

Microsoft

Bild: efes auf Pixabay

Die Coronapandemie brachte der Branche einen Boom. Nun ist die Branche mit etlichen wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert. Am Kostenfaktor Mensch wird deshalb gespart.

Technologiekonzerne standen lange Zeit für unbegrenztes Wachstum. An der Börse glänzten sie mit enormen Kursgewinnen und der Traum vieler Anleger vom schnellen Reichtum schien zum Greifen nah.

Der Traum platzte schließlich, und das bekamen viele Anleger im vergangenen Jahr an der Wall Street zu spüren. Innerhalb der letzten zwölf Monate verlor etwa Mark Zuckerbergs Meta Platforms fast 56 Prozent seines Börsenwertes, bei Amazon waren es rund 38 Prozent. Ähnlich starke Einbrüche gab es bei Salesforce und Adobe, weniger hart traf es Microsoft.

Viele Unternehmen reagierten auf diese Entwicklung in gewohnter Weise: Sie setzten einen Teil ihrer Mitarbeiter auf die Straße. Am Mittwoch begannen Microsoft und Amazon mit dem Abbau von insgesamt 28.000 Stellen. Bei Microsoft könnten bis zu fünf Prozent der Belegschaft betroffen sein.

Beide Unternehmen erklärten laut einem Bericht des Finanzdienstes Bloomberg, mit den schmerzhaften Maßnahmen wolle man sinkenden Umsätzen und einer möglichen Rezession entgegenwirken.

Die Entlassungswelle folgt der anderer Unternehmen. So hatte Salesforce Anfang des Monats angekündigt, rund zehn Prozent seiner Stellen streichen zu wollen. Die Facebook-Mutter Meta Platforms hatte im Herbst einen massiven Stellenabbau angekündigt. Bei Twitter musste bereits rund die Hälfte der Belegschaft gehen.

Während der Coronapandemie profitierte die Branche von einer deutlich gestiegenen Nachfrage nach Computern, Telefonen, Software und online bestellten Waren. Viele Unternehmen stellten in dieser Zeit massiv neue Mitarbeiter ein. Salesforce beispielsweise hat seine Belegschaft in den vergangenen vier Jahren fast verdreifacht.

Jetzt hat sich das Blatt gewendet. Microsoft-Chef Satya Nadella sprach davon, dass die Technologiebranche eine Phase verlangsamten Wachstums durchlaufe und sich anpassen müsse. "Ich denke, wir werden heute eine Phase durchlaufen, in der sich die Nachfrage in gewissem Maße normalisiert", sagte er in einem Interview auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.

In strategischen Bereichen wie der künstlichen Intelligenz plant Microsoft weiter Mitarbeiter einzustellen. In anderen Bereichen sollen dagegen Stellen abgebaut werden. Betroffen ist laut Bloomberg zum Beispiel eine Sparte, die unter anderem für das US-Militär arbeitet. Aber auch in der Sparte für Videospiele sollen Stellen wegfallen.

Amazon hingegen versucht, die Massenentlassungen als Dienst am Kunden zu verkaufen. Doug Herrington, der im Konzern für den weltweiten Einzelhandel zuständig ist, erklärte gegenüber Bloomberg: Die Kürzungen seien Teil der Bemühungen, die Kosten zu senken, "damit wir weiterhin in die große Auswahl, die niedrigen Preise und die schnelle Lieferung investieren können, die unsere Kunden lieben". (Bernd Müller)

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