Stationierung von US-Marines in Norwegen

Panzer, die in norwegischen Höhlen untergebracht sind, wurden zur Nato-Übung Cold Responce 2016 eingesetzt. Bild: US Marines

Elite-Soldaten sollen rund 1000 Kilometer entfernt von der russischen Grenze untergebracht werden

330 US-Marines sollen ab 2017 in Norwegen rund 1000 Kilometer von der russischen Grenze entfernt stationiert werden. Der Grund: Für die Sicherheit Norwegens sei es wichtig, dass die Nato-Verbündeten "hierherkommen, um Kenntnisse darüber zu erwerben, wie man in Norwegen und mit den norwegischen Streitkräften operiert", so die Verteidigungsministerin Ine Eriksenzur.

Die Verteidigungsministerin Ine Eriksen Søreide bezeichnete die Stationierung als eine "hochwillkommene US-Initiative", die zu den Bemühungen der Nato zu einer verbesserten praktischen Zusammenarbeit innerhalb des Verteidigungsbündnisses passe. Aufgabe der Marineinfanteristen werde es sein, den militärischen Einsatz unter arktischen Bedingungen zu durchlaufen.

Laut Medienberichten habe Norwegen, das seit 1949 Mitglied der Nato ist, Moskau damals zugesichert, keine ausländischen Soldaten bei sich zu stationieren, es sei denn, Norwegen würde angegriffen. Allerdings sollten Übungseinsätze von Nato-Mitgliedsstaaten möglich sein. Diese Übungen von Nato-Soldaten haben in der Vergangenheit immer wieder in Norwegen stattgefunden.

Nun sollen aber die Soldaten dauerhaft im Rahmen eines Rotationsverfahren in Norwegen bleiben. Demnach sollen die Marines jeweils 6 Monate in der Garnison Værnes stationiert sein, in der Nähe von Trondheim, einer der größten Städte Norwegens. Schon länger haben Marines damit begonnen, klimaregulierte Höhlen aus dem Kalten Krieg wieder mit Kriegsgerät wie Panzer oder Artillerie zu bestücken, um Zeit und Kosten im Kriegsfall zu sparen.

Der Sprecher der russischen Botschaft in Oslow, Maxim Gurov, sagte zur Stationierung der Marineinfanteristen: "Wir würden gerne verstehen, warum Norwegen so sehr auf die Erhöhung seines militärischen Potenzials durch die Stationierung von US-Truppen abzielt. " Er machte darauf aufmerksam, dass norwegische Politiker immer wieder versicherten, sie sähen ihr Land nicht von Russland bedroht.

Das norwegische Parlament muss der Stationierung der Soldaten allerdings noch zustimmen. Ein Termin für die Abstimmung ist noch nicht bekannt. (Marcus Klöckner)