Selenskyj kontert Trump-Berater: 'Ukraine ist kein Verhandlungsobjekt'
Ukrainisches MilitÀr in Sumy. Bild: drop of light/ Shutterstock.com
Nach russischen Angriffen auf Sumy mit 35 Toten schlĂ€gt die Ukraine zurĂŒck. Ziele in der russischen Oblast Kursk wurden getroffen. Wer steckt hinter der Vergeltungsaktion?
Laut Angaben des Generalstabs der ukrainischen StreitkrÀfte haben Einheiten der unbemannten Systeme, SpezialkrÀfte und der Sicherheitsdienst der Ukraine in Koordination mit anderen Verteidigungseinheiten Ziele in der russischen Oblast Kursk angegriffen.
Die Angriffe hĂ€tten "Kriegsverbrechern, die fĂŒr den Raketenangriff auf Sumy am 13. April 2025 sowie andere Kriegsverbrechen gegen die ukrainische Bevölkerung verantwortlich sind" gegolten, hieĂ es im Onlineportal Ukrajinska Prawda.
Das ukrainische MilitĂ€r reklamiert fĂŒr sich, den Standort der russischen 448. Raketenbrigade getroffen zu haben, "wobei SekundĂ€rexplosionen von Munition bestĂ€tigt wurden". Die Ergebnisse des Angriffs wĂŒrden derzeit noch bewertet.
Ukraine will TĂ€ter bestrafen
Der Generalstab in Kiew betonte, dass jede russische MilitĂ€reinheit und jeder Soldat, der an Angriffen auf friedliche ukrainische StĂ€dte und Zivilisten beteiligt ist, "identifiziert und unweigerlich zur Rechenschaft gezogen" werde. Gezielte Kampfoperationen gegen kritische MilitĂ€reinrichtungen der russischen Truppen wĂŒrden fortgesetzt, "bis Russlands bewaffnete Aggression gegen die Ukraine beendet" sei.
Angriff am 13. April 2025 auf Sumy
Am 13. April hatten russische StreitkrĂ€fte zwei Angriffe auf das Zentrum von Sumy im Abstand von zwei Minuten durchgefĂŒhrt. Dabei sollen sie eine Iskander-M-Rakete mit einem Splittergefechtskopf eingesetzt haben. Die Rakete fliegt mit einer Geschwindigkeit von ĂŒber zwei Kilometern pro Sekunde.
Es war der zweite ballistische Raketenangriff an diesem Morgen auf Sumy, der eine groĂe Zahl von Toten und Verletzten forderte. Nach neuesten Daten tötete der russische Angriff auf Sumy am 13. April 35 Menschen und verletzte 117, darunter 15 Kinder.
Unterdessen hat der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj die ĂuĂerungen von Steve Witkoff, Trumps Sondergesandten, zurĂŒckgewiesen. Witkoff hatte erklĂ€rt, der SchlĂŒssel zu einem Friedensabkommen ziehe im Umgang mit "fĂŒnf Gebieten".
"Die Ukraine ist ein souverĂ€ner Staat, und nur das ukrainische Volk kann ĂŒber seine Gebiete sprechen", sagte Selenskyj laut Interfax-Ukraine auf einer Pressekonferenz mit Nato-GeneralsekretĂ€r Mark Rutte in Odessa.
Alle Gebiete gehörten zum Einheitsstaat Ukraine. Die roten Linien seien bekannt: Die Ukraine werde niemals vorĂŒbergehend besetzte Gebiete als russisch anerkennen. "Diese Personen diskutieren also Angelegenheiten, die auĂerhalb ihres Mandats liegen", so Selenskyj.
Witkoff hatte zuvor bei Fox News erklĂ€rt, ein Friedensabkommen wĂŒrde die Regelung der Frage der "sogenannten fĂŒnf Gebiete" beinhalten, ohne diese jedoch zu benennen. In einem frĂŒheren Interview hatte er von "sogenannten vier Regionen" gesprochen, dann aber fĂŒnf aufgezĂ€hlt: "Donbass, Krim, Luhansk und zwei weitere".
Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, dass einige von Witkoffs ĂuĂerungen und Handlungen in Bezug auf Russlands Ăberfall auf die Ukraine im WeiĂen Haus und bei den Republikanern auf Kritik gestoĂen seien.
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