Rückbau von Windkraftanlagen: Was bleibt übrig?
Seite 2: Abfall und Wiederaufbereitung
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In einer Abschätzung, die auf den verfügbaren Daten hinsichtlich des Errichtungszeitpunktes von WEA basiert, fallen im Jahr 2040 in Brandenburg 34.159 Tonnen, in Niedersachsen 30.017 Tonnen und in Schleswig-Holstein 18.252 Tonnen Abfälle der GFK/CFK-Materialklasse an.
In diesen Bundesländern muss man sich in den knapp zwei noch verbleibenden Jahrzehnten vorrangig um eine Etablierung der entsprechenden Recycling-Infrastruktur kümmern.
Ein Problem bei der Zerteilung oder Zerkleinerung von Rotorblättern ist der anfallende Staub der eingesetzten Fasermaterialien. Dies betrifft jedoch in erster Linie die mit der Bearbeitung der Rotorblätter befassten Personen und hat bei ordnungsgemäßem Verfahren keinen Einfluss auf andere Personen. Eventuelle Unfälle sind ebenfalls auf das direkte Umfeld begrenzt.
Da es sich bei den Rotorblättern um Verbundwerkstoffe mit unterschiedlicher Zusammensetzung handelt, ist ein Recycling entsprechend komplex und bedingt eine Materialtrennung und ein jeweils passendes Verwertungsverfahren. Bei den eingesetzten Schäumen hat sich die Materialauswahl im Laufe der Zeit verändert.
Für das Recycling müssen jeweils die passenden Verfahren bereitgehalten werden, wobei derzeit noch nicht abzusehen ist, welche Stoffen im Detail wo und in welchem Umfang anfallen. Im Zweifelsfall muss man die zum Recycling vorgesehenen Rotorblätter oder Rotorblattabschnitte in einem Zwischenlager aufbewahren, bis genug Material zusammengekommen ist, um mit einem Recycling zu beginnen.
Kosten und Lösungen
Wichtig bei den eingesetzten Verfahren wird nicht zuletzt sein, zu welchem Preis die dabei gewonnenen Stoffe abgesetzt werden können.
Im besten Fall lassen sich mit den Recyclaten andere Rohstoffe kostengünstig ersetzen, wie dies bei Bleibatterien gelungen ist, wo sekundäres Blei wegen des Mangels an Bleierzen auf eine so hohe Nachfrage stößt, dass der gesamte Recyclingprozess nicht nur kostendeckend ist, sondern Gewinn abwirft.
Es kann damit gerechnet werden, dass für die Gewinnung von gut vermarktbaren Recyclaten zunehmend effizientere Verfahren entwickelt werden. Das trifft aktuell auf das Recycling von Balsaholz zu, das bislang nicht getrennt behandelt wurde und das inzwischen über die Herstellung von Holzspänen oder Holzfasern in weiteren Schritten zu Holzfaserdämmstoffen oder Holzschaum verarbeitet werden kann.
Die vielfach vorgeschlagene Nutzung der zerkleinerten Rotorblätter als Ersatzbrennstoff in der Zementindustrie könnte jedoch in vielen Fällen aus Kostengründen die bevorzugte Maßnahme darstellen.