Opfer der Automatisierung

Trumpf der menschlichen Arbeit in Zukunft: Empathie und Verhandlungsgeschick

Nun also die Studie der Oxford Martin School. Die neue Prognose beruht auf der Annahme, dass bestimmte Tätigkeiten leichter, andere schwerer durch Maschinen ersetzbar sind. Zur letzteren Gruppe wurden Arbeiten gezählt, die unter anderem Feintuning mit der Hand oder mit dem Finger erfordern, Originalität, Empathie, Verhandlungsgeschick oder Überzeugungskraft.

Für die Beurteilung der Berufe wurde eine Simulation entwickelt, die mit subjektiven Einschätzungen und mit vorhandenen Daten bezüglich der Variablenanalyse für die einzelnen Berufe trainiert wurde. Als Variablen wurden unter anderem Berücksichtigt: der Grad, indem Feintuning mit der Hand oder mit dem Finger gebraucht wird; Originalität; Empathie, Verhandlungsgeschick und Überzeugungskraft.

Mit Hilfe einer eigens entwickelten Computersimulation wurde anschließend eine Liste von 903 Berufen auf die Wahrscheinlichkeit der hin Automatisierung analysiert. Die folgende Grafik fasst die Ergebnisse zusammen:

Die Wahrscheinlichkeit der Automatisierung steigt von links nach rechts. Auf der Y-Achse (vertikal) ist angezeigt, welchen Anteil eine Berufskategorie für die Beschäftigtenzahlen insgesamt hat. Die Grafik kann auch als Zeitachse interpretiert werden. In diesem Fall muss sie von rechts nach links gelesen werden: In einer ersten Welle werden demnach Arbeiter im Logistik- und Transportbereich ersetzt, zusammen mit Büro- und Verwaltungsanstellten. Nach einer längeren Ruhephase folgt dann eine zweite Welle der Automatisierung, von der Tätigkeiten im Bildungswesen, im Gesundheitsbereich und im Management erfasst sind.

Die Ergebnisse wurden außerdem mit Daten zu Gehältern und Qualifikation verglichen. Das Ergebnis: Insgesamt zeigt sich eine deutliche Korrelation zwischen Automatisierungs-Risiko auf der einen Seite und Gehalt und Qualifikation auf der anderen. Jene Berufe, die am unwahrscheinlichsten der Computerisierung zu Opfer fallen, verzeichnen die höchsten Gehälter und gehen auch mit der höchsten Qualifikation einher. Das Gegenteil gilt für Berufe mit hohem Automatisierungs-Risiko.

Nicht berücksichtigt wurden in der Studie Wechselwirkungen, die sich aus dem Zusammenspiel von Gehaltsniveau und Automatisierung ergeben könnten: Dort, wo die Gehälter höher sind, lohnt es sich schließlich besonders, in Technologien zur Personaleinsparung zu investieren - was auf der anderen Seite aber auch zur Folge haben könnte, dass die Gehälter in diesen Bereichen sinken (was wiederum Investitionen in Technologie weniger attraktiv machen würden). Nicht berücksichtigt wurde außerdem die Zinsentwicklung, die gleichfalls aus unternehmerischer Sicht für Investitionen in Technologie relevant ist.

Top-Ten der am meisten gefährdeten Berufe

Die Studie präsentiert die Ergebnisse auch aufgeschlüsselt in Form einer Rangliste:

  1. Verkäufer am Telefon
  2. Überprüfer von Grundbucheinträgen beim Immobilienkauf
  3. Kanalisationsarbeiter
  4. Mathematischer Techniker
  5. Überprüfer von Versicherungsanträgen
  6. Uhrenreparateur
  7. Fracht-und Güterverkehr-Agent
  8. Steuer-Buchhalter
  9. Fotografische Prozessbearbeitung
  10. Abwicklung von Bankkonto-Eröffnungen

Die Top-10 der sichersten Berufe

  1. Freizeittherapeut
  2. Top-Level Supervisor für Mechaniker und Installateure und Werkstätten
  3. Leiter Unfall-Notaufnahme
  4. Sozialarbeiter für geistige Gesundheit und Drogenmissbrauch
  5. Audiologe
  6. Ergotherapeut
  7. Orthopädietechniker und Prothesenfertiger
  8. Sozialarbeiter im Gesundheitswesen
  9. Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg
  10. Top-Level Supervisoren für Brandbekämpfung und -Prävention

(Ralf Grötker)

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